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Serge Gnabry steht vor seiner erste Saison beim FC Bayern. 

Neuzugang des FC Bayern spricht

Gnabry im Interview: „Jeder schreibt im Fußball seine eigene Geschichte“

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Serge Gnabry hat einen etwas untypischen Weg zum FC Bayern hinter sich. Der Nationalspieler spricht im Interview über Ansprüche, Arjen Robben und Uli Hoeneß‘ Meinung über Demut.

München - Etwas länger als geplant dauerte es, bis Bayern-Neuzugang Serge Gnabry zum Interview mit der tz erscheint – der Oberschenkel macht nach wie vor Probleme.

Serge Gnabry: Sorry für die Verspätung! Ich war noch auf dem Ergometer und hatte danach Behandlung.

Wie geht es dem Oberschenkel?

Gnabry: Besser. Ich bin schon wieder draußen auf dem Platz, und wir schauen von Tag zu Tag. Ich hoffe, dass ich die Belastung in den nächsten Tagen steigern kann und schnell wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Ein Einsatz gegen Hoffenheim kommt also zu früh.

Gnabry: Ja, leider. Ich hätte gerne gespielt. Aber so ist es eben – ich freue mich aber trotzdem auf das Spiel.

Sie hatten sich Ihren Start in München bestimmt anders vorgestellt…

Gnabry: Die Vorbereitung lief gut, bis zum Manchester-Spiel sogar top. Dann hat es angefangen mit den Oberschenkel-Problemen. Ich bin aber froh, dass es nichts Schlimmeres ist.

Der Weg Ihres Kumpels Leon Goretzka zum FCB war recht direkt: Bochum, Schalke, München. Sie haben als Teenager den Schritt nach London gemacht. Hätten Sie gerne mit Leon getauscht?

Gnabry: Ich bin mit meinem Weg zufrieden und würde es auch heute nicht anders machen. Es hat mich geprägt, in jungen Jahren ins Ausland zu gehen – und jetzt sind wir beide hier vereint. Von daher kann man sagen: Alle Wege führen nach Rom.

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Was für Charakterzüge eignet sich ein Spieler an, der in jungen Jahren ins Ausland geht?

Gnabry: Das ändert einiges. Gerade wenn du in ein fremdes Land gehst, wo du wenige Leute kennst. Plötzlich bist du mitten in einer anderen Kultur, es wird eine andere Sprache gesprochen. Durch diese Erfahrungen ist es für mich einfacher, mich in einer neuen Umgebung zu adaptieren.

Gnabry über die Ansprüche: „Ich verspüre keinen Druck“

Ihr Durchbruch kam während Olympia 2016.

Gnabry: Das war ein extremer Kontrast zu der Zeit davor, als ich in England kaum Spielzeiten hatte. Es ist ganz simpel im Fußball: Wenn du eine gute Leistung zeigst und als Offensivspieler Tore machst, reden viele Leute über dich und du stehst bei vielen auf der Liste. Bist du irgendwo nur Ersatzspieler, geht es oft in die andere Richtung. In Rio habe ich wieder Spielpraxis auf einer großen Bühne bekommen. Ich hatte aber auch davor nie Zweifel an meinen Fähigkeiten.

Wie sind Sie mit dem Olympia-Trubel umgegangen?

Gnabry: Ich bin ein ganz ruhiger Typ, lese auch nicht jeden Tag Artikel über mich. Meine Konzentration lag auch nach Rio darauf, mich weiter zu verbessern, weiter meine Leistung abzurufen. Da wollte ich mich nicht von außen beeinflussen lassen.

Beim FC Bayern sollen Sie den Umbruch einleiten und „Robbery“ ablösen. Eine große Last?

Gnabry: Ich verspüre keinen Druck, nein! Wir sind eine Mannschaft, wir brauchen jeden. Egal, ob zwei Jahre jünger oder zehn Jahre älter.

Was können Sie von einem Vollprofi wie Arjen Robben lernen?

Gnabry: Die Arbeitseinstellung, die er an den Tag legt! Er hat nicht umsonst so eine Karriere hingelegt. Er ist nicht umsonst jetzt noch bei einem Top-Klub und zeigt starke Leistungen. Viele in seinem Alter sind schon von der Bildfläche verschwunden, er ist immer noch da! Das spricht alles für ihn.

