Müller Götze FC Bayern
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Gemeinsam stark? Thomas Müller und Mario Götze werden sich wohl um einen Platz streiten

"Einzelschicksal schlucken"

Vielleicht Stammspieler: Müller droht Kampf mit Götze

  • vonHanna Raif
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München - Thomas Müller appelliert wie schon 2014 an Bayern-Kollegen: „Einzelschicksal schlucken“ – ihm selbst droht Kampf mit Götze.

Es gab sie, diese Zeit, in der Thomas Müller nicht gerne auf seine Situation angesprochen wurde. Im vergangenen Jahr, als der Nationalspieler in beiden Achtelfinal-Partien des FC Bayern in der Champions League nicht in der Startformation stand, wollte der sonst so redelustige Müller am liebsten wortlos aus der Arena entkommen. Nur ein Satz ist von ihm aus dieser Zeit noch im Gedächtnis geblieben: „Ich sage jetzt lieber nichts.“

Müller war damals gut beraten, sich diesen Maulkorb selbst aufzuerlegen. Immerhin war es er selbst gewesen, der noch vor dem Rückrundenstart öffentlich an seine Mitspieler appelliert hatte, Einzelschicksale dem kollektiven Erfolg unterzuordnen. Auch rund 365 Tage später hat er es wieder versucht. „Der Erfolg der Mannschaft muss im Vordergrund stehen. Selbst wenn es als Einzelspieler manchmal schwer zu schlucken ist. Das muss man dann kanalisieren“, sagte der 25-Jährige gestern mit Blick auf die verschärfte Konkurrenzsituation vor dem Start in das Fußball-Jahr 2015.

Es wäre leicht, davon auszugehen, dass die Formation, die Pep Guardiola beim 5:1 im letzten Test gegen den VfL Bochum auf den Rasen geschickt hatte, die vermeintliche Stammelf sei. Müller, der am vergangenen Freitag den Vorzug vor Mario Götze bekommen hatte und zwischen Franck Ribery und Arjen Robben spielte, wäre dann gesetzt. „Ein deutlicher Fingerzeig ist das vielleicht schon gewesen“, sagte er aber gestern lachend. Er weiß genau wie jeder andere: Guardiola hat keine Wunschelf wie etwa Jupp Heynckes sie noch hatte. Er stellt von Spiel zu Spiel das System um – und passt das Personal dem jeweiligen Gegner an.

Das Konfliktpotenzial ist nach der Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, David Alaba und Holger Badstuber schon gestiegen, kommen nun nach und nach auch noch Philipp Lahm (Februar/März), Javi Martinez (April) und Thiago (ungewiss) zum Team, muss Guardiola harte Entscheidungen treffen. „Der ein oder andere Spieler, der in jeder Mannschaft der Welt einen Stammplatz hätte, wird bei uns mal draußen sitzen“, sagte auch Müller. Ausschließen, dass „,mal einer auch einen nicht so schönen Tag erlebt“, könne man nicht: „Keiner sitzt gerne auf der Bank.“

Müller wird sich vor allem dem Konkurrenzkampf mit Götze stellen müssen, der wie er auch in der Hinrunde sieben Tore erzielt hat. Für beide zusammen wird auf dem Platz – sollte Guardiola wirklich wie bereits angedeutet auf das Duo Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger setzen – wohl kein Platz sein. Robben und Ribery dürften in Topverfassung stets in der Startelf stehen, Robert Lewandowski machte 15 der 17 Hinrundenspiele und wird weiter eine große Rolle spielen. Auch Alaba könnte nach vorne gezogen werden, weil Dauerbrenner Juan Bernat seinen Platz eingenommen hat. „Jeder hat sich ein- und unterzuordnen“, mahnte Sportvorstand Matthias Sammer bereits vorausschauend.

Müller bezeichnet das Überangebot an Weltstars als „Luxus des Vereins“ und sieht es immerhin als Vorteil an, „dass unser Konzept sich auch während eines Spieles immer ändert“. Es ist in der Tat in der Hinrunde nicht selten vorgekommen, dass Guardiola seine Taktik korrigierte und neues Personal brachte. Als Feldspieler könne man dann auch „Einiges bewegen, wenn man eingewechselt wird“.

Und gemurrt wird sicher nicht? Müller überlegte kurz: „Keine Garantie.“

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