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Zurück im Spiel: Simone Laudehr kickte vor dem Trainingsstart des FC Bayern mit Kindern aus SOS-Kinderdörfern. 

Nach verkorkstem Jahr

Mit Buddha in die Bresche: Simone Laudehr greift wieder an

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Simone Laudehr greift nach einem gebrauchten Jahr wieder an - als Schlüsselspielerin beim FC Bayern, und auch die Nationalelf hat die 99-malige Nationalspielerin im Blick: „Die WM 2019 ist mein festes Ziel.“

München – Als am Sonntag plötzlich ein Team in Unterzahl geriet, rief Simone Laudehr sofort: „Ich spring’ ein!“ Eigentlich hatte die Bayern-Spielerin mit ihren Kolleginnen Melanie Leupolz, Verena Faißt, Nicole Rolser, Verena Wieder und Sydney Lohmann nur als Trainerin am Rand gestanden, während unter ihrer Aufsicht 23 Buben und Mädchen aus SOS-Kinderdörfern mal in ein Probetraining reinschnuppern durften. Simone Laudehr, 31, hat einfach Lust auf Kicken. Kein Wunder. Hinter ihr liegt das, was Fußballer als gebrauchtes Jahr bezeichnen. Völlig verkorkst.

Läuft doch hervorragend, sagte Simone Laudehr grinsend nach dem Gaudikick, um dann aber ernster fortzufahren: „Ich wollte fit werden und bin es jetzt. Beim MRT gab es grünes Licht für meinen Fuß, alles ist super.“ Bei den Olympischen Spielen vor einem Jahr hatte sie sich am Sprunggelenk verletzt, und als sie im Wintertrainingslager gerade wieder voll bei Kräften war, riss das Syndesmoseband. Eigentlich hatten sie die Bayern als Schlüsselspielerin und Führungskraft vom 1. FFC Frankfurt zurückgeholt. Dieser Rolle will sie nun mit einem Jahr Verspätung endlich nachkommen.

„Es war ein schweres Jahr für mich, auch mental, aber ich habe nie lockergelassen und sehr, sehr hart in der Reha gearbeitet“, sagt die Mittelfeldakteurin, die am Montag mit ihren Kolleginnen mit einem Laktattest in die Saisonvorbereitung gestartet ist. Seit Anfang Juli stand sie auch schon wieder auf dem Platz, „ich werde mich jetzt im Training wieder reinfuchsen. Bei den 1:1-Situationen muss man anfangs noch sehen, aber ich bin ja eher der Typ ,Mit dem Kopf durch die Wand’ – das wird jetzt schon alles wieder.“

Laudehr: „Ich bin jetzt wieder frisch, top drauf“

Simone Laudehr hat sich im Lauf ihrer Karriere den Titel als Schmerzensfrau des deutschen Fußballs erarbeitet, ihre Kraft bezieht sie dabei unter anderem  aus dem Buddhismus. Sie lässt sich im Groben von zwei Leitsätzen Siddharthas führen: Egal, was passiert, ob gut oder schlecht, du musst damit klarkommen, schildert sie den ersten. „Der zweite hat mit Achtsamkeit zu tun. Man muss sich immer des Moments bewusst sein, sich auf das konzentrieren, was man gerade macht.“ Entsprechend tankte sie Kraft in den letzten Monaten. Reha, Besuche bei der Familie in Regensburg, „zwischendurch bin ich mal nach Griechenland gedüst – ich bin jetzt wieder frisch, top drauf“.

Gerade weil Kapitänin Melanie Behringer wegen einer Sehnenverletzung die gesamte Vorbereitung verpasst, ist Simone Laudehr noch mehr gefordert. „Ich will hier vorangehen“, sagt sie. Im ersten Halbjahr habe sie sich deshalb auch schon ein paar Mal geopfert. „Ich wusste, ich bin nicht bei 100 Prozent, aber ich bin ein Vorbild, da muss ich auf die Zähne beißen. Ich kann mich hier nicht eingraben, ich muss mich zeigen.“

Dass sie die EM verpasst (am Montag das Spiel Deutschland gegen Schweden bei uns im Live-Ticker), da blutet ihr das Herz, „natürlich, als Leistungssportler, da leidest du wie ein Hund – aber ich konzentriere mich jetzt voll auf den FC Bayern, alles andere ist im Moment irrelevant für mich“. Wobei sie auch im Hinterkopf hat, nach der EM in den Niederlanden bald wieder zum deutschen Aufgebot zu gehören.

„Ich hoffe, Steffi Jones plant weiterhin mit mir und zählt auf mich. Für mich ist die Zeit in der Nationalelf noch nicht vorbei, ich will noch nicht aufhören und noch zwei, drei Jahre international spielen“, sagt die 99-malige Nationalspielerin, „ich mag die Mädels, die Mannschaft, ich liebe den Fußball und will noch etwas erreichen.“ Sie habe noch Ziele beim DFB-Team, „das ich ja auch die letzten zehn Jahre mitgetragen habe. Ich habe mich immer in die Bresche geworfen – und das werde ich weiter so halten. Ich hoffe, Steffi sieht das genauso. Die WM 2019 ist jedenfalls mein festes Ziel.“

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