Jogi Löw und seine magischen 26: Wie gut ist Deutschlands Kader wirklich?
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Jogi Löw und seine magischen 26: Wie gut ist Deutschlands Kader wirklich?

Der große Check

Wie gut ist der EM-Kader? Vergleich mit den Top-Teams zeigt große Schwachstelle - und ein Luxusproblem

  • Marius Epp
    vonMarius Epp
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Deutschland gehört bei der EM 2021 nicht unbedingt zu den Topfavoriten. Wie stark ist der DFB-Kader von Jogi Löw tatsächlich? Wir machen den Check.

München - Zwei Wochen vor der Start der EM* sind sich immer noch viele unsicher: Was ist der DFB-Elf eigentlich zuzutrauen? Für sein letztes Turnier hat Joachim Löw 26 Spieler nominiert, die ihm einen erfolgreichen Abschied bereiten sollen. „Wir ordnen dem Erfolg alles unter“, lautet sein angekündigtes Motto für die EM 2021*.

Dafür holt er auch die einst von ihm ausgebooteten Thomas Müller und Mats Hummels zurück und lässt seinen Umbruch-Plan ruhen. Doch was hat der Kader letztlich im Petto? Wir vergleichen ihn mit anderen Top-Nationen - und zeigen Stärken und Schwächen auf.

Tor

  • Manuel Neuer (FC Bayern)
  • Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
  • Bernd Leno (FC Arsenal)

Marc-Andre ter Stegen musste für die EM absagen, trotzdem zählt das deutsche Torhüter-Aufgebot zu den besten der Welt. Wohl keine andere Nation könnte den Ausfall eines Weltklasse-Torhüters so gut verkraften wie Deutschland. Manuel Neuer wird als Kapitän vorangehen, Kevin Trapp und Bernd Leno sind gute Vertreter - bei der EM wohl das stärkste Trio. Fazit: Tor - Weltklasse

Verteidigung

  • Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach)
  • Robin Gosens (Atalanta Bergamo)
  • Christian Günter (SC Freiburg)
  • Marcel Halstenberg (RB Leipzig)
  • Mats Hummels (Borussia Dortmund)
  • Lukas Klostermann (RB Leipzig)
  • Robin Koch (Leeds United)
  • Antonio Rüdiger (FC Chelsea)
  • Niklas Süle (FC Bayern)

In der Defensive hat Jogi Löw* zwei Optionen: Er könnte mit einer Vierer- oder Dreierkette spielen, beides ist mit dem Spielermaterial absolut machbar. In der Innenverteidigung werden wohl Rüdiger und Hummels auflaufen, außen haben Klostermann und Gosens die besten Chancen. Hier haben Nationen wie beispielsweise Frankreich oder Portugal noch etwas mehr Klasse zu bieten. Ruben Dias wurde zum Spieler des Jahres in der Premier League gewählt, Joao Cancelo und Raphael Guerreiro gehören zu den besten Außenverteidigern der Welt. Die Franzosen bestechen mit hoher Qualität in der Breite (Pavard, Varane, Koundé, Hernández, ...). Fazit: Abwehr - Internationale Klasse

Defensives Mittelfeld

  • Leon Goretzka (FC Bayern)
  • Joshua Kimmich (FC Bayern)
  • Ilkay Gündogan (Manchester City)
  • Toni Kroos (Real Madrid)
  • Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach)
  • Emre Can (Borussia Dortmund)

In der Schaltzentrale des Mittelfelds gehört Deutschland* ganz klar zu den Besten. Mit Kroos, Kimmich, Goretzka und Gündogan streiten sich gleich vier Weltklasse-Spieler um zwei bzw. drei Positionen (je nach Formation). Genauso stark sind aber auch die Spanier aufgestellt: Rodri, Thiago, Sergio Busquets und Koke sind allesamt auf Top-Niveau. Gleiches gilt für Frankreich. Fazit: Defensives Mittelfeld - Weltklasse

Offensives Mittelfeld/Flügel

  • Thomas Müller (FC Bayern)
  • Serge Gnabry (FC Bayern)
  • Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach)
  • Kai Havertz (FC Chelsea)
  • Leroy Sané (FC Bayern)
  • Jamal Musiala (FC Bayern)

Mit gleich vier Bayern-Spielern und einigen großen Namen ist die Nationalelf im offensiven Mittelfeld natürlich gut besetzt. Aber: Einzig Rückkehrer Müller befindet sich wirklich in Topform, der Rest wird sich noch steigern - beziehungsweise wie Musiala und Hofmann noch internationales Niveau zeigen - müssen. Die Engländer*, die mit Stars wie Raheem Sterling, Phil Foden oder Marcus Rashford aufwarten, sind hier wohl noch einen Tick besser. Trotzdem müssen sich die DFB-Stars keineswegs verstecken. Fazit: Offensives Mittelfeld/Flügel - Gehobene internationale Klasse

Sturm

  • Timo Werner (FC Chelsea)
  • Kevin Volland (AS Monaco)

Seit Jahren fehlt Deutschland ein echter Knipser - und der Sturm könnte auch bei der kommenden EM zur Achillesferse werden. Werner scheint seine Tor-Krise langsam überwunden zu haben, Volland zeigte sich in der Ligue 1 treffsicher. Dennoch zieht der deutsche Angriff im Vergleich zu den anderen Top-Nationen klar den Kürzeren. Den wohl besten Sturm hat Frankreich* mit Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema. Einer der drei wird wohl sogar auf der Bank sitzen. England hat Ausnahme-Stürmer Harry Kane, Portugal hat Cristiano Ronaldo, Belgien hat Romelu Lukaku. Fazit: Sturm - International nur zweite Reihe

Nun sollten vor allem zwei Punkte den deutschen Fans zusätzlich Hoffnung machen: Gute Einzelspieler haben noch nie ein Turnier gewonnen - und Deutschland ist ja bekanntlich die berühmte Turniermannschaft. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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