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Steffi Jones ist nicht mehr Bundestrainerin

Von 2016 bis 2018 im Amt

Bundestrainerin Steffi Jones entlassen - Europameister von 1980 springt ein

Steffi Jones hat ihren Job als Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft verloren - wegen Erfolglosigkeit. Mit der Nachfolgereglung will sich der DFB Zeit lassen. Ein alter Bekannter springt zunächst ein.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund hat die Konsequenzen aus der sportlichen Misere seiner Frauen-Nationalmannschaft gezogen und ersetzt Bundestrainerin Steffi Jones zunächst durch Horst Hrubesch. „Steffi Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs“, kommentierte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Dienstag die brisante Personalie.

Zu der Entscheidung sei das DFB-Präsidium bei einer Telefonkonferenz gekommen. Es folgte damit einer Empfehlung des für die Nationalmannschaften zuständigen Direktors Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou. Jones könnte dem DFB laut einer Mitteilung allerdings in anderen Funktionen erhalten bleiben, deutete Grindel an. Darüber würde er „sich freuen“.

Ulrike Ballweg und Thomas Nörenberg werden Assistenten

Als Interimslösung für die beiden bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele im April gegen Tschechien und in Slowenien wird der 66 Jahre alte Horst Hrubesch das Frauenteam übernehmen. Ulrike Ballweg und Thomas Nörenberg werden ihm assistieren. Hrubesch war 2016 in Rio Coach der deutschen Auswahl der Männer, die bei den Olympischen Spielen Silber geholt hatte.

Ausschlaggebend für die Beurlaubung der 45-jährigen Jones waren wohl das Aus im EM-Viertelfinale 2017 und jüngst der letzte Platz bei einem Einladungsturnier in den USA. Mit Jones sei am Montag bei einem persönlichen Treffen über die Situation gesprochen geworden.

„Intensive Analyse der vergangenen Monate“

„Der Entscheidung ist eine intensive Analyse der vergangenen Monate vorausgegangen“, sagte Bierhoff. Nach der enttäuschenden EM in den Niederlanden habe man mit Steffi Jones weitermachen wollen: „Wir haben ihr bewusst diese Chance gegeben.“ Nun aber führte die sportliche Entwicklung die DFB-Oberen zu der Überzeugung, „dass die Mannschaft eine neue Führung braucht. Wir wollen den Wechsel nutzen, um die Strukturen im Frauenfußball weiter zu professionalisieren, die Verzahnung mit dem Männerbereich zu verstärken und neue konzeptionelle Wege zu gehen“, erklärte Bierhoff.

Bei der endgültigen Neubesetzung des Jones-Postens will sich der DFB Zeit nehmen. Im engen Austausch mit der Liga soll, so erklärte es Chatzialexiou, ein „passender Kopf“ gefunden werden. Übergangslösung Hrubesch ließ wissen, dass er in dieser Phase gern helfe. „Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der Europameisterschaft im Sommer vor Ort“, sagte er.

Steffi Jones hatte die DFB-Frauenauswahl nach dem Olympiasieg 2016 von Silvia Neid übernommen. Bei der EM in den Niederlanden gab es dann mit dem Aus im Viertelfinale die erste große Enttäuschung. In der WM-Qualifikation am 20. Oktober 2017 folgte ein weiterer Rückschlag: Jones und ihr Team unterlagen Island in Wiesbaden 2:3. Dadurch ist die Teilnahme an der WM-Endrunde 2019 in Frankreich gefährdet. Zudem belegte die DFB-Elf beim Turnier in den USA Anfang März nach Niederlagen gegen die USA (0:1) und WM-Gastgeber Frankreich (0:3) sowie einem 2:2 gegen England nur den letzten Platz.

SID

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