Gnabry als Robbery-Nachfolger? „Jeder schreibt im Fußball seine eigene Geschichte“

Fällt es Ihnen leichter, den Umbruch mit voranzutreiben, wenn Sie sich an Spielern wie Robben orientieren können?

Gnabry: Ich würde das Wort Umbruch nicht zu hoch hängen. Darüber machst du dir in meinem, Kingsleys, Francks oder Arjens Fall keine Gedanken. Natürlich schaue ich mir von verdienten Spielern einige Dinge ab, aber es soll ja auch dein eigenes Spiel bleiben. Jeder sollte sich selbst treu bleiben, jeder schreibt im Fußball seine eigene Geschichte.

Auf welcher Position würden Sie Ihre eigene Geschichte gerne fortsetzen?

Die tz traf Sergen Gnabry zum Interview.

Gnabry: Auf dem linken Flügel und hinter den Spitzen habe ich in der Vergangenheit die meisten Spiele gemacht. Diese Positionen bin ich gewohnt. Mein Vorteil ist aber, dass ich sehr variabel bin. Mir macht es nichts aus, vorne zu spielen oder rechts auf dem Flügel. In der Vorbereitung habe ich häufig rechts gespielt, darum glaube ich , dass mich der Trainer eher dort sieht.

Julian Nagelsmann hat gesagt, er wolle mit Hoffenheim Meister werden. Wie wirkt das auf Sie als Ex-Spieler?

Gnabry: Das wirkt auf mich sehr selbstbewusst. Julian ist ein Typ, der immer hohe Ziele anstrebt. Er will immer das Maximum aus seinen Spielern, seinem Team und der eigenen Arbeit herausholen. Ich finde es gut, wenn jemand so ein Selbstbewusstsein hat und versucht, etwas zu erreichen, was viele nicht für möglich halten. Wenn alle Klubs in die Saison gehen und sagen: ‚Wir sind mit dem vierten Platz zufrieden‘, dann macht es auch keinen Spaß.

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Auch Sie wollen Titel gewinnen. Welcher ist Ihnen denn am wichtigsten?

Gnabry: Alle drei, ich habe nämlich alle drei noch nicht gewonnen.

Gnabry über Instagram und Demut: „Ich stimme Hoeneß zu“

Uli Hoeneß hat angemahnt, dass Spieler wieder mehr Demut zeigen sollten. Nicht so viel Selbstvermarktung betreiben, sich auf das Wesentliche (Fußball) konzentrieren. Sehen Sie das genau so?

Gnabry: Ich stimme Uli Hoeneß zu, auch wenn alles anders geworden ist mit den Smartphones, mit Instagram und der Vermarktung.

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Sie sieht man ab und zu auf Modeshows, im Sommer waren Sie mit Star-Fotograf Paul Ripke in den USA unterwegs. Gleichzeitig spenden Sie einen Teil Ihres Gehalts für Common Goal. Sieht so die passende Mischung aus?

Die tz traf Sergen Gnabry zum Interview.

Gnabry: Da ist jeder unterschiedlich. Es macht nicht jeder bei dieser Spendenaktion mit, es fahren nicht alle in Urlaub nach Los Angeles und machen so ein Fotoshooting. Das hängt sehr von der Persönlichkeit ab. Jeder Spieler mag andere Dinge, legt auf andere Dinge Wert.

Warum ist Ihnen das Common-Goal-Projekt so wichtig?

Gnabry: Es ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ein Hintergrund meines Engagements ist, dass mein Vater aus Afrika kommt, von der Elfenbeinküste. Es ist mir wichtig, zu wissen, wie das Leben dort ist. Ich war auch schon vor Ort. Ich will anderen Menschen helfen, für sie etwas aufbauen. Ich lege da sehr viel Wert drauf.

Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben?

Gnabry: Mir ist sehr wichtig, dass meine Familie abgesichert ist. Luxus ist dann wieder für jeden etwas anderes, der eine mag ein goldenes Auto, der andere fährt ein ganz normales. Ich bin sehr glücklich, wenn ich Fußball spielen kann. Das ist mir mehr wert als das ganze Luxusleben. 

Interview: Manuel Bonke, Jonas Austermann

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