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Paul Zipser.

Duell mit dem großen Vorbild

Bayerns Basketballer empfangen die Stars von Real Madrid

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„Real ist immer Real, auch im Basketball.“ Mit dieser tautologischen Aussage bringt FCBB-Coach Dejan Radonjic die Stellung der Basketballer von Real Madrid auf den Punkt.

München - Denn nicht nur im Fußball gehören die Königlichen zur Crème de la Crème. Auch im Basketball zählen die Hauptstädter seit Jahrzehnten zur europäischen Elite. Der FC Bayern erwartet am Mittwoch in der Euroleague (20.30 Uhr) nicht nur ein Topteam, sondern auch ein Vorbild. Beim Aufeinandertreffen mit den Königlichen in einem Testspiel 2017 sagte Uli Hoeneß: „Real Madrid ist nicht nur im Fußball das Maß der Dinge, auch im Basketball haben sie viele Titel gewonnen, es wäre wunderbar, wenn wir so eine Position erreichen könnten.“

Steht FC Bayern Basketball schon bald an der Spitze?

2010 stimmten bei einer vereinsinternen Befragung 75 Prozent der Bayern-Mitglieder dafür, dass die Basketballabteilung eine stärkere Unterstützung erfahren und die erste Mannschaft zur nationalen Spitze gehören soll. Und hier ist der erste wichtige Faktor im Vergleich der beiden Vereine, die Historie: Während die Münchner 2010/11 in der ProA (zweite Liga) gegen Mannschaften wie die Cuxhaven BasCats antrat, spielte Madrid seine 28. Saison in der LIGA ACB, die als stärkste europäische Basketball-Liga gilt, und beendete die Euroleague auf dem vierten Platz.

Real Madrid zählt zur Crème de la Crème

„Die vielen Trophäen, die vielen Jahre in der Euroleague, die vielen großen Namen, ihre Geschichte“, zählt Radonjic die Vorteile der Spanier auf. Der Rekordmeister (35 Titel, zudem 27-facher spanischer Pokalsieger) erreichte allein zwischen 2012 und 2015 dreimal in Folge das Finale der europäischen Beletage. Gekrönt wurde die Serie 2015 durch den Triumph in der Euroleague nach einem 78:59-Sieg über Oympiakos ­Piräus.

Sergio Llull.

Für die Münchner kommt es in dieser Saison erst zum zweiten Mal zum internationalen Kräftemessen, 2018/19 qualifizierte man sich mit Platz zehn nicht für die Playoffs. Damit es 2019/20 besser läuft, haben die Münchner ihren Etat, der letzte Saison bei rund 20 Millionen lag, erhöht und sich unter anderem mit dem Ex-NBA-Spieler Greg Monroe verstärkt. Laut dem französischen Magazin Basket Le Mag konnte Real Madrid in der letzten Saison auf einen Etat von 42 Millionen und ein Gehaltsbudget von 31 Millionen zurückgreifen – europäische Spitzenwerte. Dank des großen Gehaltsbudgets weist Madrid einen sehr tiefen Kader auf, der jedoch auch für die Konstanz des Vereins steht. Pablo Laso ist seit 2011 Trainer und konnte in Madrid seine Spielphilosophie über die Jahre aufbauen und entwickeln. Der eingespielte Kern um ­Facundo Campazzo, Felipe Reyes, Sergio Llull und Rudy Fernandez bildet seit Jahren das Grundgerüst, das nur punktuell verstärkt wird – vor der aktuellen Saison beispielsweise mit Jordan Mickey.

FC Bayern München voller Ehrfurcht

„Von der Organisation ist es vielleicht sogar das beste Team in Europa. Es sind einfach viele Sachen im Alltag, die perfekt laufen. Das hat sich über die Jahre entwickelt“, sagt Paul Zipser, der noch „einen großen Schritt“ für die Münchner sieht, um auf einer Stufe mit Madrid zu sein. Die nächste Annäherung ist der zukünftige Umzug in den SAP Garden, der Platz für 11.500 Fans bieten wird. Die Spanier laufen aktuell im WiZink Center auf (15 000).

Mittwoch duellieren sie sich noch im Audi Dome. Auf der einen Seite der Underdog München. Auf der anderen der spanischen Favorit. Denn Real ist immer Real. Auch im Basketball. 

Der deutsche Basketball-Meister Bayern München ist in der ersten Runde des Pokals der Basketball Bundesliga (BBL) nach einem packenden Spiel völlig überraschend ausgeschieden.

Nico-Marius Schmitz

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