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Unmissverständliche Geste: Aber Lewandowski überraschte mit seiner Ankündigung auch seine Mitspieler.

FCB freut sich über neue Stärke

Papa Lewandowski kann auch Freistoß

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München - Der Bayern-Stürmer nutzt gegen Atletico seine neue Stärke, um die baldige Vaterfreude zu verkünden. Und Trainer Carlo Ancelotti droht: „Er wird noch besser.“

Man fragt sich manchmal schon, wo dieser Thomas Müller seine Sprüche her nimmt. Denn sie kommen meist so unverhofft, dass sie eigentlich nur spontane Eingebungen sein können. Lange vorbereitete Sätze und Aussagen – die bemühen beim FC Bayern eher die Herren aus der Vorstandsetage. Von denen allerdings wollte sich in der Nacht zum Mittwoch nach dem 1:0 im bedeutungslosen Champions League-Gruppenspiel gegen Atletico Madrid niemand zur Nachricht des Tages äußern. In Bezug auf die frohe Kunde, die Torschütze Robert Lewandowski mit dem branchenüblichen Baby-Jubel auf dem Feld losgeworden war, blieb daher nur ein Satz im Gedächtnis. Der kam von Müller und lautete:„Ihr müsst ihn da selber fragen – denn ich war nicht dabei.“

Die Entstehung des Babyglücks im Hause Lewandowski war geheim und ohne Beisein von Mannschaftskollegen vonstatten gegangen, das versteht sich von selbst. Dass Lewandowski aber auch mit dem Ausplaudern der Nachricht so lange gewartet hatte – seine Frau Anna ist schon im fünften Monat schwanger –, hatte einen bestimmten Grund. Der Pole wollte auf ein besonderes Tor warten, einen schönen Treffer, an den man sich lange erinnert. So einer war ihm schon am Freitag in Mainz gelungen, da aber war die Bühne zu klein. Das 1:0, das in der eisigen Arena am Dienstag gleichzeitig der Siegtreffer war, passte nun perfekt. „Es war immer mein Traum, dass ich es selber sagen kann, wenn meine Frau schwanger ist. Deswegen freue ich mich heute sehr.“

Erste Glückwünsche in Jubeltraube

Die ersten Glückwünsche hatte Lewandowski noch in der Jubeltraube auf dem Feld entgegengenommen, und seine Ehefrau, die wenige Minuten nach dem sehenswerten Freistoßtor ein Bild der Schnuller-Feierei ihres Mannes postete, machte das Ganze dann hochoffiziell. „Das Tor“, sagte Lewandowski später, „ist für sie und für das, was sie in ihrem Bauch hat.“ Ob Junge oder Mädchen – oder bei den Lewandowskis: Karatekämpferin oder Fußballprofi – wollte er noch nicht verraten. „Es ist ja noch ein bisschen Zeit. Aber ich konnte es nicht länger für mich behalten.“

FC Bayern besiegt Atlético: Vier Zweier, zwei Vierer

Das nahende Familienglück – es ist nun also offiziell. Und da passt es natürlich gut, dass Lewandowski in den letzten Tagen sowieso wie beflügelt wirkt. „Wenn du Vater wirst, bist du motiviert. Ich glaube, dass er in Zukunft noch motivierter sein wird“, sagte Carlo Ancelotti, zweifacher Vater, schmunzelnd. Das Siegtor gegen Atletico war ohnehin schon der 37. Treffer in Lewandowskis 58. Champions League-Spiel, der fünfte in der laufenden Saison. Und das Baby ist ja noch rund vier Monate im Bauch.

Lewy offenbart unentdeckte Qualität

Lewandowskis Torquote interessiert in den kommenden Wochen also – vor allem auch deshalb, weil er seit vergangenen Freitag eine neue, bisher unentdeckte Qualität offenbart hat. Der 28-Jährige, von vielen als „kompletter Stürmer“ bezeichnet, beherrscht neuerdings auch die Freistoß-Kunst. „Er schießt im Training schon die ganze Saison über überragende Dinger“, sagte Mats Hummels, der („ohne Ambitionen“) schon mal mitgeübt hat. Das Talent des Innenverteidigers ist aber deutlich kleiner als jenes des Torjägers. Denn der machte seine Sache so gut, dass Ancelotti ihn sogar als ersten Schützen eingeteilt hatte: „Das ist das, was er von mir erwartet.“

Neu-Deutsch sagt man: Läuft bei Lewandowski. Und die Unterschrift unter einem neuen Vertrag würde eigentlich im Moment hervorragend passen. „Es wird nicht mehr so lange dauern“, sagte sein Berater Maik Barthel übrigens Anfang der Woche dem „kicker“. Planungssicherheit tut jungen Familien ja immer ganz gut.

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