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Louis van Gaal setzt sich gegen seine Kritiker zur Wehr.

"Papageien-Geplapper": Van Gaal setzt sich zur Wehr

München - Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal hat sich gegen seine Kritiker zur Wehr gesetzt. Und das mit seiner unnachahmlichen, komisch-kauzigen Art.

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Ganz sicher war sich Louis van Gaal nicht. „Das Wort, es bedeutet auf Deutsch schon das gleiche, oder?“, fragte der Holländer, der die deutsche Sprache schon um so viele Wortkreationen bereicherte. Diesmal ging es um Papageien, genauer: Um „Papageimusik“. Damit auch ganz sicher keine Missverständnisse aufkommen, brachte der Trainer gleich das passende – derbe – Beispiel. „Wenn sie dem Vogel immer wieder sagen: Van Gaal ist ein Schwanz, dann sagt er irgendwann: Van Gaal ist ein Schwanz!“, erläuterte der Fußballlehrer.

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Es war seine ganz eigene Art und Weise, sich gegen die Kritik von Oliver Kahn und Mehmet Scholl zu wehren. Die Bayern-Legenden hatten den Trainer vor dem Spiel beim SV Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) kritisiert. Die Menschlichkeit sei ginge beim FC Bayern unter Louis van Gaal verloren, kritisierte Scholl nach Mark van Bommels Abschied und zitierte dabei seinen sportlichen Ziehvater Uli Hoeneß: „Es passt jedenfalls nicht zu dem warmen Verein, den ich kennengelernt habe.“

Worte, die van Gaal nicht nachvollziehen kann. „Wir sind das Gegenteil von dem, was Scholl gesagt hat: Wir sind ein sehr warmer Verein, wir gehen sehr ehrlich und menschlich mit den Spielern um“, kontert van Gaal. Er habe van Bommel nicht vertrieben, sondern offen die Perspektiven gezeigt: „Ich als Trainer habe das Risiko, weil wir jetzt zu wenig Spieler im Kader haben. Ich habe van Bommel den Abschied gegönnt, es zugelassen. Das war eine menschliche Entscheidung.“

Der Trainer steht zu seiner Linie – und ist sich des Rückhalts im Verein sicher: „Der Vorstand, die Spieler, der Stab, mein Pressechef: Sie alle unterstützen mich.“ Nur einen klammert van Gaal aus: Uli Hoeneß. „Der Präsident hat Kritik geäußert, okay. Aber das ist nur eine Person“, so van Gaal, „und er ist nicht immer an der Säbener Straße“. Vor einer Woche, noch vor van Bommels Abschied, äußerte Hoeneß seine Bedenken. „Die Frage ist, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss“, mahnte er die strikte, kompromisslose Art des Trainers an – und erklärte etwa im Bezug auf den Torwarttausch: „Was Jörg Butt rein menschlich gesehen über diese Entscheidung denkt, sei mal dahingestellt.“

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Ähnliche Worte wählten nun Kahn und Scholl, „wie Papageien“, ohne Einsicht in die inneren Abläufe, schimpft van Gaal. Wenn er mit ehemaligen Spielern über die aktuelle Situation im Verein sprechen will, „kann ich besser zu van Bommel gehen“, so der Trainer: „Den kenne ich. Aber mit Kahn habe ich noch nie gesprochen. Scholl war hier, aber mit ihm habe ich auch nicht viel gesprochen, das habe ich mit Hermann Gerland gemacht.“

Louis van Gallig, direkt wie eh und je. Für ihn zählt, was im Verein gesprochen wird, „kein Geplapper, wo etwas vorgesagt und wiederholt wird“. Aber nicht nur bei Kahn und Scholl ging der Coach in die Offensive. Seine Erklärung für die Schwäche in der Fremde – in der Auswärtstabelle liegen die Bayern nur auf Rang zehn: „Die meisten Plätze sind nicht gut vorbereitet. Das ist eine Ursache. In Holland gibt es die Regel, dass die Plätze sehr gut vorbereitet sein müssen. Die Plätze zuletzt in Stuttgart, Wolfsburg und Aachen waren nicht bundesligatauglich.“

Gaga? Nein! Van Gaal…

Tobias Altschäffl

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