Wade? Rücken? Knorpel!

Lukas Podolski: - München - Lukas Podolski hatte keine gute erste Saison in München. Gestern endete sie für ihn vorzeitig - auf einem Operationstisch in Augsburg.

Ottmar Hitzfeld findet, dass Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt "den genialen Blick" hat. Dem FC Bayern trägt dies momentan aber eine Hiobsbotschaft ein: Lukas Podolski musste gestern in der Augsburger "Hessingpark Clinic" operiert werden, er wird drei Monate ausfallen, die erste Saison für den Kölner beim FC Bayern, ohnehin keine gute, ist beendet.

Zum genialen Blick: Podolski ließ sich behandeln wegen Rückenschmerzen, die immer wieder auftreten, und wegen Wadenproblemen, die ihn seit einem Schlag im Stuttgart-Spiel plagen - und nach der Untersuchung bei Müller-Wohlfahrt wusste er: Die Ursache für alles ist eine schwere Knieverletzung, eine Absplitterung des Knorpels. "Doktor Müller-Wohlfahrt hat das auf den Aufnahmen der Computer-Tomographie entdeckt", so Hitzfeld. "Lukas hat diese Verletzung also schon länger, er hätte mit ihr auch noch weiterspielen können, aber wir wollten nicht riskieren, dass es aufs Gelenk geht."

Ähnlich waren die Überlegungen bei Valerien Ismael: Nichts riskieren. Darum wird der Franzose jetzt auch operiert, "nachoperiert", wie Hitzfeld es formuliert, "man hätte die Platte, die er im Bein hat, eh rausnehmen müssen". Ismael war in den vergangenen zwölf Monaten schon zweimal auf dem OP-Tisch - zur Entfernung eines gutartigen Schienbeintumors und nach seinem im Training erlittenen Beinbruch. Über die Regionalliga-Mannschaft hatte der Innenverteidiger gerade den Anschluss geschafft, er war dabei, Alternative zu werden zum schwächelnden Koloss Daniel van Buyten. "Wir hätten die Operation gerne bis zum Saisonende verschoben", sagt Hitzfeld, "doch es hat sich bei ihm verschlimmert. Und so haben wir wenigstens die Chance, dass er in der Vorbereitung auf die neue Saison dabei ist."

Beim FC Bayern wurde gestern eher wie auf einem medizinischen Kongress oder im Knochenkolloquium der Erstsemester gesprochen als wie bei einem Fußballverein. In die Reihe der fürs Heimspiel gegen den Hamburger SV am Samstag fraglichen Spieler eingereiht haben sich noch: Oliver Kahn (Nackensteife - trainierte nicht mit), Mark van Bommel (Trainingsverbot wegen Sehnenschmerz), Owen Hargreaves (mit Knieverletzung nur im Kraftraum zugange). Wenigstens hat Stürmer Claudio Pizarro Entwarnung geben können, die Leistenbeschwerden sind abgeklungen. Und eine Gesundheitsnachricht für die nähere Zukunft: Bastian Schweinsteigers Knie ist soweit abgeschwollen, dass er wieder ans Muskulatur-Aufbautraining gehen kann. Müller-Wohlfahrt rechnet mit ihm "noch in dieser Saison".

Ottmar Hitzfelds Kader zerbröselt, es sind keine guten Voraussetzungen, um die kleine Chance auf den dritten Platz in der Bundesliga noch zu wahren. Und dass man die Spieler jetzt zum Operieren schickt, zeigt doch auch, dass man auf die laufende Saison nichts mehr gibt.

Doch der Trainer versichert, er sehe schon noch ein wenig Licht: "Der kommende Spieltag kann wichtig werden. Stuttgart spielt auswärts in Mönchengladbach, wir sollten zumindest gewappnet sein, falls der VfB verliert."

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