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Rubenbauer kommentierte Finale '90

„Siegtor durch Özil wäre das Sahnehäubchen“

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München – Reporter-Legende Rubenbauer über das Finale 1990 – und das anstehende Endspiel von Rio.

Er hatte sich ja die Niederlande gewünscht. „Weil ich gerne gesehen hätte, wie Hollands Trainer Louis van Gaal von draußen zuschauen muss, wie seine früheren Bayern-Spieler den Pokal in die Höhe stemmen.“ Gerd Rubenbauer sagt es und lacht. Nun also Argentinien als Gegner für Deutschland. Für ihn wiederholt sich damit Geschichte, die er als Kommentator des bisher letzten deutschen WM-Erfolges 1990 gegen Argentinien hautnah miterlebt hat. Er tippt sogar das gleiche Ergebnis: „1:0 für uns. Wie damals.“

Die Reporter-Legende erinnert sich gut an das Endspiel. Und in diesen Tagen muss sich der 66-Jährige oft erinnern. Ständig wollen Kollegen vom Fernsehen und vom Radio wissen, wie das war, am 8. Juli 1990 in Rom. „Ja“ mit vielen „a“ und „Tor für Deutschland“ schrie er fast 25 Millionen Zuschauern zu, als Andy Brehme in der 85. Minute einen Elfmeter verwandelte. „Schön“, sagt er knapp und zieht dann gleich die Paralellen zum Sonntag. Argentinien erreichte ‘90 durch einen Erfolg im Elfmeterschießen das Finale: damals gegen Italien, diesmal gegen die Niederlande. Die Südamerikaner spielten damals wie heute „gut organisiert“. 1990 war Maradonna der Star, 24 Jahre später ist es Messi. „Vor dem Spiel damals gab es nur einen Gedanken“, so der Experte, „wie schalten wir Maradonna aus?“ Coach Franz Beckenbauer stellte Guido Buchwald gegen den Weltstar. Seit der WM hatte er den Spitznamen „Diego“. Und jetzt? „Bastian Schweinsteiger nein, und wenn der Bundestrainer Sami Khedira gegen Messi stellt, beraubt er ihn jeder Offensivkraft.“ Rubenbauer ist gespannt.

Er ist noch tief abgetaucht in die Fußball-Welt. Erzählt leidenschaftlich, engagiert. „Intensivst“ beobachtet er die WM. „Ich mache immer noch taktische Analysen.“ Nur eine Partie hat er auch kommentiert: die der Deutschen gegen Ghana, bei einer Veranstaltung in seiner zweiten Heimat auf Mallorca, zusammen mit seinem Freund Lothar Matthäus. Auf der Insel wird er das Finale sehen, „ganz allein. Da kann ich mich all meinen Emotionen hingeben. Ich bin da jetzt ganz Fan“, erzählt Rubenbauer. Im Dezember möchte Matthäus nochmal kommen. Die beiden wollen aushecken, was man zum 25-jährigen „Klassentreffen“ der 1990er Weltmeister anstellen könne. „Das hängt davon ab, ob es dann schon Nachfolger gibt“, meint Rubenbauer schmunzelnd.

Mit den Niederlanden als Gegner hat’s also nicht geklappt. Also malt er sich etwas anderes aus. Das 1:0, plaudert der 66-Jährige, sollte durch eine Standardsituation fallen. Da hatten die Deutschen nach langer Zeit wieder einmal viel Erfolg bei der WM. Und den entscheidenden Treffer sollte Mesut Özil erzielen – auf den so viel Kritik niederprasselt. „Das wäre das Sahnehäubchen auf eine überraschende WM.“

Matthias Holzapfel

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