Bayern-Trainer Trinchieri debattiert mit dem Schiedsrichter
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Moment des Schreckens: Trinchieri muss gehen.

Basketball-Euroleague

82:100 in Madrid - Bayerns Serie reißt ab

  • vonPatrick Reichelt
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Sie haben lange an ein weiteres Euroleague-Märchen geglaubt. Doch am Ende fehlte den Basketballern die Konstanz gegen hoch motivierte Königliche. Der Trainer sorgte für einen frühen Schreckmoment.

Madrid – Sie hatten auch an diesem Abend lange gut mitgehalten. Doch am Ende ist die märchenhafte Serie der Basketballer des FC Bayern abgerissen. 82:100 (45:49) mussten sich die Münchner bei Ex-Champion Real Madrid geschlagen geben. Niederlage Nummer zwei also in der bis dato so erfolgreichen Euroleague-Spielzeit.

Trainer Andrea Trinchieri hatte sich ja schon festgelegt, warum sein Team nach dieser Startphase der Königsklasse so gut da steht. „Wir spielen wie ein Team“, sagte er. Allein: Das Team war in Madrid schon nach gut drei Minuten gesprengt. Der Coach selbst hatte sich ein bisschen zu heftig über die Unparteiischen ereifert – mit zwei Technischen Fouls musste er vorzeitig in die Katakomben der Madrider Arena. Assistent Adriano Vertemati musste einspringen.

Das sorgte nicht unbedingt für Sicherheit im Münchner Lager. Kapitän Nihad Djedovic & Co. hatten ihre liebe Mühe gegen eine Madrider Mannschaft, díe mit der Wut anrannte, die sich in vier Euroleague-Niederlagen angestaut hatte. 17:27 nach dem ersten Viertel – so ähnlich waren die Bayern zuletzt auch bei Fenerbahce Istanbul gestartet.

Seinerzeit hatte man das Ding ja noch umgebogen. Und es sah ganz so aus, als könnte es auch in Madrid so laufen. Vor allem weil drei Eckpfeiler dieser ersten Saisonphase funktionierten. Spielmacher Wade Baldwin (18 Punkte) kurbelte, Center Jalen Reynolds und Dauerbrenner Vladimir Lucic gaben Energie. Dass Real überhaupt noch mit einer Vier-Punkte-Führung in die Pause ging (49:45) lag am irren Buzzer-Beater von Sergio Llull. 0,2 Sekunden vor der Sirene mogelte der Mann mit den vier L in schwerer Bedrängnis einen Dreier durch die Reuse.

Das roch dann doch nach dem heißen Königsklassen-Duell, das jeder von Beginn an erwartet hatte. Aber die Gastgeber hatten halt den etwas konzentrierteren und stabileren Abend erwischt.- Wann immer Real zum Abschluss kam – die Königlichen brachten gegen eine nicht eben schlechte Münchner Defensive den Großteil ihrer Versuche ins Ziel. Da half den Bayern auch die Luft-Hoheit am Korb wenig – das Rebound-Duell entschied man mit 36:20 für sich.

Das reichte nicht, weil die Münchner in ihrem nicht schlechten, aber bislang eben schwächsten Auftritt in der Euroleague zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten Und so gingen sie am Ende eben doch als verdienter Verlierer vom Feld.

Wohl wissend, dass sie bald Chance auf Wiedergutmachung haben. Kommenden Freitag zum Beispiel. Dann ist Belgrad im Audi Dome zu Gast.  

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