Verabschiedet sich ohne Pokalfinale vom Profifußball: Philipp Lahm macht in diesem Sommer Schluss.
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Verabschiedet sich ohne Pokalfinale vom Profifußball: Philipp Lahm macht in diesem Sommer Schluss.

„Krönender Abschluss“ wird ihm versagt

So denkt Lahm nach dem Pokal-Aus über sein Karriereende

  • Sven Westerschulze
    vonSven Westerschulze
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München - Nach dem Pokal-K.o. gegen den BVB ist klar, dass Philipp Lahm zum Karriereausklang nur noch einen Titel holen kann. Oder denkt der FCB-Kapitän an den Rücktritt vom Rücktritt?

Ausgerechnet er. Ausgerechnet der Spieler, der gefühlt nie einen Fehler macht, leitete die bittere Bayern-Pleite ein. Nach Philipp Lahms Ballverlust in der gegnerischen Hälfte konterte der BVB eiskalt und erzielte durch Ousmane Dembélé den Siegtreffer (74.). Von diesem Schock erholten sich die Münchner nicht mehr und schieden im Halbfinale aus. Für Lahm bedeutet das: Seine große Karriere endet am 20. Mai mit einem einfachen Bundesliga-Spiel. Auch das doppelte Aus in den Pokalwettbewerben lässt Lahm bei seiner Entscheidung nicht ins Grübeln kommen - beim Kapitän gibt es kein Umdenken!

Nach dem 2:3 gegen Dortmund kam die Frage auf, ob der Anführer der Roten vielleicht doch mit mehr als nur einem Titel abtreten und seinen eigentlich bis 2018 laufenden Vertrag doch noch bis zum Schluss erfüllen will. Doch der 33-Jährige wiegelte direkt ab. „Das war ja keine Überlegung, die über Nacht gefallen ist. Das habe ich mir reiflich überlegt“, betonte der Rechtsverteidiger der Roten.

„Immer noch das gleiche Gefühl“

Hätte er es sich noch einmal anders überlegt, hätte man der unnötigen Niederlage immerhin noch einen positiven Aspekt abgewinnen können. Doch Lahm erklärte auch, warum es bei ihm kein Umdenken mehr geben wird: „Das Gefühl ändert sich nicht, es ist immer noch das gleiche. Daher wird es da keine andere Meinung von mir geben.“

Vergangene Woche war bereits der Traum vom CL-Finale in Cardiff geplatzt, jetzt darf Lahm auch kein letztes Mal mehr als Spieler nach Berlin fahren. Mit seinem siebten Pokalsieg hätte er mit Bastian Schweinsteiger gleichziehen können - jetzt bleibt sein langjähriger Weggefährte alleiniger Rekordhalter. Doch vielmehr als die verpasste Bestmarke störte den FCB-Kapitän die Niederlage am Mittwochabend. „Es ist sehr, sehr bitter“, meinte der sichtlich enttäuschte Lahm. „Wir haben uns viel vorgenommen und wollten unbedingt nach Berlin.“ Besonders er. 

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Rummenigge hätte Lahm „krönenden Abschluss“ gegönnt

Das Finale wäre ein würdiger Rahmen für den Abschluss seiner überaus erfolgreichen Karriere gewesen. Oder auch ein „krönender Abschluss“, wie es Karl-Heinz Rummenigge formulierte. „Das ist jetzt leider nicht gelungen. Das ist sehr schade“, so der Vorstandsvorsitzende der Münchner weiter.

Auch die Mitspieler hätten den Abschied ihres Kapitäns gerne noch um mindestens eine Woche hinausgezögert. „Für einen Spieler wie Philipp ist es sehr bitter, der hätte es einfach verdient gehabt. Wir, die ganze Mannschaft, wollten es ihm und Xabi Alonso nochmal ermöglichen, in Berlin zu spielen. Dass das schief gegangen ist, ist natürlich sehr enttäuschend“, meinte Sven Ulreich.

Lahm: „Es sind noch dreieinhalb Wochen“

Jetzt ist am 20. Mai Schluss. „Für mich sind es noch dreieinhalb Wochen“, resümierte Lahm selbst. Und die will er sich nicht vermiesen lassen.

Lahm gequält: „Ich versuche meine letzten Wochen als Fußballprofi zu genießen - auch wenn das gerade schwerfällt.“

Sven Westerschulze, Manuel Bonke

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