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Jan Pommer: Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga.

Interview: Pommer zum Verbot einer Trainer-Doppelfunktion

München - Auswärtsspiel! Für die Bayern-Baskets ging es am Freitag in Hannover gegen die UBC Tigers. Der nächste kleine Schritt in Richtung BBL. Doch ob das Projekt Basketball beim FC Bayern tatsächlich fortgesetzt wird, ist noch unklar.

Es hängt größtenteils davon ab, ob Trainer Dirk Bauermann seine Doppelfunktion als National- und Bayerntrainer auch im Falle des Aufstiegs weiterhin ausüben darf. Das Problem: Die Regularien der BBL untersagen solch eine Doppelfunktion. Die tz sprach mit dem Geschäftsführer Jan Pommer.

Herr Pommer, ist es wichtig für die BBL, dass die Bayern aufsteigen?

Pommer: Sehr wichtig! Der FC Bayern ist eine der tollsten Sportmarken der Welt und würde uns helfen, neue Fans dazuzugewinnen. Auch in Sachen Leistungsorientierung würden wir einen großen Schritt nach vorne machen. Die Bayern sind ja kein Verein, der mitschwimmt, sondern vorangeht. Das würde uns nützen und bei uns sowie den anderen Klubs zusätzliche Kräfte mobilisieren.

Das Basketball-Projekt hängt an Coach Bauermann. Halten Sie nach wie vor an Ihrer Regel fest, die so eine Doppelfunktion verbietet?

Pommer: Diese Regelung gibt es schon seit vielen Jahren. Und die Gründe, die damals dafür gesprochen haben, sind heute nicht weniger valide. Damit meine ich größere Autorität bei Medien, bei Schiedsrichtern, der Attraktionsfaktor für Spieler und die Tatsache, Diener zweier Herren zu sein und beiden vielleicht nicht gleichermaßen gerecht werden zu können. Das sind Gründe, die wir nach wie vor für valide halten. Natürlich gibt es andere, die diese Gründe als weniger bedeutend gewichten. Aber unsere Gründe bestehen weiter! Jetzt treffen wir uns im Februar mit dem FC Bayern, um dessen genaue Position zu dieser Frage kennenzulernen.

24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann

24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann

Befürchten Sie, dass das zukünftige Nationalteam ausschließlich aus Bayern-Spielern besteht?

Pommer: Keinesfalls! Dirk Bauermann hat ja in dieser Doppelfunktion Erfahrung gesammelt, und wir mit ihm. Er ist ein komplett leistungsfokussierter Trainer, der diejenigen Spieler in die Nationalmannschaft einberuft, die er für den Erfolg des Teams am besten geeignet hält. Wo sie spielen, ist für ihn zweitrangig. Davon bin ich überzeugt.

DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt meint, die BBL sei das Problem. Fühlen Sie sich von allen Seiten unter Druck gesetzt?

Pommer: Zunächst ist uns als Organisation und mir persönlich eine gewissen Widerstandsfähigkeit zu eigen. Und die Worte von Herrn Brenscheidt möchte ich erst gar nicht kommentieren. Es gibt diese Regelung einfach schon seit einigen Jahren.

Uli Hoeneß meinte vor kurzem, dass Bauermann entweder beides machen darf, oder als Bundestrainer aufhört. Könnten Sie damit leben, dass er als Nationaltrainer aufhören muss?

Pommer: Ich nehme diese Äußerungen allesamt respektvoll zur Kenntnis, aber sie beschäftigen mich nicht. Wir zentrieren uns nur darauf, dass wir im Februar mit dem FC Bayern zusammenkommen und uns dessen Meinung, somit auch die von Dirk Bauermann, anhören und verstehen werden. Der Rest ergibt sich daraus.

Wer wird alles am runden Tisch Platz nehmen?

Pommer: Seitens der Liga werden Herr Dr. Braumann (BBL-Präsident, d. Red.) und ich vertreten sein, seitens des FCB Herr Hoeneß und Herr Rauch (FCB-Vize, d.Red.). Ob Herr Bauermann dazukommen möchte, steht ihm frei.

Ist es überhaupt möglich, gegen die Meinung von Hoeneß anzukämpfen?

Pommer: Also, ich habe Herrn Hoeneß bislang als einen sehr intelligenten und pragmatischen Top-manager erlebt. Es wird ein sehr vernünftiges Gespräch zustande kommen, da bin ich mir sicher.

Sie sind also positiv gestimmt, dass eine Lösung zu beidseitigem Interesse zu finden ist?

Pommer: Ich möchte jetzt nicht spekulieren. Aber ich will dem FC Bayern keine Steine in den Weg legen. Und dass ich ein positiv gestimmter Mensch bin, ist ja bekannt.

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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