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„Das war unser schlechtestes Spiel der letzten zehn Jahre“, erinnert sich Karl-Heinz Rummenigge an die Hinrunden-Partie gegen Mainz.

Rummenigge: „Das war unser schlechtestes Spiel der letzten zehn Jahre“

München - Über das Hinrunden-Spiel gegen Mainz wollen die Bayern lieber nicht mehr nachdenken. Sie trainieren fleißig "Becher Ball", damit die Rückrunde besser wird. Vertragsverlängerungen sind dann Formsache.

Mark van Bommel ist gut drauf. Bei den Bayern läuft es rund, bei ihm persönlich auch – auf allen Ebenen. Diese Woche hat er gar abseits des Fußballs geglänzt.

Im „Becher-Ball“, einem neu eingeführten Zeitvertreib der Reporter an der Säbener Straße. Die Kunst besteht dabei darin, im Presseraum eine Papierkugel im Basketball-Stil vom Podium in einen Kaffee-Becher zu werfen. Die Distanz beträgt rund drei Meter.

Erfolgserlebnisse sind selten, aber der Kapitän traf auf Anhieb, beim ersten Versuch. Es sieht so aus, als würde den Münchnern derzeit alles gelingen, was sie anpacken. Da kommt die Revanche gegen den FSV Mainz 05 gerade recht.

In Karl-Heinz Rummenigges ganz persönlicher Vereins-Chronik nimmt die Hinrunden-Begegnung mit dem Aufsteiger einen denkwürdigen Platz ein. „Das war unser schlechtestes Spiel der letzten zehn Jahre“, erinnert sich der Vorstandschef, „wir sind damals ganz schön belämmert nach Hause gefahren.“

Mark van Bommel saß damals belämmert vor seinem Fernseher, er fehlte verletzt, aber auch er schämte sich wegen der Leistung. „Die erste Halbzeit war auf jeden Fall unsere schlechteste in dieser Saison“, sagt er, generell habe alles zu dieser Zeit gar nicht so gut ausgesehen: „Wir hatten nur zwei Punkte aus den ersten drei Spielen – da lief gar nichts.“

Ein paar Monate später sieht man sich allerdings gerüstet für das Unternehmen Wiedergutmachung. Mario Gomez sitzt lässig auf seinem Stuhl, ein Bein so hoch angewinkelt, dass sein gebräuntes Knie ins Auge sticht.

Hat nicht Louis van Gaal kürzlich gewitzelt, wenn er trainiere, scheine immer die Sonne? Gomez sieht jedenfalls nicht aus, als würden derzeit Minustemperaturen das Leben in München diktieren. Ja, es stimmt, sagt er, das Hinrundenspiel sei „der Beginn einer schwierigen Phase bei uns“ gewesen: „Da haben wir gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann.“

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Er habe aber inzwischen „gar keine Lust mehr, darüber nachzudenken“, so der Stürmer, „es zählt das Hier und Heute und da können wir sagen: Mainz spielt richtig guten Fußball und wird noch oft unterschätzt, sie werden kratzen, beißen, kämpfen – aber wir haben die bessere Qualität.“

Das Level, das die Münchner derzeit spielen, ist sogar so hoch, dass der Beste in ihren Reihen nicht sonderlich vermisst wird. Franck Ribery gibt im Training alles, berichtet van Bommel, „aber er ist noch nicht bei 100 Prozent, das hat man in Bremen gesehen“.

Das Tempo vergangene Woche beim 3:2 gegen Werder sei hoch gewesen, merkt van Bommel an, „so ein hohes Tempo haben wir in dieser Saison noch nie gespielt“. Selbst ein Ribery braucht da nun wie jeder andere Geduld auf seinem Weg zurück in die Startelf.

Gegen Mainz wird er zunächst die Bank drücken. Die Voraussetzungen sind auch ohne den Top-Star nicht schlecht. Das Hinrunden-Duell mit Mainz wurde als das schlechteste Spiel seit langem verbucht, das jüngste Spiel in Bremen nun als temporeichste Vorstellung der Münchner.

Es soll zügig weiter nach oben gehen für den FC Bayern, da stehen selbst Vertragsgespräche hinten an. „Dafür ist jetzt nicht der Zeitpunkt“, so van Bommel, dessen Kontrakt im Sommer endet. „Bei einigen läuft der Vertrag aus, aber in der Kabine ist das gar kein Thema. Mir ist das auch nicht wichtig.“

Verlängerungen sind Formsache, wenn es weiter so läuft. Und es läuft ja gerade gut. Auf dem Platz und sogar beim „Becher-Ball“.

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