Der Ex-Dortmunder Hummels hielt sich mit Jubel nach seinem Tor zurück.
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Der Ex-Dortmunder Hummels hielt sich mit Jubel nach seinem Tor zurück.

Bayern verliert gegen Dortmund

Wendepunkt im Pokal: Als Hummels ging, ging es bergab

München - Erst erzielte Mats Hummels den zwischenzeitlichen Führungstreffer für die Bayern, nach einer guten Stunde musste er aber vom Feld. Und damit nahm die Niederlage des FC Bayern ihren Lauf.

Genau eine Stunde war gespielt, da war der BVB seiner größten Sorge enthoben: Dass Marco Reus & Co. nochmals Mats Hummels dabei zuschauen müssen, wie er nach einem Tor nicht jubelt. Nach 60 Minuten ging der Ex-Dortmunder raus – er hatte einigen Schaden bei seinem Ex-Verein angerichtet mit seiner überragenden Partie samt Führungstreffer zum 2:1. „Der Mats spielt ja schon die ganze Saison überragend, verliert fast keine Zweikämpfe, spielt gute Pässe nach vorne – aber so ein Tor hat schon eher Seltenheitswert bei ihm“, lobte ihn Bundestrainer Joachim Löw.

Das Jubeln verkniff er sich wie gesagt, aber sein Wert für die Mannschaft zeigte sich danach ja auch so: Kaum war er raus, kam Dortmund wieder zu größeren Chancen, auch beim 2:2 durch Aubameyang und vor allem dem 2:3 durch Dembélé war keine Ordnung in der Mannschaft. Kein Hummels, keine Ordnung, das Spiel war gedreht…

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FC Bayern München Borussia Dortmund
FC Bayern München Borussia Dortmund DFB-Pokal
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Und das ist jetzt einfach sehr, sehr bitter“, ordnete David Alaba das Geschehen passend ein. Bitter vor allem, weil er das Zustandekommen anführte: „Wir machen das 3:1 nicht, hatten aber genug Chancen, um den Sack zuzumachen. Wir lassen die Chancen liegen – und dann kriegen wir es hinten. So haben wir unsere Ziele nicht erreicht.“

Das lag gestern vor allem daran, dass Javi Martinez und vor allem Philipp Lahm ohne Hummels ein wenig die Orientierung fehlte, sie hatten in der letzten halben Stunde immer wieder das Nachsehen. Andererseits drehte auch der BVB wieder auf. Taktik-Liebhaber Löw jedenfalls war angetan: „Es ist das beste Duell, das wir in Deutschland zu sehen bekommen. Ein tolles Spiel – auch mit hoher taktischer Qualität.“

Martínez macht seinen Fehler wieder gut

Aber selbst in solchen Partien passieren Dinge, die man so von Deutschlands besten Kickern eigentlich nicht erwarten sollte, fand ARD-Experte Mehmet Scholl. „Die Bayern haben die ersten 20 Minuten schläfrig, etwas überrascht gewirkt. Da sind sie auch nicht ins Sprinten und in die Zweikämpfe gekommen“, beschrieb er die Phase um das erste Gegentor.

Und dann, zweite Überraschung, „ist quasi aus dem Nichts das 1:1 durch Javi Martinez gefallen. Danach lösten die Bayern das Pressing der Dortmunder auf, indem sie lange Bälle hinter die Abwehr geschlagen und auch mit Flanken gespielt haben.“ Die Folge war das nichtumjubelte 2:1, das Scholl toll fand: „Mats macht genau das Richtige, er nimmt die Innenseite, ein tolles Tor.“

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Aber das war es eben noch lange nicht, als dritte Überraschung konnte gelten, dass Bayern das Spiel aus der Hand gab, was Lahm auch so sah: „Wir hatten ja die Chancen auf ein 3:1 – und dann mache ich den Fehler zum 2:3.“ Die Folge? Da zitierte Mehmet Scholl seinen Kumpel Giovane Elber: „Das Baum brennt jetzt…“ Schön, wenn man die Katerstimmung noch mit Humor nehmen kann, wie Scholl oder Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis. Nicht alle Bayern werden so entspannt sein in den nächsten Tagen...

Hier können Sie den Spielverlauf im Ticker nachlesen. 

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tz

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