Eintracht Frankfurt ist bei der Auslosung der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals im Lostopf.
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In der ersten Runde des DFB-Pokals hätte Schweinfurt den FC Schalke empfangen - nun kommt es vielleicht anders.

Schalke-Sportvorstand wettert gegen BfV

Chaos im DFB-Pokal: BFV-Präsident Koch „überrascht“ von Türkgücü-Klage - Langer Rechtsstreit um Schalke-Spiel?

  • Antonio Riether
    vonAntonio Riether
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Im DFB-Pokal wäre es am Samstag zum Duell zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Schweinfurt gekommen. Doch ein Münchner Verein klagte erfolgreich gegen die Partie.

  • In der ersten Runde des DFB-Pokals wären sich am Samstag Schalke 04 und Schweinfurt gegenübergestanden.
  • Doch aus dem Spiel wird nichts, da ein Verein aus München mit Erfolg gegen das Spiel klagte.
  • Gemäß des Gerichtsurteils wird Schweinfurts Teilnahme am Pokal vorläufig widerrufen.
  • Nun schalteten sich BFV-Präsident Rainer Koch und Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider ein.

Update vom 14. September: Im DFB-Pokal* gab es in der ersten Runde gleich zwei absolute Überraschungen: Regionalligist SV Elversberg schlug den Zweitligisten* St. Pauli und der SSV Ulm, ebenfalls Viertligist, konnte mit einem 2:0-Sieg das Zweitliga-Team von Erzgebirge Aue aus dem Wettbewerb schmeißen. Doch eine Partie, die gar nicht erst stattfand, sorgte für weitaus mehr Furore als die Underdog-Siege.

Eigentlich wären sich der Bundesliga-Traditionsverein FC Schalke 04 und der 1. FC Schweinfurt 05 aus der Regionalliga Bayern gegenübergestanden, doch der Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München verhinderte dies durch eine Klage beim Münchner Landgericht I per einstweiliger Verfügung. Die Münchner sehen sich als rechtmäßiger Teilnehmer an der ersten Runde des Pokals, doch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) meldete Schweinfurt für die erste Runde, da Türkgücü als Aufsteiger erklärt wurde und somit aus der Regionalliga-Wertung flog.

Chaos im DFB-Pokal: Türkgücü oder Schweinfurt - wer wird Schalke-Gegner? Rechtsstreit könnte sich ziehen

Der Schalke Sportvorstand Jochen Schneider kritisierte gegenüber Bild die Vorgehensweise des BFV scharf. „Das ist doch keine Raketenphysik...! Alle anderen Landesverbände haben‘s geschafft, nur der BFV nicht, der Schweinfurt erst eine Woche vorher benannt hat“, schimpft der Schalker Funktionär. „Der BFV hat einen Fehler gemacht und versucht nun, den Schwarzen Peter Türkgücü zuzuschieben“, so der Vorwurf.

BFV-Präsident Rainer Koch entgegnete den Vorwürfen und holte im BR-Programm „Blickpunkt Sport“ gegen Türkgücü aus. Man sei „völlig überrascht“ von der Klage des Drittliga-Neulings gewesen. „Offensichtlich ist es jetzt aufgrund der Streitigkeiten zwischen Schweinfurt und Türkgücü so gewesen, dass sich Herr Kivran nicht mehr an das halten wollte, was klar vereinbart war“, meinte Koch. Im Vorfeld soll zwischen den Vereinen ausgemacht worden sein, dass die Münchner zwar aufsteigen, den Franken jedoch den Startplatz im Pokal überlassen.

Wie Bild berichtet, wird der BFV am Montag Einspruch beim Landgericht einlegen, man hofft offenbar auf einen Zeitfahrplan. Dem Bericht zufolge könnte der hitzige Rechtsstreit zwischen den beiden Vereinen auch über den Jahreswechsel hinaus gehen, die zweite Pokalrunde soll allerdings bereits kurz vor Weihnachten ausgetragen werden. Im ungünstigsten Fall findet der Prozess um das Schalke-Spiel noch kein Ende, wenn die zweite Runde bereits ansteht. Der DFB müsste im Extremfall die kommende Spielrunde verschieben.

Von 32 Partien werden bis Montagabend 30 ausgespielt worden sein, der BVB beendet mit dem NRW-Derby in Duisburg das verlängerte Pokal-Wochenende. Die Bayern treten erst am 15. Oktober gegen Mittelrhein-Pokalsieger Düren an, doch beim FC Schalke 04 ist Stand jetzt weder Gegner noch Zeitpunkt absehbar.

DFB-Pokal: Türkgücü klagt Schweinfurt aus dem Pokal - Schalke-Sportvorstand äußert sich

Update vom 11. September, 22.25 Uhr: Der FC Schalke reagierte nun auf die Absage der Pokal-Partie gegen Schweinfurt. „Es ist sehr ärgerlich, dass das für Sonntag angesetzte DFB-Pokalspiel ausfallen muss“, so Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider. „Wenn Türkgücü München nach Ansicht des Landgerichts München der rechtmäßige Teilnehmer am DFB-Pokal ist, dann respektieren wir diese Entscheidung und freuen uns auf das Spiel gegen Türkgücü – wann immer es stattfinden wird“, fügte Schneider hinzu.

