Weiter auf Konfrontationskurs gegen Hoeneß und Rummenigge: Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal.
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Weiter auf Konfrontationskurs gegen Hoeneß und Rummenigge: Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal.

Abrechnung mit Vereins-Bossen

Van Gaal über den FC Bayern: „Hoeneß ist nicht der Leader“

In einem Interview gibt sich Ex-Bayern Coach Louis van Gaal als großer Fan von Jupp Heynckes. Zu dessen Zukunft hat der Niederländer eine klare Meinung - und kritisiert die Bayern-Bosse hart.

München - „Wenn Jupp im Sommer aufhört, dann wäre das sehr vernünftig. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er weitermacht. In seinem Alter, er wird ja 73, ist es immer besser, auf dem Höhepunkt der Karriere aufzuhören. Das hat er ja bereits einmal getan. Jetzt ist Jupp zurück und das ist schön. Aber wenn er nach dieser Saison aufhört, dann ist er ein Gott in Bayern“, sagte van Gaal zur „Bild“. 

Dass er zur Vereinsführung keinen guten Draht mehr hat, ließ der Niederländer in dem Interview klar erkennen. Auf die Frage, ob denn das Macher-Duo bei den Bayern Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge potentielle Trainer abschrecke, antwortete van Gaal: „Einen jüngeren Trainer nicht, denn junge Trainer können damit besser umgehen als erfahrene Trainer. Ein Julian Nagelsmann etwa hat noch keine Titel als Trainer gewonnen. Er ist in einer anderen Lebensphase als Ancelotti, der fast alles gewonnen hat in seiner Karriere. Daher hat Carlo nicht alles gemacht, was Uli und Kalle wollten. Erfolgreiche Trainer wollen nicht, dass die Bosse sich in die Arbeit einmischen.”

Van Gaal: Hoeneß ist nicht der Bayern-Leader

Bayern und van Gaal. Dieses Tuch ist offenbar durchschnitten - zumindest mit Hoeneß und Rummenigge am Ruder. Gegen die Bayern-Bosse teilte van Gaal weiter aus. Jupp Heynckes sei der Anführer der Mannschaft, nicht der Präsident: „Obwohl Uli Hoeneß immer denkt, dass er der Leader des FC Bayern ist. Aber das ist nicht so, denn der Leader ist immer der Trainer. Jupp macht mit seiner Persönlichkeit, seiner Philosophie und seinem Verhalten zu den Spielern den Unterschied aus. Jetzt können Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß im Nachhinein natürlich auch sagen, dass es eine gute Entscheidung war, sich von Carlo Ancelotti zu trennen.”

Hart ins Gericht ging van Gaal mit der Nachwuchsarbeit der Bayern: Die Jugendabteilung sei dem Verein „nicht so wichtig“, so sein Kommentar. Für die Roten sei es nun mal „einfacher, die besten Spieler anderer Mannschaften zu kaufen“. „Sie machen die anderen Klubs damit schwächer“, kritisierte der 66-Jährige. Deshalb sei es schwer wieder Leistungsträger aus den eigenen Reihen zu bekommen. 

Aus diesem Grund, glaubt van Gaal, hält der FC Bayern auch an Stürmer-Star Robert Lewandowski fest. „Ich denke, dass Bayern ihn nicht verkaufen wird. Ein Stürmer wie Lewandowski ist nicht zu ersetzen. Er macht nicht nur viele Tore, er ist auch ein Anspielpunkt und sieht den dritten Mann. Er ist aktuell der beste Stürmer der Welt. Ich hätte Lewandowski auch gerne mal trainiert und wollte ihn auch damals zu Manchester United holen. Der Preis war für Manchester United kein Problem, aber Bayern wollte ihn nicht gehen lassen.”

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mb

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