„Er ist ein Volltreffer“: Heynckes über James, der aktuell angeschlagen ist.
+
„Er ist ein Volltreffer“: Heynckes über James, der aktuell angeschlagen ist.

Kolumbianer blüht auf

James beim FC Bayern unter Langzeit-Beobachtung - bis 2019

  • vonHanna Raif
    schließen

Die Offensive des FC Bayern richtet sich Woche für Woche neu aus - doch James war zuletzt ein Fixpunkt. Der Kolumbianer ist unter Jupp Heynckes in München angekommen.

München - Man konnte in den vergangenen Tagen im Training des FC Bayern nicht alle Protagonisten zweifelsfrei identifizieren. Den größten Aufschluss darüber, wer gerade am Ball war, gab meist die Augenpartie der Spieler, die zwischen Mütze und Sturmhaube zu erahnen war. Besonders schwer fiel es, sich einen Überblick über die Verletzten zu verschaffen. Manuel Neuer fehlt, das ist klar, Kingsley Coman auch. Und das Durchzählen der winterfesten Männchen erlaubte dann den Schluss, dass ein weiterer Profi die kalten Temperaturen noch mied. James Rodriguez hat auch in dieser Woche nicht mit dem Team geübt. Gestern absolvierte er immerhin ein leichtes Lauf- und Balltraining.

Gut eineinhalb Wochen ist es nun her, dass sich der Kolumbianer im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League kurz vor der Pause auswechseln ließ. Eine Wadenverhärtung, reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es, und als Jupp Heynckes vor einer Woche sagte, James falle „für morgen gegen Hertha“ aus, überraschte das freilich nicht. Man hat - vor allem nach dem 5:0 gegen Istanbul - keine Not beim FC Bayern, angeschlagene Spieler auch nur dem kleinsten Risiko auszusetzen. Am Sonntag steht ein Auswärtsspiel in Freiburg an, sechs Tage später gastiert der Lieblingsgegner HSV in München, bevor es nach einer höchstwahrscheinlich sportlich nicht allzu spannenden Reise nach Istanbul zu RB Leipzig und von dort aus in die Länderspielpause geht.

Lesen Sie auch: Bleibt James beim FC Bayern? Das glaubt eine Real-Legende

„Heiße Saisonphase“ erst im April

Aktuell stehen die Sachsen satte 22 Punkte hinter dem Tabellenführer, auch das Prickeln vor diesem Duell dürfte sich in Grenzen halten. Wenn sich der ein oder andere Stammspieler also bis dahin die ein oder andere Pause gönnen möchte - kein Problem. Die sogenannte „heiße Saisonphase“ hat sich aufgrund bester Ausgangslage in allen drei Wettbewerben bis weit in den April verschoben. Dann zählt es, und dann braucht man auch Spieler wie James bei bester Gesundheit.

Irgendwie hat man dem 26-Jährigen schon im Trainingslager in Katar angesehen, dass er sich so langsam wohlfühlt bei diesem Klub, in dem Südamerikaner gerne mal ein wenig Anlaufzeit benötigen. Er betrat den Raum nicht schüchtern, sondern selbstbewusst. Er wählte seine Worte nicht verteidigend, sondern aussagekräftig. Jupp Heynckes sagt über die Leihgabe von Real Madrid: „Er ist integriert, locker, lacht – er ist angekommen, zufrieden und glücklich in München.“ James’ erste Botschaft des Jahres, gesendet von einem opulenten Luxus-Sessel im Presseraum in Doha, hallt in allen Ebenen des Vereines noch nach. Sie lautete: Ich will beim FC Bayern bleiben.

Lesen Sie auch: Das sind Jupps drei Musketiere

Bayern kann James für 42 Millionen Euro verpflichten

Das Leihgeschäft mit den Königlichen ist bis 2019 datiert, dann kann der FC Bayern den Torschützenkönig der WM 2014 für 42 Millionen Euro fest verpflichten. „Das ist immer noch eine Menge Geld“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge dieser Tage, selbst wenn man die Summe vergleiche mit den irrwitzigen Beträgen, die auf dem internationalen Transfermarkt inzwischen Usus sind. 41,5 Millionen Euro hat man sich den bisherigen Rekordtransfer Corentin Tolisso kosten lassen, James wäre - Stand heute - 2019 der Teuerste im Kader des deutschen Branchenführers. Im Moment, also vor seiner kleinen Verletzung, hat er diesen Status auf dem Platz gerechtfertigt.

Ob mit Freistoßtoren wie jenem in Leverkusen, Weltklasse-Aktionen wie zuletzt beim Treffer gegen Mainz oder als Ballverteiler auf der „Acht“ der Bayern: Heynckes sieht den jungen Mann, der in Madrid nicht glücklich wurde, als „Volltreffer“. Der 72-Jährige sagt aber auch: „Er kann noch besser.“

Rummenigge lobt Entwicklung von James

Der Altmeister an der Seitenlinie hat schon viel herausgekitzelt, „ist doch klar, dass ich mich um ihn kümmere“. Dass der Coach Spanisch spricht, kommt beiden Seiten zugute, auch Rummenigge hat beobachtet, dass sich James „unter Jupp prima entwickelt“ habe. Zwar sei es die Idee von Carlo Ancelotti gewesen, den Transfer in die Wege zu leiten, die Lorbeeren aber ernten nun andere. Die Freude über den Werdegang von James ist groß - und trotzdem muss sich der Kolumbianer einer Langzeit-Beobachtung unterziehen.

Zwar liegen die „Sachen“ laut Rummenigge „vertragstechnisch auf dem Tisch“, dennoch werde man „in Ruhe abwarten“. Die Entscheidung darüber, ob die kostspielige Kaufoption gezogen wird, werde „zu einem Zeitpunkt fallen, der sicherlich nicht mehr im Jahr 2018 liegen muss“. Heißt für James: Geduld walten lassen. Und sich auf den nächsten deutschen Winter freuen.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare