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Freigang für Hoeneß: Kein Bonus, kein Malus

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Von: Philipp Vetter

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© dpa

München - Uli Hoeneß darf in den offenen Vollzug. Die Justiz behandelt ihn damit wie jeden anderen Straftäter. Ein Kommentar von Philipp Vetter.

Jetzt ist er also wieder raus – zumindest tagsüber. Uli Hoeneß hat wie jeder Straftäter ein Recht auf Resozialisierung, auf die allmähliche Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Hoeneß darf wegen seiner Prominenz weder länger noch kürzer einsitzen als andere Häftlinge – nichts davon kann man der bayerischen Justiz vorwerfen. Hoeneß kann sich weder über einen Bonus freuen noch über einen Malus beschweren. Mag sein, dass er in manch anderem Bundesland direkt in den offenen Vollzug gekommen wäre, manch anderer Richter hätte aber wohl auch bei einer Hinterziehungssumme von mindestens 28,5 Millionen Euro noch das eine oder andere Jahr Haft draufgepackt. So ist das eben. Hoeneß war klug genug, das Urteil und damit auch die Haftstrafe ohne Bewährung zu akzeptieren.

Hoeneß’ Weg zurück in die Gesellschaft dürfte deutlich leichter werden als der vieler Mitinsassen. Er hat ein intaktes soziales Umfeld, der FC Bayern bietet ihm einen Job, den wohl kein anderer Krimineller bekommen hätte. Ein Rückfall scheint daher unwahrscheinlich, eine Flucht ebenfalls. Damit sind die Grundvoraussetzungen erfüllt, um überhaupt für den offenen Vollzug in Frage zu kommen. Üblicherweise wird auch noch Reue und Einsicht erwartet, dass das eigene Handeln falsch, die Strafe gerecht war. Ob auch die vorliegen, weiß nur Hoeneß selbst. Man wird ihn an seinen künftigen Worten und Taten messen.

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