„Alles richtig gemacht“: Sechs Minuten Einsatzzeit, ein Treffer – das ist die Effektivität, die Bundestrainer Löw fordert.
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„Alles richtig gemacht“: Sechs Minuten Einsatzzeit, ein Treffer – das ist die Effektivität, die Bundestrainer Löw fordert.

Wagners Premieren-Tor für die Bayern

Mit dem besten Stück

  • vonHanna Raif
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Erstes Tor ausgerechnet gegen den Ex-Klub: Die Mitspieler fanden die Geschichte von Sandro Wagner gut. Der Stürmer selbst wollte seiner Premiere nicht allzu viel Bedeutung zumessen. Er wolle sich „an anderer Stelle“ feiern, sagte er - heißt: Wenn ihm ein wichtigerer Treffer gelungen ist.

München – Sandro Wagner wollte zwar nicht noch mal explizit auf jene Stelle seines Körpers deuten, mit der er am Samstag das 5:2 erzielt hatte. Aber es gab im Anschluss an den Sieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber 1899 Hoffenheim trotzdem diesen einen Moment, in dem ihm jeder, nun ja, auf seinen Schritt schaute. Alle mussten lachen, freilich, und der Torschütze zum Endstand sprach dann doch von einer „Mischung in dem Bereich, auf den ich jetzt näher nicht eingehen möchte“. Er schmunzelte. Naja, „vielleicht war das beste Stück auch nicht dabei“, aber da sei er sich nicht mehr sicher. Alles sei sehr schnell gegangen, nur er erinnere sich: „Es war sehr angenehm.“ In vielerlei Hinsicht.

Woche für Woche ist es erfrischend, wenn dieser Sandro Wagner aus der Kabine spaziert kommt. Das war schon nach den ersten Kurzeinsätzen des 30-Jährigen in Leverkusen und gegen Bremen so. Und das war es auch dieses Mal, als er in den Katakomben der Allianz Arena unfreiwillig den letzten Mann gab. Natürlich ist ein Stürmer, der seinen ersten Treffer an neuer Wirkungsstätte erzielt, auf allen Kanälen der gefragteste Gesprächspartner. Noch gefragter ist er aber, wenn ihm das binnen sechs Minuten Einsatzzeit und ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein gelingt. „Ein gelungener Schlussakt“, fand Thomas Müller, vor allem in „so einem besonderen Spiel für ihn“, ergänzte Niklas Süle. Alle liebten diese Geschichte – nur Wagner, der fand sie so mittelspannend.

Anders als andere Ex-Arbeitnehmer hatte er gejubelt nach seinem Hüft-Treffer. Das mache er „gegen jedes Team, gegen das ich spiele. Ganz egal, ob ich ein Jahr da war oder meine Mama oder mein Papa sie trainiert“, stellte er klar. Natürlich sei es „toll“ gewesen, „endlich zuhause bei meinem Verein das erste Tor zu machen“, aber er werde deswegen nicht durchdrehen. Ja, er könne sich jetzt „vor euch hinstellen und mich feiern“. Das allerdings spare er sich auf. Am Samstag lautete das Fazit: „Tor gemacht, aber wir hätten so oder so gewonnen.“ Und seine Zeit im roten Trikot hat ja auch gerade erst begonnen.

Auf knapp 30 Minuten Einsatzzeit kommt Wagner nach drei Spieltagen der Rückrunde. Allerdings hat Jupp Heynckes ihm – so beteuerten beide Seiten – versichert, dass er von Beginn an ran dürfe, wenn in zehn Tagen die Englischen Wochen beginnen. Dann, „wenn ich sehe, dass er bereit ist“, soll das der Fall sein. Sven Ulreich ist sich sicher, „dass Sandro nach dem Tor noch ein Stück mehr bei uns angekommen ist“.

Wagner selbst bezeichnete sich als „Realist“, der die „Stellenausschreibung beim FC Bayern“ auch „gut gelesen“ habe. Er weiß um seine spezielle Situation und die Vorgabe des Bundestrainers: Chancen nutzen, Tore schießen. Am Samstag hat er da „alles richtig gemacht“, und ohnehin ist es für einen Stürmer ja „immer gut, wenn er trifft und sein Konkurrent nicht“. Auch in Stuttgart und bei Mario Gomez wird angekommen sein, dass dieser Sandro Wagner es mit allen Körperteilen drauf hat.

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