Auf der DFL-Pressekonferenz

Bundesliga: Seiferts versteckte Milliarden-Ankündigung - Nächste Schicksalstage für Fußball-Deutschland

  • Alexander Kaindl
    vonAlexander Kaindl
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Bundesliga vor dem Neustart: Am 16. Mai rollt der Ball wieder, wie DFL-Boss Seifert erklärte. Eine PK-Aussage ging komplett unter, obwohl es um Milliarden geht.

  • Die Bundesliga* wird am 16. Mai fortgesetzt. Das bestätigte DFL-Boss Seifert auf einer Pressekonferenz.
  • Eine seiner Aussagen ging dabei aber komplett unter.
  • Es geht um eine Entscheidung, die der Bundesliga mehrere Milliarden Euro einbringen soll.

Frankfurt - Die Bundesliga nimmt also wieder Fahrt auf. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass das deutsche Fußball-Oberhaus seine Saison ab dem 16. Mai fortsetzt.

Europa-, ja weltweit ist man damit ein Vorbild. Dieser Verantwortung ist man sich bei der DFL bewusst. Seifert betonte mehrmals, dass man die gewonnenen Erkenntnisse der vergangenen Wochen gerne mit anderen Unternehmen oder Ligen teilt.

Bundesliga: Neustart mit Geisterspielen geplant

Dass die Bundesliga* trotz Corona-Krise* und Kalou-Skandal nun wieder Fahrt aufnimmt, dürfte vor allem die Vereine freuen. Schließlich sind somit Gelder gesichert, die manche Klubs vor der Insolvenz retten werden. Einbußen in Millionenhöhe sind allerdings schon jetzt sicher, da bis auf Weiteres Geisterspiele angesetzt sind. 

Denn: Bei einem ausverkauften Stadion nimmt ein Verein wie Borussia Dortmund bei einem Heimspiel bis zu drei Millionen Euro ein. Gelder, die nun fehlen - und die man künftig vielleicht durch Spielerverkäufe generieren muss?

Bundesliga: TV-Gelder für Klubs überlebenswichtig - erste Tranche ausbezahlt

Geld ist auch natürlich auch bei der DFL ein wichtiges Thema, schließlich war zuletzt immer wieder um die Zahlungen der TV-Partner gebangt worden. Letztlich wurde aber doch eine Einigung erzielt, einen ersten Teil der noch ausstehenden Rate haben die Klubs inzwischen erhalten, wie Seifert bestätigte. 

Und noch eine frohe Kunde gibt es: Pay-TV-Sender Sky hat angekündigt, zwei Konferenzen im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen.

Bei dem ganzen Wirbel um den Neustart der Bundesliga* ging eine Aussage von Seifert fast komplett unter. Der DFL-Boss sagte zum Ende seines Eröffnungs-Statements der Pressekonferenz: „Weiterhin haben wir heute die Klubs informiert, dass wir die Durchführung der Auktion der nationalen audiovisuellen Medienrechte für den Zeitraum 2021/22 bis 2024/25 planen - für den 8. bis 19. Juni 2020.“

Aufgrund der Corona-Krise war die Auktion verschoben worden. Ursprünglich sollten die Interessierten vom 27. April bis zum 8. Mai ihre Gebote abgeben. Noch zu Jahresbeginn hatten die Klubs gehofft, dass sich die derzeitigen Einnahmen von 1,2 Milliarden Euro pro Saison steigern lassen können. Die Corona-Krise setzt dahinter nun ein großes Fragezeichen.

Bundesliga: Seiferts Milliarden-Satz - sinkende Einnahmen wegen Corona-Krise

4,64 Milliarden Euro - das war die Rekordsumme, für die die DFL die Übertragungsrechte von 2017/18 bis 2020/21 veräußert hatte. Für die kommende Auktion war mit Einnahmen von über fünf Milliarden Euro gerechnet worden, ehe ein Stoppschild namens Coronavirus auftauchte. 

Im Vergleich zu anderen europäischen Top-Ligen, die ihre Spielzeiten teilweise schon abgebrochen haben oder noch vor einer unsicheren Zukunft stehen, hat die Bundesliga* nun aber eine Vorreiter-Rolle übernommen. Im Juni wird dann also entschieden, wie viel Gewinn sich damit bis zur Spielzeit 2024/25 erwirtschaften lässt. Und dann wird DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sicherlich einige Worte mehr zum Thema verlieren als auf jener historischen Corona-Pressekonferenz am 7. Mai.

Ob die Bundesliga eines Tages auch ein Thema für Paul Glatzel wird? Das deutsche Wunderkind spielt seit seinem sechsten Lebensjahr für den FC Liverpool. In Österreich wird die Champions League bald im Free-TV gezeigt - steckt eine Red-Bull-Masche dahinter?

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akl

Rubriklistenbild: © dpa / Arne Dedert

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