Gilt als fußballerisch stärkster Bremer Torwart: Michael Zetterer
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Gilt als fußballerisch stärkster Bremer Torwart: Michael Zetterer

Hachinger im Aufwind

Bremens stille Reserve

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Der ehemalige Unterhachinger Michael Zetterer lauert bei Werder Bremen auf seine Chance. Nicht nur wegen der Rotsperre von Jaroslav Drobny kann es für den Torhüter der deutschen U 21 jetzt bald ganz schnell gehen. Gegen den FC Bayern sitzt er schon mal als Nummer 2 auf der Bank.

München – Drei Spiele Sperre. Kein Profi setzt gerne länger aus, doch für Werder Bremens Torhüter Jaroslav Drobny kommt die Strafe zur Unzeit. Nachdem er Dortmunds Marco Reus aber am letzten Samstag recht rüde zu Fall gebracht hat, sitzt er nun erst mal auf der Tribüne. Ausgerechnet jetzt, wo die Planstelle zwischen den Pfosten bei den Hanseaten im Winter recht heiß diskutiert wurde.

Drobny (37) kann sich seines Status als Nummer 1 zwar relativ sicher sein, doch ganz genau weiß man beim SV Werder gerade nichts. Trainer Alexander Nouri hatte zum Start in die Vorbereitung jedenfalls nochmals seine Aussage aus den Weihnachtsfeiertagen bekräftigt, die Hierarchie seiner Torleute zu überdenken. Nutznießer ist in erster Linie Michael Zetterer, die Nummer 3 bisher. Der frühere Unterhachinger bekam in der Winterpause die Chance, sich für Höheres zu empfehlen – und sitzt nun morgen gegen den FC Bayern auf jeden Fall als Nummer zwei hinter Felix Wiedwald auf der Bank. Es kann in nächster Zeit alles ganz schnell gegen für ihn.

Weder Drobny noch Wiedwald (26) genießen das absolute Vertrauen. Beider Verträge laufen im Sommer aus und verlängern sich bloß, sollten sie jeweils über 20 Pflichtspiele absolvieren. Wiedwald steht gerade bei elf Einsätzen. Für den Sommer wird erwartet, dass die Bremer entweder eine neue gestandene Nummer 1 holen – oder auf den 21-jährigen Zetterer setzen.

Generell halten sie an der Weser viel von dem jungen Mann, der seine Karriere bei der DJK Darching begann und von 2006 bis 2013 bei der SpVgg Unterhaching heranreifte. In der Winterpause vor zwei Jahren veränderte er sich an die Weser, wo es heißt, er sei fußballerisch der Stärkste im aktuellen Torhüter-Trio und auch menschlich top. Format für die Bundesliga habe er, heißt es, die einzige Frage sei, ob er vor einer Kulisse von mehreren Zehntausend die Nerven behält. Im Wintertrainingslager konnte er seine Chance nicht so recht nutzen. Ein Testspiel durfte er über 90 Minuten bestreiten. Und war nervös. Er ist (noch) Bremens stille Reserve.

Dabei hat er in seiner Zeit bei Werder auch schon Nehmerqualitäten bewiesen. Bereits zwei Mal brach er sich das Kahnbein, im Sommer vor eineinhalb Jahren und im letzten Winter – doch er kam jedes Mal wieder in Schwung. Im Herbst hütete er erstmals das Tor der deutschen U 21, ein Kahnbeinbruch hatte ihn einst die Teilnahme an der U- 20-WM gekostet.

Zetterer ist nun nah dran. Wiedwald wurde bei Werder schon zwei Mal das Vertrauen entzogen. Er war als Nummer 1 gestartet und nach zwei Spieltagen geopfert, weil dem damaligen Chefcoach Viktor Skripnik das Wasser bis zum Hals stand. Aber auch als Drobny fünf Spiele verletzt ausfiel, musste er bei dessen Rückkehr wieder aus dem Kasten. „Wenn ich zur Nummer drei degradiert worden wäre, wäre das Kapitel Bremen für mich abgeschlossen gewesen“, sagte er der „Kreiszeitung Syke nun. Klingt, als liefe seine Zeit sowieso ab.

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