1. Startseite
  2. Sport
  3. FCB Basketball

FC Bayern stoppt Olympiapark-Pläne

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Der FC Bayern hat die Pläne für den Olympiapark durcheinander gebracht. © Kruse

München - Der FC Bayern bringt die Neubaupläne im Olympiapark durcheinander. Statt einer Halle für 7500 Zuschauer will der Verein für seine Profi-Basketballer plötzlich eine Arena mit 10.000 Plätzen. Jetzt gehen die Planungen von vorne los.

Für die Olympiapark GmbH war das Ziel klar: Auch ohne Olympia 2018 sollte im Park eine neue Halle entstehen, ein Multifunktionstempel mit 7500 Plätzen, in dem die Basketballer des FC Bayern und die Eishockey-Cracks des EHC München eine neue Heimat finden. Bereits im Juni 2012 hätte der Aufsichtsrat der GmbH den Hallenbau auf den Weg bringen sollen. Das Oval sollte dort errichtet werden, wo heute die Event-Arena steht – das frühere Radsportstadion von 1972. Nun aber durchkreuzt die Basketball-Abteilung des Bundesligisten FC Bayern die Pläne.

„Der FC Bayern hat uns alle überrascht“, sagt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. „Die Halle soll jetzt 10 000 Zuschauer fassen. Bisher war von 7500 die Rede.“ Der Aufsichtsrat der GmbH reagierte am Dienstag prompt: Die Analyse zur 80 bis 100 Millionen Euro teuren Halle lobte er – doch die Umsetzung legte er einstimmig vorerst auf Eis. Bei einem runden Tisch mit städtischen Sport-, Finanz- und Planungsexperten sollen nun alle Optionen für die Vereine erneut auf den Prüfstand kommen.

„Wir müssen jetzt diskutieren, welche Hallen wir wirklich brauchen“, sagt CSU-Stadtrat und Aufsichtsrat Mario Schmidbauer. „Das wirft einfach neue Fragen auf“, betont Grünen-Stadträtin Jutta Koller, ebenfalls im Aufsichtsrat. So müsse man etwa prüfen, was eine 10 000-Platz-Arena für die Nutzung der Olympiahalle bedeute. Auch müsse untersucht werden, ob der „Audi Dome“, in dem die FCB-Basketballer maximal bis 2018 spielen können, „so ertüchtigt werden kann, dass er als Spielstätte dauerhaft attraktiv ist“.

Und es geht um eine Lösung für den EHC München, der derzeit noch im alten Eisstadion spielt, das heutigen Ansprüchen jedoch kaum mehr gerecht wird. „Für uns ist wichtig, dass die Halle wirtschaftlich finanzierbar ist“, sagt EHC-Sprecherin Anna-Lena Mühlhäuser. Wie wahrscheinlich das in einer 10 000-Platz-Halle wäre, zeigt ein Blick in die Statistik: In der Saison 2011/2012 kamen im Schnitt 3800 Zuschauer zu den EHC-Spielen.

Bei der Olympiapark GmbH hofft man indes, dass die städtischen Analysen zügig zu Ergebnissen führen. „Wir sehen ein, dass die Stadt jetzt das ganze Spektrum in München prüft“, betont Hartung. „Aber wir müssen beiden Vereinen irgendwann eine Zielvorgabe machen.“Eine andere Frage scheint derweil ausgeräumt: Nämlich die, ob der FC Bayern am Ende sogar plant, seine Basketballer in einer eigenen Halle auf dem Gelände der ehemaligen Fürst-Wrede-Kaserne an der Ingolstädter Straße bei Ligaspielen auflaufen zu lassen. Diese Befürchtung trieb den Stadtrat bis gestern um. Und deshalb hatte das Stadtparlament Bayern-Vize Bernd Rauch ins Rathaus zitiert. Er habe versichert, dass die Halle an der Ingolstädter Straße nie für Profibasketball vorgesehen gewesen sei, sagte OB Christian Ude (SPD). Lediglich trainieren sollten die Korbjäger dort.

Ganz abwegig ist die Angst der Stadträte nicht. Der FCB soll auf dem 30 Hektar großen Areal die Option für vier Sporthallen erhalten – eine davon darf bis zu 5000 Zuschauer fassen. „Für den Breiten- und Amateursport braucht es keine Halle für 5000 Leute“, kritisierte Stadträtin Brigitte Wolf (Linke). Rauch selbst erklärte vor Medienvertretern, dass es noch keine konkreten Pläne für das Areal gebe.

Weil eine Entscheidung über den Bebauungsplan vertagt wurde, soll kommenden Mittwoch der Stadtrat grünes Licht für die Bebauung des Areals geben. Eine Zustimmung des Stadtparlaments gilt als wahrscheinlich.

Von Caroline Wörmann und Matthias Kristlbauer

Auch interessant

Kommentare