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Arjen Robbens Attacke auf Thomas Müller sorgt für Wirbel beim FC Bayern.

Robben: "Wir müssen ein Vorbild sein"

München - Trotz des Bayern-Sieges in Bremen ist die Ruhe nach den jüngsten Dissonanzen zwischen Trainer Louis van Gaal und Präsident Uli Hoeneß beim deutschen Rekordmeister trügerisch.

Was war da bloß in ihn gefahren? Eigentlich hatten die Bayern nach dem wichtigen 3:1-Sieg bei Werder Bremen allen Grund zum Feiern. Eigentlich! Denn Superstar Arjen Robben stand der Sinn gar nicht nach feiern. Er legte sich noch auf dem Platz mit Thomas Müller an, langte ihm auf dem Platz an den Hals und ins Gesicht!

Zoff um Robben!

Hier geht Arjen Robben Thomas Müller an die Gurgel

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Der Spielbericht

Robben "trifft" doppelt

Was war passiert? Schon während des Spiels waren Robben und Müller aneinander geraten. Der Grund: Müller ärgerte sich mehrfach über die eigensinnige Spielweise Robbens, der zweimal lieber selbst abschloss, anstatt abzuspielen. Robben empfand dies als respektlos, legte den Zeigefinger an den Mund und bedeutete Müller so, still zu sein. Als Müller nach dem Spiel anstatt abzuklatschen weiterdiskutieren wollte, platzte Robben der Kragen. Er packte den Youngster mit der rechten Hand an der Kehle, drückte kräftig zu und schob ihn dann energisch von sich weg: Robbens Würge-Watschn. Sofort stürmen Timoschtschuk und Gomez hinzu, schlichteten.

Sind dem Holländer da die Sicherungen durchgebrannt? Wohl eher nicht, denn hinterher, in den Katakomben war sich Robben keiner Schuld bewusst, sondern beschwerte sich weiter über Müllers Verhalten. „Diskussionen auf dem Platz sind gut. Aber nicht, wenn sie mit den Händen gemacht werden. Dann können die Leute und die Kameras das sehen. Das ist nicht gut, denn wir sind Vorbilder. Ich hasse das, wenn Leute sich immer mit den Händen beschweren. Das ist respektlos. Und das dürfen wir nicht mehr machen. Wir sind ein Team“, schimpfte Robben.

Arjen Robben ist am Montag zu Gast im Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen (20.15 Uhr)

Es ist nicht das erste Mal, dass Robben, der am Montag um 20.15 Uhr im Blickpunkt Sport auftreten wird, mit seiner impulsiven Art aneckt: Im Januar 2010 packte er Philipp Lahm nach einer harten Grätsche im Training am Hals. Und in der Halbzeit des Bremen-Spiels lieferte er sich mit Bastian Schweinsteiger ein lautstarkes Wortgefecht. Louis van Gaal dürfte nach Sichtung der Bilder nicht begeistert gewesen sein. Auch wenn er ohne Kenntnis der Fotos Robben in Schutz nahm: „Arjen hat Recht. Ich finde es auch gut, wenn die Spieler auf dem Platz einander zur Verantwortung ziehen. Aber mit Respekt! Wenn sie es mit Respekt machen, dann ist das gut.“

Doch was Robben auf dem Platz mit Müller veranstaltete, zeugte auch nicht gerade von gegenseitiger Hochachtung. Watschn unter Mannschaftskollegen – an sich kein gutes Zeichen. Ein Zwischenfall, der aufgeklärt werden muss. „Das haben ja alle mitbekommen, aber auch das gehört zum Fußball. Trotzdem müssen wir es danach natürlich klären“, fordert Kapitän Philipp Lahm, während Sportdirektor Christian Nerlinger abwiegelte: „Es ist gut, dass wir Emotion auf dem Platz haben.“

Am Sonntag jedenfalls benahmen sich alle Beteiligten, als sei nichts gewesen. Friedlich wurde 45 Minuten Beachvolleyball gespielt, danach gab’s noch eine kleine Schneeballschlacht. Ist der Streit also ausgeräumt? „Wir haben in der Kabine darüber geredet. Das muss man auch. Das muss gleich wieder weg sein. Er hat mich verstanden, aber ich muss nochmal mit ihm reden“, erklärte Robben. Denn eines ist klar: Wenn die Ziele in dieser Saison noch erreicht werden wollen, müssen alle zusammenstehen!

Jan Janssen

Bilder des Spiels und die Noten der Bayern-Stars

Werder gegen Bayern: Die Noten für Robben & Co.

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