Will gegen die Bayern jubeln: Dortmunds Pulisic.
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Will gegen die Bayern jubeln: Dortmunds Pulisic.

BVB-Youngster im Formtief

Pulisic’ professionelle Prioritäten

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Christian Pulisic hat vor dem Duell von Borussia Dortmund mit dem FC Bayern extra auf die Länderspielreise in die USA verzichtet - manche sehen in ihm einen Kandidaten bei der Suche nach einem Nachfolger für Franck Ribery und Arjen Robben

Dortmund Der junge Mann setzt professionelle Prioritäten: Trotz Einladung zum Nationalteam der USA verbrachte Christian Pulisic die Länderspielpause in Dortmund. Aus zwei Gründen: Noch immer sitzt die Enttäuschung nach der verpassten WM tief. Zudem konnte der 19-Jährige zuletzt beim BVB seine Leistung nicht mehr so abrufen. Da muss man sich ranhalten.

Trainer Peter Stöger verpasste ihm sogar eine schöpferische Pause. In drei Spielen musste Pulisic zunächst auf der Bank Platz nehmen, kam nur zu Kurzeinsätzen. Gegen Frankfurt überzeugte er zwar mit zwei Assists, doch danach kam wieder ein Leistungsabfall. Gegen Hannover musste er nach 70 Minuten raus.

Dabei zählt Pulisic trotz seiner jungen Jahre eigentlich zum BVB-Stammpersonal. Mit 2504 Minuten gehört er in dieser Saison wettbewerbsübergreifend zu den Top Drei im Kader, was die Einsätze betrifft. Mit seiner Explosivität und seiner Leichtigkeit hat er schon oft bewiesen, zu was er im Stande ist. In der laufenden Saison kommt er trotz seiner aktuellen Krise auf zehn Torbeteiligungen, (vier Tore, sechs Vorlagen) – eine Bilanz, die sich sehen lässt.

Pulisic will seinem Formtief mit Training in Dortmund statt Spielen mit den USA entgegenwirken – obwohl er in seiner Heimat ein Star ist. Erst im Dezember wurde er in den Staaten zum „Fußballer des Jahres 2017“ gewählt. Er ist der Jüngste, der diesen Preis gewinnen konnte. Dadurch wächst aber freilich auch der Druck. Gerade nach der verpassten WM-Teilnahme erhoffen sich die Amerikaner in Zukunft viel von dem Offensivtalent.

Und sobald es sportlich gut läuft, sind auch die Wechselgerüchte nicht weit. Obwohl Pulisic noch einen Vertrag bis 2020 hat, beschäftigen sich immer mehr Vereine mit ihm. Gerüchten zufolge soll Real Madrid im Sommer bereit sein, 80 Millionen Euro für den Flügelflitzer zu bezahlen. Er könnte den Waliser Gareth Bale beerben, dem bei den „Königlichen“ keine tragende Rolle mehr zugetraut wird. Auch Manchester United und der FC Liverpool sollen sich intensiv mit dem Amerikaner beschäftigen. Jürgen Klopp, früher BVB, wollte Pulisic schon im letzten Sommer an die Anfield Road holen, wurde aber abgeblockt.

Der Youngster wird zudem auch immer wieder mal mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, als möglicher Erbe von Franck Ribery und Arjen Robben. Pulisic könnte mit Kingsley Coman eine jugendliche, frische Flügelzange bilden. Es ist aber fraglich, ob der BVB nach Mario Götze und Robert Lewandowski einen weiteren Leistungsträger zu Bayern ziehen lässt.

Sollte Pulisic an seine Top-Leistungen anknüpfen, wird es allerdings schwer, ihn auf Dauer zu halten. Laut „transfermarkt.de“ liegt sein Marktwert aktuell bei 45 Millionen Euro, und Formtief hin oder her, Pulisic wird eine große Zukunft bescheinigt.

Am Samstag geht es mit Dortmund gegen die Bayern. Ein Spiel, für das man in Bestform sein sollte. In der Nacht auf Mittwoch wäre eigentlich die Partie mit den USA in den Staaten gegen Paraguay (1:0) angestanden. Aber das wäre alles andere als eine optimale Vorbereitung auf das Duell mit den Bayern gewesen. Da liegt die Priorität klar auf dem Bundesliga-Hit.

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