Schüsse in Kopenhagen gefallen - zwei Menschen tot

Schüsse in Kopenhagen gefallen - zwei Menschen tot
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Fast wieder auf Augenhöhe: Es ging hitzig zu im Topspiel, in dem der BVB auf drei Punkte heranrückte.

„Sehr ärgerlich“

Bayerns neue Rolle: Unglücklicher Leipzig-Jäger

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Beim FC Bayern ist man bemüht, die Pleite beim BVB schönzureden. Der Verlust der Tabellenführung aber tut weh - vor allem, weil man weiß, dass man viele Punkte unnötig hat liegen lassen.

Ja, auch wenn es nicht viele Sätze waren, die da am Samstagabend von Seiten des FC Bayern geäußert wurden: Es wurde gesprochen. Und trotzdem standen für die Stimmung, die da im Bus auf dem Weg von Dortmund zum Flughafen in Paderborn und dem nächtlichen Rückflug in die Heimat herrschte, eher zwei Akteure sinnbildlich, die nichts sagen wollten. Die beiden verließen das Dortmunder Stadion binnen einer Minute. Zunächst Thomas Müller, der im Vorbeigehen maulte: „Ich habe genug gesprochen in den letzten Tagen.“ Und dann Karl-Heinz Rummenigge, der nichts anderes zu sagen hatte als: „Unglücklich gelaufen.“

Natürlich muss man ein bisschen Verständnis haben für die Enttäuschung, die die Bayern nach dem 0:1 in Dortmund und dem erstmaligen Verlust der Tabellenführung seit 14 Monaten in sich trugen. Trotzdem versprühte gerade der Auftritt der Klubobersten einen Hauch von Unsouveränität, von Schlechtem-Verlierer-Gehabe.

Denn wenn man sich vor einem Topspiel demonstrativ mit seinem Pendant auf gegnerischer Seite, Hans-Joachim Watzke, hinsetzt, seine Vorfreude auf ein echtes Gipfeltreffen formuliert, dann sollte man auch im Nachgang dazu bereit sein, das Ergebnis einzuordnen und – so schwer es fällt – die eigene Gemütslage in Worte zu fassen. So bleibt eine Analyse stehen, die der Situation, in der sich der Rekordmeister aus München in diesem Spätherbst befindet, nicht gerecht wird. „Unglücklich gelaufen“ war vielleicht diese erste Liga-Niederlage in einer Partie, die die Bayern über weite Strecken dominierten. Die Gesamtbetrachtung der letzten Wochen aber legt den Schluss nahe, dass es im Moment generell etwas knirscht. Und zwar an einigen Stellen.

Mit dem Wort Krise muss man immer vorsichtig umgehen. Mats Hummels hat auch Recht, wenn er sagt: „Das ist jetzt kein Weltuntergang, keine Katastrophe.“ Und trotzdem war die kollektive Misslaune über das Gesamt-Konstrukt nicht zu verbergen. Die Bayern hatten am Samstag binnen 90 Minuten die Möglichkeit, das ungute Gefühl, mit dem man nach dem Remis gegen Hoffenheim in die Länderspielpause gegangen war, zu revidieren, Dortmund auf sechs Punkten Abstand zu halten und die Machtverhältnisse an der Tabellenspitze gegen RB Leipzig gerade zu rücken. Es passierte aber genau das Gegenteil. „Wenn man jetzt auf die Tabelle schaut, ist das sehr ärgerlich“, sagte Manuel Neuer, und fügte hinzu: „Unglücklich gelaufen? Das hilft uns nicht! Wir haben uns das selbst zuzuschreiben.“

Pressestimmen: „Auba pumpt die Bayern weg“

Die Ursachenforschung wurde schon kurz nach Abpfiff in zwei Richtungen angeschoben. In diesem Topspiel, sagte Robert Lewandowski, hätten er und seine Kollegen „es nicht verdient, ohne Punkte nach Hause zu fahren“. Tatsächlich hätte sich „niemand beschwert, wenn es hier 1:0 für uns ausgeht“, meinte auch Hummels. Die Bayern waren nach anfänglichen Unkonzentriertheiten 70 Minuten überlegen, das stimmt. Sie scheiterten aber letztendlich immer wieder an sich selbst. „Die Genauigkeit im letzten Pass hat uns gefehlt“, resümierte Philipp Lahm und sprach damit ein Manko an, das sich durch die ersten Monate von Carlo Ancelotti als Bayern-Trainer zieht.

Ein Mentalitätsproblem dementierten zwar alle Befragten, Neuer aber gab immerhin zu, dass ihm im Moment vor allem in Standardsituationen Spieler fehlen, die den unbedingten Willen haben, ein Tor zu erzielen („wie einst Medhi Benatia oder Daniel van Buyten“). Wenn dazu nach wie vor die Umstellung auf Ancelottis System nicht abgeschlossen ist, die Verletztenliste nicht kürzer wird und sich einige Spieler – wie der erneut schwache und weiter torlose Thomas Müller – auch noch in Formkrisen befinden, kann man schon mal nur noch Zweiter sein.

Entscheidend dafür war nicht dieses eine Spiel, sondern die letzten Wochen. Neuer: „Wir haben zu viele Siege verschenkt.“

FC Bayern verliert gegen den BVB: Zwei Fünfer, eine Zwei

Nur zwei der letzten sechs Liga-Spiele haben die Bayern gewonnen, deshalb sind sie nun in der ungewohnten Rolle des Verfolgers. Leipzig-Jäger, das klingt nicht gut. „Aber das haben sich doch immer alle gewünscht“, sagte Lahm süffisant, angefressen. Der Kapitän gab an, „jeden Gegner“ ernst zu nehmen, also auch den Spitzenreiter. Neuer hingegen traut dem Momentum nicht: „Wir und Dortmund werden um den Titel spielen.“

Der Nationalkeeper sieht die Sachlage ähnlich wie Watzke. Der BVB-Boss, bekennender Leipzig-Kritiker, kündigte allerdings in Richtung Osten „zwei Tage Feuerpause“ an. Und Rummenigge? Der fand das alles einfach „unglücklich“.

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