Weniger Busfahrten, weniger Konflikte

München - Der FC Bayern startet am Montag ins Wintertrainingslager nach Katar. Sorgenkind Breno und Nachwuchstalent Emre Can sind mit dabei.

Das war sie dann auch schon, die Fußball-Winterpause 2011/12. Für heute haben etliche Klubs der Bundesliga ihren Trainingsauftakt angesetzt, der FC Bayern wird seine erste Einheit des neuen Jahres am Abend in Doha im WM-Land 2022, Katar, absolvieren. Um 9 Uhr fliegt man von München aus los.

Wieder Doha, wie schon im Vorjahr. Damals sollte mit einer Woche Üben unter Idealbedingungen (Klima: angenehm über der 20 Grad-Marke – Plätze: von der Qualität her nicht zu toppen) die große Aufholjagd auf Dortmund eingeleitet werden. Es misslang – und das deutete sich schon am Persischen Golf an. Sportdirektor Christian Nerlinger war verstimmt, weil Trainer Louis van Gaal ihn in seinen Entschluss vom Torwartwechsel – Thomas Kraft statt Jörg Butt – nicht einbezog. Mark van Bommel, damals noch Kapitän, schlich, da mit Luiz Gustavo aus Hoffenheim ein neuer Mann für seine Position verpflichtet worden war, missmutig durchs Hotel, kurz darauf erfolgte sein Wechsel nach Mailand. Positiver Aspekt des Aufenthalts war allenfalls, dass Arjen Robben nach einem halben Jahr Verletzungspause aufdrehte.

Winter-Trainingslager - Fotos aus dem Hotel: Hier holen die Bayern Anlauf für das Triple!

Winter-Trainingslager: Fotos aus dem Luxus-Hotel des FC Bayern

Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
Winter-Trainingslager: Fotos aus dem Luxus-Hotel des FC Bayern

Gestört hat den FC Bayern im Januar 2011 die Zeit, die man im Bus zubringen musste. Bei täglich zwei Trainingseinheiten waren die Spieler viermal mindestens eine halbe Stunde unterwegs, insgesamt also über zwei Stunden. Das Hotel am Strand und die „Aspire Academy for Sports Excellence“ lagen auf dem Stadtplan von Doha gar nicht so weit auseinander, doch der Verkehr war heftig. Dieses logistische Problem ist für 2012 gelöst. Die Mannschaft wohnt nun direkt auf dem Trainingsgelände, dem Aspire-Komplex, der weltweit wirklich seinesgleichen sucht, ist um ein ansprechendes Hotel („The Grand Heritage“) erweitert. Die Fahrten entfallen dadurch – der Meerblick jedoch auch. Wo das „Aspire“ liegt, dominiert eine verstädterte Wüstenlandschaft.

Zur Hauptfigur des Trainingslagers könnte Breno werden. Die Meldebestimmungen für den unter Brandstiftungsverdacht stehenden Brasilianer wurden vom zuständigen Gericht gelockert, er darf mit nach Katar reisen. Dort wird er sich erstmals nach seiner Untersuchungshaft auch den Medien stellen müssen. Bisher wurde nur über ihn geredet. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sagt: „Er ist jetzt ein ganz anderer Mensch, er hat erkannt, was der FC Bayern bedeutet.“ Seit der Verein eine Art Intensiv-Betreuung aufgenommen hat, lache Breno auf dem Trainingsplatz auch viel, vermelden Mitspieler und Trainer Jupp Heynckes. Dass Breno sich in den nächsten Wochen einen Platz in der stabilen Bayern-Verteidigung erspielen kann, davon ist allerdings noch nicht auszugehen. Mit nach Doha darf auch der 17-jährige Emre Can aus der zweiten Mannschaft.

Vor einem Jahr war im Januar in Doha reger Fußballbetrieb. Als die Bayern vor Ort waren, begann gerade der Asien-Cup. Für ein Testspiel, von Volkswagen organisiert, musste man 50 km in die Wüste hinausfahren. Diesmal wird der FC Bayern keine Spieler aus fremden Nationen (wie Usbekistan, Syrien, Jordanien) sehen, sondern vertraute Gesichter. Ab Mittwoch wird auch der FC Schalke 04, einer seiner Verfolger, im Aspire-Zentrum sein. Und auf ein ruhiges Trainingslager hoffen.

Günter Klein

Rubriklistenbild: © getty

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