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Willy Sagnol war Publikumsliebling beim FC Bayern

Sagnol: Bayern hatte nur zwei perfekte Anführer

München - Willy Sagnol fehlen die echten Anführer beim FC Bayern. Für den Ex-Publikumsliebling hat es seit seiner Zeit nur zwei "perfekte Führungsspieler" gegeben. Eine Rede des Kaisers sei damals verpufft.

Willy Sagnol hat beim FC Bayern viele Stars kommen und gehen sehen. Von 2000 bis 2009 rannte er die Außenbahn auf und ab und verzückte damit die Zuschauer, die ihn liebten. Seine Rolle war klar: unermüdlicher Arbeiter, Flankengott, Publikumsliebling. Ein Anführer war er nicht. Dafür waren andere zuständig.

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Bidler

Doch Sagnol sagt, dass richtige Leitwölfe selbst bei den Bayern rar gesäht waren. "Ich habe bei Bayern nur mit zwei perfekten Führungsspielern gespielt", gibt er im Interview mit dem "Kicker" zu bedenken. Der eine, das war Stefan Effenberg. "Effenberg fand immer die richtigen Worte", erinnert sich Sagnol. Er macht das an einem Beispiel fest. "Als 2001 nach dem 0:3 in Lyon Franz Beckenbauer seine berühmte Rede hielt, nahm das kein Spieler ernst. Am Tag danach sprach Effenberg 15 Minuten in der Kabine, danach wussten alle: Wir werden Erfolg haben." 

Und der zweite "perfekte Führungsspieler"? Wer jetzt an Mark van Bommel denkt, irrt. Sagnol meint Patrik Andersson. "Er war ruhiger, aber für jeden da. Seither sah ich bei Bayern keine mehr in dieser Art." Das sitzt. Wer sich namentlich angesprochen fühlen darf, sind der aktuelle Kapitän Philipp Lahm und dessen Assistent Bastian Schweinsteiger.

"Wenn wir über Lahm und Schweinsteiger sprechen", holt Sagnol aus: "Im vorigen Jahr fehlte in der schwierigen Phase etwas." Dieses Problem sieht der Franzose nicht nur beim FC Bayern, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft, wo es derzeit allerdings genauso blendend läuft. "Das vielleicht einzige Problem in der deutschen Nationalelf ist das Führungsproblem."

tz

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