Seit Jahren mit den Bayern erfolgreich: Carina Wenninger (l.), hier bei der Meisterfeier im Mai 2016 mit der Ex-Kollegin Raffaella Manieri.
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Seit Jahren mit den Bayern erfolgreich: Carina Wenninger (l.), hier bei der Meisterfeier im Mai 2016 mit der Ex-Kollegin Raffaella Manieri.

Unrotierbare Wenninger

Bayerns Urgestein

  • Andreas Werner
    VonAndreas Werner
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Carina Wenninger war beim FC Bayern in der Hinrunde als Einzige unrotierbar

München – Seit elf Jahren ist sie beim FC Bayern unter Vertrag, sie ist die dienstälteste im Kader der Münchner, und nie war Carina Wenninger so wertvoll wie 2018. In der Hinrunde verdiente sich die Verteidigerin das Prädikat „unrotierbar“. Als Einzige fehlte sie in den 19 Pflichtspielen keine einzige Minute.

Mit 27 Jahren ist die Österreicherin die, nach der sich in der Defensive alles ausrichtet – ein Urgestein im doppelten Wortsinn, nicht nur wegen ihrer Vereinstreue, sondern auch, weil die Münchnerinnen mit ihr in dieser Saison nur sehr schwer zu überwinden waren. Subtrahiert man die sechs Gegentore, die die Bayern an ihrem kohlrabenschwarzen Tag gegen Wolfsburg kassierten, haben die Gegner nur sieben Mal ins Tor von Manuela Zinsberger getroffen. Damit wäre man die zweitbeste Abwehr hinter dem Tabellenführer aus Niedersachsen (fünf Gegentore).

Mit 16 kam Wenninger gemeinsam mit der inzwischen zu Arsenal gewechselten Viktoria Schnaderbeck zu den Bayern, und es war anfangs nicht leicht, sich als junges Mädchen durchzubeißen. Zumal sie auch noch ihr Abitur meistern wollte, was sie trotz der Umstellung aufs deutsche Schulsystem schaffte. In diesen Tagen steht sie nun sogar kurz vor dem Abschluss ihrer Bachelor-Arbeit im Studiengang „Fitness- und Healthmanagement“. Auch hier war sie eisern wie auf dem Fußballplatz, denn für ein Fernstudium benötigt man Disziplin, um sich bei Auswärtsfahrten zum Büffeln hinzusetzen.

Wenninger lernte früh, mit Druck umzugehen. Das muss man beim FC Bayern, erklärte sie neulich auf der Homepage des Vereins: „Wir gehen als klarer Favorit in drei Viertel unserer Spiele – und alle erwarten immer einen Sieg.“ Mit dem Nationalteam verhält es sich inzwischen ähnlich; Austria wurde bei der EM 2017 sensationell Dritter.

Zum Ausspannen liebt sie Ausflüge in den Olympiapark oder an die Seen in der Umgebung: „München hat so viel zu bieten.“ Unterwegs ist sie mit dem Radl oder ihrer Vespa „Viktoria“, die sie von ihrer langjährigen Weggefährtin Schnaderbeck übernommen hat. Mit der ist sie quasi nicht zu stoppen – wie auf dem Platz. ANDREAS WERNER

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