Zurück im Zentrum des Interesses: Arjen Robben will nach der jüngsten Verletzungspause wieder Akzente setzen. foto: dpa
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Zurück im Zentrum des Interesses: Arjen Robben will nach der jüngsten Verletzungspause wieder Akzente setzen.

Neue Situation für den Niederländer

Robben: Notfalls streicht er Länderspiele

Doha - Arjen Robben befindet sich in einer für ihn neuen Situation: Der Niederländer muss sich nach langer Verletzung erst wieder empfehlen - notfalls verzichtet er dafür auf Länderspiele.

Es geht locker, es sieht flüssig aus, der Bewegungsablauf ist unerhört elegant. Arjen Robben schnappt sich in einer kurzen Trainingsunterbrechung den Ball, wirft ihn hoch und befördert ihn per Drehschuss ins Tor am anderen Ende des Platzes. Das kann nicht jeder.

Arjen Robben ist ein Ausnahmespieler, aber er hat lange warten müssen, ehe seine Bewegungen wieder so elegant abliefen, wie es sich für einen Ausnahmespieler eben gehört. Er ist endlich wieder schmerzfrei und bereit anzugreifen. Es wird höchste Zeit. Denn die Konkurrenz schlief nicht. Thomas Müller nutzte die Abwesenheit des Niederländers, um auf der rechten Seite fleißig zu punkten. „In meinen Augen war Thomas in der Hinrunde Weltklasse“, sagte Jupp Heynckes gestern. Robben, 28, muss sich zum ersten Mal in seiner Karriere empfehlen, um wieder berücksichtigt zu werden. In einem Bayern-Kader, in dem die Reviere und Aufgaben recht klar abgesteckt sind, sind das die wohl kniffligsten Fragen: Müller oder Robben - wer macht das Rennen? Gibt es Knatsch?

Heynckes sagt, es werde „gar kein Problem geben“. Er verweist auf „wahnsinnig viele Spiele, ich werde von allen Spielern Gebrauch machen“. Der Coach sei froh, „dass Arjen wieder dabei ist“. Der Flügelflitzer mache einen guten Eindruck – „aber es ist auch klar, dass er nach so einer langen Auszeit noch viel aufzuholen hat“. Das sei Robben bewusst, lobte Heynckes: „Er hat über die Weihnachtsfeiertage seine Hausaufgaben gemacht.“

Robben ist direkt aus Dubai zum Tross gestoßen, doch dass er den Winterurlaub unter arabischer Sonne verbracht hat, heißt nicht, dass er auf der faulen Haut gelegen wäre. Immer wieder zwingt ihn sein Rücken zu Pausen, er hatte ein spezielles Programm der Bayern-Physiotherapeuten dabei, und das setzte er um. „Jetzt geht es mir sehr gut“, versichert er, „es passt perfekt.“

Es wird nun interessant zu sehen, wie er sich in dem aktuellen Spannungsfeld bewegt: Zum einen darf er es sich nicht erlauben, weiter an Boden zu verlieren – zum anderen droht er, bei zu akuter Belastung wieder einen Rückschlag zu erleiden. Am ersten Tag des Trainingslagers in Doha setzte sich Heynckes mit seinem Trainerstab zusammen, um unter anderem diese Problematik zu erörtern. Der Appell des Coaches an seine Spezialisten: Sie sollen darauf achten, dass sich kein Spieler übernimmt.

Tag 2 in Doha: Neue Bilder vom Abendtraining mit den "Posern"

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Das ist nicht zuletzt auf Robben gemünzt, der unter Zugzwang steht, auch wenn er gegenüber der „tz“ erklärte, er habe keine Angst vor seinem Konkurrenten: „Es ist doch so, dass jeder weiß, was ich kann – wenn ich fit bin. Also mache ich mir da keine Gedanken. Ich habe keine Angst, dass ich nicht spielen könnte. Wenn ich wieder kann, werde ich spielen.“

Da spricht der Kampfgeist aus ihm – aber womöglich reicht das nicht. Und so erwägt Robben, die Bayern mit einem kleinen Bonbon zu erfreuen: Da er so oft verletzt von Länderspielen zurückkehrte, überlegt er, „da was zu ändern: Wenn es nicht so wichtige Spiele gibt oder es in einer Phase mal zu viel wird, sollte ich aussetzen bei der Nationalelf.“ Weniger kann mehr sein – sogar oder gerade bei Ausnahmespielern.  

Andreas Werner

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