Doch Schneider stellte auch fest, dass gleiches gelten würde, „wenn wir doch noch gegen Schweinfurt spielen sollten“. Dann teilt er gegen den Bayrischen Fußball-Verband aus. „Letztendlich kann man jedoch nur den Kopf über die Vorgehensweise des Bayerischen Fußball-Verbandes schütteln, der über Wochen und Monate hinweg offensichtlich nicht in der Lage war, den rechtmäßigen Vertreter am DFB-Pokal zu bestimmen.“ Die Diskussionen um die DFB-Pokal-Teilnahme liefen tatsächlich bereits seit einigen Wochen.

DFB Pokal: Türkgücü mit erfolgreicher Klage gegen Schweinfurt - Schalke-Spiel abgesagt

Update vom 11. September, 20.55 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzte das Pokalspiel zwischen dem Bundesligisten FC Schalke 04 und dem 1. FC Schweinfurt 05 ab, nachdem ein Gerichtsentscheid den Kläger Türkgücü München als rechtmäßigen Teilnehmer am Pokal vorsieht. Das Landgericht I entschied am Freitag, dass der Drittliga-Neuling Türkgücü anstelle der Schweinfurter gegen die Schalker antreten soll.

Am Freitagabend verwies der DFB darauf, dass diese Entscheidung noch nicht rechtskräftig sei, die Partie zwischen dem Regionalliga-Spitzenteam und dem kriselnden Bundesligisten wurde jedoch bereits von der Spielleitung abgesagt. Über eine Neuansetzung entscheidet der DFB, „sobald die juristische Klärung herbeigeführt ist", wie der Verband in einer Presseerklärung mitteilte.

DFB-Pokal: Münchner Verein klagt gegen Schweinfurt - und bekommt Recht

Erstmeldung vom 11. September:
München/Schweinfurt - Dass der DFB-Pokal* seine eigenen Gesetze hat, ist klar. Doch mit der Urteilsverkündung des Münchner Landgerichts I rechnete wohl keiner. Das Spiel zwischen Schweinfurt und dem FC Schalke 04* scheint ins Wasser zu fallen, da ein Münchner Klub gerichtlich gegen die Durchführung vorging.

DFB-Pokal: Einzigartiger Fall - Drittligist klagt Amateur-Verein zwei Tage vor der ersten Runde aus dem Pokal

Keine zwei Tage vor dem Anpfiff des Erstrundenspiels im DFB-Pokal* gibt es eine einschneidende Planänderung. Der Bundesligist* wird offenbar nicht gegen den FC Schweinfurt antreten. Der Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München* bewirkte dies beim Münchner Landgericht I laut Vereinsmitteilung vom Freitag durch eine Einstweilige Verfügung. Nun ist unklar, wie es weiter geht. Eine Austragung am Wochenende ist recht unwahrscheinlich, wie der SID berichtet.

Grund des Rechtsstreits zwischen dem finanzkräftigen Drittliga-Neuling Türkgücü München und dem 1. FC Schweinfurt ist die Pokal-Nominierung der Unterfranken. Als Regionalliga-Meister hätte sich Türkgücü für den Pokal qualifiziert, doch durch die Corona-Pandemie wurde der klare Tabellenführer kurzerhand zum Aufsteiger ernannt. Damit rückte Schweinfurt auf den ersten Platz und nahm somit an der Pokal-Auslosung teil während der eigentliche Meister in die Röhre guckte.

DFB-Pokal: Türkgücü München klagt erfolgreich gegen Schweinfurt - Keine Pokal-Party gegen Schalke

Gemäß dem Urteil wäre der Bayerische Fußball-Verband (BFV) nun gezwungen, „die Meldung von Schweinfurt vorläufig zu widerrufen und Türkgücü zum Pokal melden“, schrieb der Migranten-Verein in einer Mitteilung: „Der DFB muss diese Maßnahmen zulassen.“ Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny verteidigte den Gang vor Gericht anschließend. „Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis der Bayerischen Fußballverbandes die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB Pokal teilnehmen zu lassen“, zitierte ihn Bild.

„Das Urteil ist noch ganz frisch. Wir warten jetzt auf weitere Informationen seitens des DFB“, teilte Kothny dem SID mit. Nun sind DFB und der BFV in regem Austausch, um die Situation so gut wie möglich zu lösen. Der FC Schalke 04 äußerte sich auf SID-Anfrage nicht.

Wie die Bild erfahren haben will, rechnet Türkgücü wohl mit einer Verschiebung des Spiels auf einen späteren Zeitpunkt, ähnlich wie es beim FC Bayern der Fall sei wird. Die mögliche Nachholpartie zwischen Türkgücü und Schalke** könnte etwa in der Länderspielpause Anfang Oktober stattfinden. (ajr) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. **fupa.net ist ebenso Teil des Redaktionsnetzwerks

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