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BFV darf Mietmogul werden - 35 Millionen Euro Kredit für Neubau mitten in München

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Von: Moritz Bletzinger

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Freut sich auf Miet-Einnahmen: BFV-Präsident Rainer Koch.
Freut sich auf Miet-Einnahmen: BFV-Präsident Rainer Koch. © Fabian Frühwirth/Imago

Die Pläne des BFV an der Brienner Straße dürfen umgesetzt werden. Beim außerordentlichen Verbandstag wurde dem teuren Immobilienvorhaben zugestimmt.

München - Die Mietpreise in München haben es in sich. 35 Euro für einen Quadratmeter Bürofläche sind in der Landeshauptstadt nichts außergewöhnliches. Einen Stück von diesem Kuchen will sich schon bald auch der Bayerische Fußballverband (BFV) schnappen.

München: BFV baut Büro- und Wohngebäude in Maxvorstadt - 40-Millionen-Plan abgesegnet

40 Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen. Der BFV baut die Brienner Straße neu. Und hat nun auch die Erlaubnis für seine Immobilienpläne. Im Rahmen des außerordentlichen Verbandstags in Regensburg stimmten die 265 Delegierten aus Bezirkstagen, Verbands-Vorstand, Bundes-, Regional-, Bayern- und Landesligen dafür.

Der Bayerische Fußballverband darf jetzt Neubauen und dann Vermieten. „Von nun gibt es kein Theater mehr beim Verband“, sagt Präsident Rainer Koch. Denn: Das Münchner Volkstheater zieht weg. Anstelle der ursprünglichen Turnhalle, in der bislang die Aufführungen stattfanden sollen schon bald eine Tiefgarage mit 93 Stellplätzen sowie ein Büro- und Wohngebäude entstehen. Im Januar 2022 dürfen die Bauarbeiten beginnen. Die Genehmigung dafür wurde schon im August von der Stadt München erteilt. Die alte Turnhalle wird abgerissen.

35 Millionen Euro Kredit: BFV investiert kräftig in Neubau - und macht sich zum Miet-Mogul

Der Verband baut dann 850 Quadratmeter Wohn- und 6.800 Quadratmeter Bürofläche. Aber nicht für sich selbst. Der Verwaltungssitz bleibt im Vorbau, der nicht von der Baumaßnahme betroffen ist. „Wir bauen nicht für die Verwaltung, sondern für die Vermietung“, erklärt Schatzmeister Faltenbacher.

Dafür müssen die Verantwortlichen aber tief in die Tasche greifen. Fünf Millionen Euro aus den eigenen Rücklagen investiert der BFV, die restlichen 35 Millionen kommen über einen Kredit hinzu.

BFV-Neubau in der Maxvorstadt: Verband will über 30 Euro pro Quadratmeter - Kredit nach 15 Jahren abbezahlt?

Wer die Münchner Mietpreise kennt, kann sich ausrechnen, dass die Millionensumme keine Jahrhunderte brauchen wird, um zurück auf das Konto des neugeborenen Miet-Magnaten zu wandern. 15 bis 20 Jahre veranschlagt der BFV um die Investition wieder zurück erwirtschaftet zu haben. München macht es möglich: Mindestens 32,50 Euro Miete kalkuliert der BFV für einen Quadratmeter Bürofläche.

Dass die Rechnung trotzdem um fünf Jahre variiert, hängt auch mit Unwägbarkeiten während der Pandemie zusammen. Lieferschwierigkeiten können Bauprojekte derzeit teuer machen.

2025 soll der Komplex bezogen werden. Angeblich habe bereits zahlungskräftige Kundschaft Interesse angemeldet. Wichtig für den Fußballverband, dem mit dem Auszug des Volkstheaters die Stadt München als verlässlicher Mieter wegbricht. Der Neubau soll noch ganz andere finanzielle Möglichkeiten schaffen. Bis mindestens zum Jahr 2040 wird er aber erst einmal abbezahlt.

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