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Sieht in Goretzka einen guten Mann für Bayern: Sammer.

Klartext von Sammer

„Müller darf nie infrage gestellt werden“

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Matthias Sammer über den Rückrunden-Start des FC Bayern gegen Leverkusen, das große Herz von Jupp Heynckes, die WM-Chancen von Sandro Wagner und das wilde Element Arturo Vidal

München – Man erinnert sich noch an die Szene, als sich Matthias Sammer damals im Dortmunder Dress nach einem Zusammenstoß eine tiefe Wunde überm Auge einfach nur tackern ließ und weiterspielte. Was die Wenigsten parat haben: Den Cut verdankte er Heiko Herrlich. Als Eurosport-Experte analysierte der frühere Bayern-Sportchef den Start der Rückrunde, der morgen live auf Eurosport Player und ZDF gezeigt wird. Böse ist er dem heutigen Leverkusener Trainer übrigens nicht mehr. Sammer über . . .


. . . den Auftakt mit Leverkusen gegen Bayern:
„Leverkusen hat eine sehr, sehr gute Entwicklung genommen. Da fand eine Kulturveränderung statt. Sie haben jetzt ein anderes Aufbau- und Positionsspiel, sind mutig und wollen auch gegen Bayern offenes Visier gehen. Das wird eine hochinteressante Partie.“

. . . die Alleinherrschaft des FC Bayern:„In Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sind Ingenieure am Werk, mir imponiert an ihnen ihre Entscheidungsfreudigkeit. Beim FC Bayern werden oft mutige und schnelle Entschlüsse gefällt. Natürlich ist man der Konkurrenz auch monetär total entlaufen. Die Liga muss sich Gedanken machen, wie man Dinge ändert. Sonst wird es dramatisch. Man braucht im Fußball an einigen Stellen einen neuen Denkansatz. Die Bundesliga hat international Nachholbedarf. Das war ein schleichender Prozess, und es ist auch keine Majestätsbeleidigung, zu sagen, dass man sich Gedanken machen soll. Ich sehe in der Liga momentan keinen, der den Finger in die Wunde legt. Grundsätzliche Selbstzufriedenheit meine ich da gar nicht. Es geht um die Mentalität, da fehlt mir etwas zwischen den letzten 98 auf die 100 Prozent.“

. . . Jupp Heynckes’ offene Zukunft: „Ich glaube nicht, dass diese Unsicherheit eine Belastung wird. Ob er noch einmal umkippt? ,Umkippt’ klingt mir zu negativ. Ich kann nicht sagen, wie absolut seine Aussage ist, aufzuhören. Mein Instinkt sagt: Jupp ist ein konsequenter Mann, aber er hat auch ein großes Herz für den FC Bayern – und das weiß Uli Hoeneß. Diese Anerkennung und Liebesbekundungen von ihm sind ja eine totale Wertschätzung, Uli weiß, das ist seine Chance. Wenn Jupp Spaß hat und die Familie und die Gesundheit mitspielen, wäre er natürlich die Ideallösung.“

. . . die Anforderungen an einen Bayern-Trainer: „Es gibt viele Trainer-Talente in Deutschland, aber bei Bayern brauchst du ein breites Kreuz und viel Erfahrung. Und nach einem Jupp Heynckes ist die Eisdecke dünn. Vielleicht will Ottmar Hitzfeld noch mal? Aber Spaß beiseite: Den Bayern wird oft vorgeworfen, sie sind in der Trainerfrage nicht mutig genug. Warum? Der FC Bayern muss heute funktionieren, nicht erst morgen! Er ist kein Entwicklungsverein, sondern ein Spitzenverein. Es ist anders als bei Schalke, ein Spitzenverein kann sich ein Trainer-Projekt nicht leisten.“

. . . das Missverständnis zwischen Bayern und Carlo Ancelotti: „Ancelotti ist ein bisschen einsam gewesen. Es muss da ein Äquivalent im Alltag gefehlt haben, das dem Verein Hinweise gibt. Die Entwicklung war nicht gut.“

. . . seinen Nachfolger Hasan Salihamidzic: „Er wird ein bisschen unterschätzt. Er erkennt Dinge und benennt sie. Ich unterschätze ihn nicht.“

. . . Sandro Wagners Wechsel zu Bayern:„Das war für beide Seiten total richtig. Für ihn war das Paket so, das nimmst du wahr. Seine WM-Chancen hatten mit dieser Entscheidung nichts zu tun. Zwischen ihm und Mario Gomez wird es extrem spannend. Ich denke, nur einer fährt zur WM. Die Chancen sind 50:50.“

. . . das Duell Thomas Müller gegen James: „Müller ist ein Führungsspieler und unantastbar. Er darf nie infrage gestellt werden und gibt Vertrauen zurück. James muss sich integrieren. Er ist ein interessanter Spieler, aber geht es ums Eingemachte, dann haben andere die Nase vorn.“

. . . die Zukunft von Arturo Vidal angesichts des Transfers von Leon Goretzka: „Vidal bringt Dynamik, er ist ein wildes Element, das nützen kann. Ich schätze ihn. Aber Bayern muss sich fragen, ob man sich dieses Element weiter leisten muss. Jupp hatte Zugriff auf ihn, ein möglicher Nachfolger hätte es schwerer. Goretzka hat Tempo, Dynamik, Torgefahr und übernimmt Verantwortung. Er ist bei Schalke gereift. Ein guter Mann für Bayern.“

. . . Bayerns Rückrunde:„In der Liga mit elf Punkten vorne, im Pokal haben sie schwere Hürden aus dem Weg geräumt. In der Champions League ist Besiktas Istanbul machbar. Sie können in einen Rhythmus kommen, dass wieder der Glaube wächst, Berge versetzen zu können.“

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