+
Nach Spielende drehten die FC-Fans durch und zündeten Rauchbomben.

Gomez: "Es ist eine Schande, was hier passiert"

Köln - Die Bayern reagieren geschockt auf die Szenen nach Spielende. Mario Gomez ist entsetzt, Thomas Müller blickt schon auf die beiden Partien gegen Dortmund und Chelsea.

Nach dem Bundesliga-Abstieg des 1. FC Köln ist es im Kölner Stadion zu schweren Ausschreitungen gekommen. Einige Fans zündeten nach dem 1:4 gegen den FC Bayern München Rauchbomben, Pyrotechnik wurde abgebrannt. Schiedsrichter Florian Mayer beendete die Partie einige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit, damit die Fußball-Profis beider Teams sicher in die Kabinen kommen konnten. Die Stimmen zum Spiel:

Mario Gomez: Es ist eine Schande, was hier im Stadion abgegangen ist. So etwas gehört nicht ins Fußballstadion. Ich hoffe, dass niemandem etwas passiert ist. Der Schiedsrichter hat uns bereits 30 Sekunden vor dem Abpfiff mitgeteilt, dass wir direkt nach dem Abpfiff in die Kabine gehen sollen. Das sind keine Fans, das sind Idioten, die die Fußballbühne nutzen. Ich hätte heute noch vier Stunden spielen können, ohne zu treffen. Vor dem Spiel habe ich zwar gesagt, dass ich total entspannt bin. Im Spiel habe ich aber gemerkt, dass ich zu sehr Stürmer bin. Glückwunsch an Jan-Klaas Huntelaar. Er hat 29 Tore geschossen und sich die Kanone verdient."

Bayern schießt Köln in die 2. Liga - Die Bilder und Noten zum Spiel

Bayern schießt Köln in die 2. Liga: Die FC-Fans drehen durch - Bilder und Noten zum Spiel

Bayern schießt Köln in die 2. Liga: Die FC-Fans drehen durch - Bilder und Noten zum Spiel

Thomas Müller: “Wir haben den Schiedsrichter gefragt, ob er nicht zehn Sekunden eher abpfeifen kann, damit wir sicher in die Kabine kommen. Das hat er auch gemacht. Wir haben jetzt noch zwei volle Wochen und werden alles in die Waagschale werfen. Natürlich wollen wir nächste Woche im Pokal-Finale gegen Dortmund Revanche.“

Frank Schaefer (Interimstrainer 1. FC Köln): “Das ist ein ganz bitterer und schwarzer Tag. Was bei mir hängenbleibt, ist, dass es ein so brutal unnötiger Abstieg war. Dass wir als Verein mit dieser Kraft, dieser Power, diesen Fans und dieser Größe den Abstieg nicht vermeiden konnten, ist bitter.“

Trainer Jupp Heynckes (Bayern München): „Für den 1. FC Köln ist das ein sehr bitterer Moment. Aber das heutige Spiel des FC war ein Spiegelbild der Saison. Meine Mannschaft hat in den letzten Wochen seriös gearbeitet, auch in der Bundesliga, obwohl wir die Meisterschaft schon in Dortmund verspielt hatten.“

Werner Spinner (Präsident 1. FC Köln): “Das, was heute passiert ist, ist nicht akzeptabel. Ich bin zutiefst getroffen. Das ist ein schwarzer Samstag. Das ist ein harter Schlag für uns. Die Bitterkeit dieses schwarzen Samstags müssen wir erst mal verdauen, dann werden wir mit dem Gesellschafterausschuss die weiteren Schritte beraten“

Lukas Podolski: "Das ist eine der bittersten Niederlagen und Geschehnisse für mich. Das muss man erst einmal verdauen. Das ist der bitterste Moment meiner Karriere"

Claus Horstmann (Geschäftsführer Köln): „Kein Abstieg war so unnötig wie dieser. Vor allem in der Rückrunde haben wir auf und neben Platz leider die Performance eines Absteigers gezeigt. Es gab zu viel Unruhe, in vielen Fällen selbstgemacht.“

Franz Beckenbauer (bei Sky): Die vielen Gegentore haben natürlich auch dazu beigetragen. Vorne kann man gar nicht so viele Tore schießen, wie sie hinten reingelassen haben. Damit sind sie in diese Situation gekommen. Alles ist damit losgegangen, dass Wolfgang Overath, der Präsident, eine Legende in Köln, die Schnauze voll hatte von den ganzen Intrigen und der ganzen Kritik, die den Klub nie zur Ruhe kommen lässt, dass er zurückgetreten ist. Das war der Knackpunkt. Damit war die Galionsfigur weg. Dann ist Volker Finke als Sportdirektor zurückgetreten, zum Schluss wurde noch der Trainer entlassen, dann die Podolski-Diskussion. Es waren zu viele Unruhepunkte in dieser Saison. Jetzt können sie sich in der 2.Liga erholen.

Was mir bei den Kölner so aufgefallen ist: Dass man sich gar nicht gewehrt hat, auch nicht in den letzten Spielen. Man hat immer vier Gegentore bekommen. Mich hat überrascht, dass da kein Aufbäumen da war, dass man sich nicht wehrt. Man hat die Niederlagen einfach willenlos hingenommen - das ist kein gutes Zeichen. So wie heute: Die Kölner sind immer nur neben den Bayern hergelaufen und haben zugeschaut, wie sich die Bayern die Bälle zugespielt haben.“

Franz Beckenbauer…

… über den Dortmunder Robert Lewandowski: „Die Leistung war sensationell. Wenn man bedenkt, dass er Lucas Barrios aus der Mannschaft verdrängt hat. Und er, Lucas, ist ein absoluter Weltklassespieler. Allen Respekt vor Robert. So, wie er spielt, passt er zur Borussia. Er ist ein spielender Mittelstürmer. Er ist kein Brecher wie Gomez, sondern mit ihm kannst du spielen und darüber hinaus macht er auch noch Tore. Das macht ihn besonders wertvoll.“

… auf die Aussage der Dortmunder, die nächste Woche das Pokal-Finale gegen Bayern gewinnen wollen: „Ich wäre damit einverstanden, wenn ihr den Pokal holt, aber dann müssen die Bayern die Champions League gewinnen – und ihr müsst die Daumen drücken.“

… über die Leistung der Bayern: „Die Bayern können auch zufrieden sein über die Saison – sie sind Vizemeister geworden. 16 andere Vereine wären froh, wenn sie Zweiter geworden wären. Und man hat noch die Möglichkeit, zwei Wettbewerbe zu gewinnen.“

dpa/sid/sky

Auch interessant

Kommentare