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Einrollen für den FC Bayern: Maodo Lo.

Maodo Lo

Tanz mit dem Tempodribbler

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München – Auf die Idee ist Marko Pesic schon recht früh gekommen. Er ist gleich zweimal in die USA geflogen, um sie umzusetzen. In New York traf er sich mit einem jungen Basketballer aus Berlin. Das ist schon etwas her, aber Pesic, damals Sportdirektor des FC Bayern, weiß das noch genau, weil der Basketballer ihn zweimal vertröstet hat. Erst wollte er sein Studium – Soziologie im Haupt-, Business im Nebenfach – an der Columbia-Universität nicht abbrechen, später lieber nach Bamberg als nach München wechseln. Die einen spielten in der Euroleague, die anderen halt nicht.

Das war vor zwei Jahren. Es hat sich seitdem viel getan. Bamberg ist entthront, die Euroleague gibt’s gerade nur in München, Pesic ist zum Geschäftsführer aufgestiegen – und Maodo Lo, der junge Basketballer aus Berlin, spielt jetzt für den FC Bayern.

Ein Anruf am Gardasee, Lo erzählt. Er findet’s schön, den See, die Berge, um viel zu unternehmen, sei er aber einfach „zu müde“. Mit seinen neuen Teamkameraden bringt er sich hier in Form, die Saison wird hart. Bundesliga, Pokal, Euroleague, 65 Spiele, mindestens. Es könnten aber auch 90 werden. Lo will das aber. Er sagt: „Ich bin hier, weil ich mich mit den Besten messen will.“

An die College-Treffen mit Marko Pesic in New York erinnert sich Lo, 25, noch. Zwei Spiele hat sich der Gast aus München pro Besuch angesehen – und war bereit, den jungen Point Guard zu verpflichten. „Ich wollte das College zu Ende machen“, sagt Lo. „Das hat Marko auch verstanden.“ Er studierte also noch zwei Jahre, nur war er danach kein Geheimtipp mehr.

Als die besten deutschen Basketballer sich 2015 zur EM in Berlin versammelten, durfte nämlich auch Lo anreisen. An der Seite von Dirk Nowitzki überzeugte der Neuling mit seinen schnellen Dribblings – und wechselte ein Jahr später zum damals besten deutschen Verein: Brose Bamberg.

Es fiel Lo nicht leicht, sich an das Spiel in Europa anzupassen, das ganz anders ist als am College. Er trainierte unter dem sehr anspruchsvollen italienischen Coach Andrea Trinchieri, der „wahnsinnigen Wert auf Perfektionismus legt“, wie Lo erzählt. Als Aufbauspieler, der den Ball oft berührt, hat er in Trinchieris System häufig Fehler gemacht, aber auch „wahnnsinig viel gelernt“. Sein Lehrmeister in Bamberg, der griechische Spielmacher Nikos Zisis, sagte einmal: „Er kann es in die NBA schaffen.“

Nun hat er sich erst einmal dem FC Bayern verschrieben, für zwei Jahre. In Bamberg hätten sie ihn gerne behalten, ihm mehr Verantwortung anvertraut. Doch Lo will den nächsten Schritt in der Euroleague machen. „Es war mir wichtig, auf dem Level zu bleiben“, sagt er. Und Marko Pesic glaubt: „In ihm schlummert noch viel mehr Potenzial.“

Man ahnt, was Pesic meint: Den Dreipunktewurf trifft Lo verlässlich, es ist aber das außergewöhnliche Tempo, das ihn hervorhebt. Die flinken ersten Schritte fielen schon 2015 in Berlin auf, mit seinem Dribbling zum Korb wirbelt er fast alle Abwehrformationen durcheinander. Maodo Lo ist ein Spielertyp, der dem FC Bayern noch gefehlt hat.

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