FCB-Verwaltungsrat im „Doppelpass“

Stoiber: „Viele sehen jetzt erst den enormen Wert von Guardiola“

München - Edmund Stoiber, Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern, hat sich am Sonntag in der Fußball-Talkshow „Doppelpass“ unter anderem über die Situation beim Rekordmeister, die Rolle von Uli Hoeneß, die Rotation von Coach Ancelotti, ein Angebot für Müller und die Zukunft von Lahm geäußert.

Edmund Stoiber, Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern München und Vorsitzender des FCB-Verwaltungsrats, hat sich am Sonntag im „Doppelpass“ auf Sport1 ausführlich über die aktuelle Situation beim Rekordmeister geäußert. Die wichtigsten Aussagen:

Edmund Stoiber über...

... ein mögliches Angebot von Manchester United für Thomas Müller: „Thomas Müller hatte ein Angebot – das muss man sich mal vorstellen – da werden hundert Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Da musst du dich als Aufsichtsrat fragen, ob du das verantworten kannst, dieses Angebot auszuschließen. Wir haben dann gesagt, wir schließen das aus, weil Müller zum Münchner Biotop gehört.“

…das Interesse anderer Klubs an Jerome Boateng und Robert Lewandowski: „Boateng wurde von England angebohrt. Lewandowski wird von allen Vereinen angebohrt.“

… die Wahl von Uli Hoeneß zum Bayern-Präsidenten: „Was Uli Hoeneß auszeichnet: Die Fans betrachten ihn anders. Sie haben zu ihm eine persönliche Nähe. Für die Fans ist er kein Business-Mensch. Deswegen ist er unendlich wichtig.“

…die Frage, ob Hoeneß wieder Aufsichtsratsvorsitzender wird: „Ja.“

… die derzeitige Formkurve der Bayern: „ Die Dominanz, die wir unter Pep Guardiola hatten, ist nicht mehr in dem Maße gegeben. Es sieht jeder: Wenn man drei Jahre mit so einem dominanten Trainer mit vielen Vorgaben arbeitet und jetzt kommt ein anderer weltberühmter Trainer, der den Spielern mehr Verantwortung gibt. Es gibt mehr Freiheiten für die Spieler. Das 4-3-3-System wurde jahrelang nicht gespielt. Die Rolle von Thomas Müller hat sich verändert. Viele sehen jetzt erst den enormen Wert von Pep Guardiola. Trotzdem: Carlo Ancelotti wird seinen Weg gehen. Er hat eine andere Spielphilosophie. Er ist nicht der akten- und videoorientierte Trainer wie Pep Guardiola. Aber: Wir rotieren außergewöhnlich viel. Andere Trainer haben eine Kerntruppe.“

…investorengeprägte Klubs wie RB Leipzig und 1860 München: „Leipzig hat 13 Mitglieder, das ist eine ganz andere Struktur. Der Investor bestimmt alleine, Mateschitz entscheidet alleine. Bei 1860 München entscheidet ein fußballfremder Investor alles. Der Unterschied zu den Traditionsvereinen wie dem FC Bayern: Hier spielen die Mitglieder noch eine sehr große Rolle und ich hoffe, dass das so bleibt.“

… eine mögliche Zukunft von Philipp Lahm als Sportdirektor bei den Bayern: „Philipp Lahm ist ein Weltklassespieler. Er interessiert sich für wirtschaftliche Zusammenhänge. Aber: Es geht nicht von heute auf morgen.“

tz/Sport1

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