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"Hoeneß hat großartige Dinge geleistet"

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Der langjährige Post-Chef Klaus Zumwinkel hat sich in einem Interview über seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung reumütig gezeigt. © dpa

Berlin - Der langjährige Post-Chef Klaus Zumwinkel hat sich in einem Interview über seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung reumütig gezeigt. Er äußerte sich auch über den Fall Hoeneß.

"Ich habe einen großen Fehler begangen. Die Strafe und die Rücktritte waren nur konsequent", sagte Zumwinkel dem Nachrichtenmagazin "Focus". Der Ex-Manager hatte im Februar 2008 nach dem Bekanntwerden der Affäre alle Ämter niedergelegt und 2009 das Land verlassen.

Dies sei zum Schutz seiner Familie nötig gewesen: "Ich musste allerdings aus Deutschland wegziehen, weil es zu Telefonterror, Demonstrationen vor unserem Haus und sogar zu Morddrohungen gegen mich kam. Ich konnte es der Familie nicht mehr zumuten, in Deutschland zu leben." Gleichzeitig kritisierte der frühere Post-Chef den Bruch des Steuergeheimnisses durch staatliche Stellen. "Mit den Strafverfolgern standen ja auch bereits die Medien vor unserem Haus, die alle vorab informiert wurden. Das ist natürlich ein strafbewehrter Rechtsbruch", sagte Zumwinkel.

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Auf den aktuellen Steuerfall Uli Hoeneß angesprochen, verteidigte Zumwinkel den Präsidenten des FC Bayern München: "So lange hier kein Urteil vorliegt, ist Herr Hoeneß unschuldig. Davon unabhängig hat er großartige Dinge geleistet, doch das wird derzeit leider vollständig überlagert." Der Fall Hoeneß lasse sich ohnehin nicht mit seiner Steueraffäre vergleichen, weil dieser Selbstanzeige erstattet habe.

Zumwinkel war durch den Ankauf einer Steuer-CD aus Liechtenstein ins Visier der Ermittler geraten. Diese entlarvte, dass er mit Hilfe von Stiftungen in Liechtenstein Steuern hinterzogen hatte. Er musste am Ende 3,9 Millionen Euro an Steuern nachzahlen, dazu eine Geldstrafe von einer Million Euro. Außerdem erhielt er zwei Jahre Haft auf Bewährung.

afp

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