Aufsichtsratschef von Schalke 04 entschuldigt sich

Clemens Tönnies bricht sein Schweigen in Schalke-Interview

Clemens Tönnies spricht in einem Video über seine Sperre nach den Rassismus-Vorwürfen. Der Schalker wurde in seinem Büro in Rheda-Wiedenbrück interviewt.

  • Clemens Tönnies hat sein Amt beim FC Schalke 04 wieder aufgenommen
  • Der Aufsichtsratschef musste nach seinen rassistischen Äußerungen drei Monate pausieren 
  • In einem Video, dass in seinem Büro in Rheda-Wiedenbrück gedreht wurde, äußerte er sich jetzt 

Rheda-Wiedenbrück – Clemens Tönnies nimmt nach dem Rassismus-Skandal sein Amt als Aufsichtsratschef bei Schalke 04 wieder auf. In einem internen Interview des Vereins, das in seinem Büro in Rheda-Wiedenbrück aufgezeichnet wurde, entschuldigte er sich nun erneut für seine fremdenfeindlichen Äußerungen über Afrikaner und bezeichnete seine Formulierung als "Fehler", wie owl24.de* berichtet

Rückkehr von Clemens Tönnies: Verein veröffentlicht Interview

Auf seinem vereinseigenen TV-Sender hat Schalke 04 am Donnerstag (7. November) das Interview mit Clemens Tönnies veröffentlicht. In dem Video spricht der 63-Jährige von einer "harten Zeit", die er während seiner Sperre durchlebte. Die Reaktionen auf seine Rede beim Tag des Handwerks hätten ihn "total erschlagen", so der Aufsichtsratschef weiter. 

Im weiteren Gesprächsverlauf entschuldigte sich Clemens Tönnies noch einmal in aller Form: "Weil ich nicht der bin, der trennt, sondern eher der bin, der vereint." Der Unternehmer beschäftige in seiner Firma in Rheda-Wiedenbrück Mitarbeiter aus rund 87 verschiedenen Herkunftsländern. Er sei stets an einem guten Miteinander interessiert. Sein Verein gibt dem Schalke-Boss Rückendeckung: "Ich habe das Gefühl, dass sich alle freuen, dass ich wiederkomme", sagte er.  

Clemens Tönnies sorgte beim "Tag des Handwerks" für einen Rassismus-Eklat 

Vor etwa drei Monaten war der 63-Jährige wegen seiner rassistischen Äußerungen in die Kritik geraten. Beim "Tag des Handwerks" in Paderborn empfahl Clemens Tönnies die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren", so der Unternehmer weiter. 

In dem Interview ruderte Tönnies jetzt zurück. "Ich bin sehr, sehr oft in Afrika gewesen, kenne die Menschen", sagte er. 12.500 Kilometer sei der Schalke-Boss durch Afrika gereist und er habe immer im Freien übernachtet. Alle Menschen in Europa seien in der Pflicht, etwas für diesen Kontinent zu tun, und das habe er mit seiner Äußerung gemeint. 

Nach Rassismus-Skandal: Clemens Tönnies meidet vorerst die Öffentlichkeit

Der 63-Jährige ist zwar beim FC Schalke 04 zurück auf seinem Chefsessel, doch in die Öffentlichkeit trat er bislang nicht. Bei der kommenden Partie der Königsblauen gegen Fortuna Düsseldorf wird sein Sitz am Samstag (9. November) in der Arena leer bleiben. Mehrere Medien berichten, dass Clemens Tönnies den Kontakt mir den Ultras meiden möchte, die bis heute seinen Rücktritt fordern. "Berufliche Gründe" werden lediglich für sein Fernbleiben genannt.

*owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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