Bela Rethy
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Béla Réthy berichtete live vom EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland.

Er berichtete aus Kopenhagen

„Schon das negativste Gefühl“: So versuchte ZDF-Kommentator, den Eriksen-Kollaps live zu begleiten

  • Lukas Schierlinger
    VonLukas Schierlinger
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Der erfahrene TV-Kommentator bezeichnete es als die für ihn „emotional bisher härteste Übertragung“. So erlebte Béla Réthy den Eriksen-Kollaps bei der EM 2021.

Berlin/Kopenhagen - Béla Réthy stand vor einer unglaublich schwierigen Aufgabe. Im EM-2021*-Gruppenspiel zwischen Dänemark und Finnland lief gerade die 43. Spielminute, als Christian Eriksen plötzlich zusammenbrach. Der Mittelfeldmann von Inter Mailand musste auf dem Spielfeld wiederbelebt werden. Sportreporter Réthy kommentierte die Geschehnisse für das ZDF-Fernsehpublikum live aus Kopenhagen.

Eriksen-Kollaps bei EM 2021: So erlebte ZDF-Reporter die schlimmen Szenen

„Das war für mich emotional die bisher härteste Übertragung“, erklärte der TV-Journalist tags darauf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Anfangs sei er weniger Reporter gewesen als „ein Mensch, der mitempfindet“.

Die Partie wurde unterbrochen, Eriksens Behandlung nach bangen und langen Minuten auf dem Rasen im Krankenhaus fortgesetzt. Auf den Fernsehbildern war deutlich zu erkennen, wie Einsatzkräfte versuchten, den 29-Jährigen zu reanimieren. Um 20.30 Uhr setzten die Teams das Spiel fort. Durch einen Treffer von Joel Pohjanpalo konnte der finnische Underdog sich mit 1:0 durchsetzten. Die Teamkameraden des Abtransportierten waren mental zweifellos nicht mehr auf einen EM*-Leistungsvergleich eingestellt. Inzwischen befindet sich Eriksen auf dem Weg der Besserung.

EM 2021: Dänemark-Spiel wird nach Eriksen-Zusammenbruch fortgesetzt - für Kommentator „das negativste Gefühl“

„Das war schon das negativste Gefühl, das ich je bei meiner Arbeit hatte“, erklärte Réthy. Nach Wiederanpfiff erneut am Mikrofon zu performen sei enorm kompliziert gewesen: „Man muss mit jedem Wort aufpassen. Auf solche Situationen kann man sich nicht vorbereiten.“

Für seine Berichterstattung war das ZDF vom Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) heftig gerügt worden. „Ich finde es unerträglich, dass bei der Live-Übertragung im Fernsehen lange Zeit die Reanimation des Fußballers gezeigt wurde. Das ist unverantwortlich“, kritisierte Frank Überall.

ZDF nach Bilder von Eriksen-Reanimation in der Kritik - Sender: „Réthy hat einfühlsam reportiert“

In einem Statement zur Causa hielt der Sender dagegen. „Das ZDF ist mit dem tragischen Zwischenfall beim Spiel Dänemark-Finnland verantwortungsvoll umgegangen. Als sich das Ausmaß der schweren Verletzung abzeichnete, gab es keine Naheinstellungen oder andere unpassende Bilder“, gab Sportchef Thomas Fuhrmann zu Protokoll. In seine Einschätzung schloss er ausdrücklich auch den Kommentator ein: „Béla Réthy hat einfühlsam aus dem Stadion reportiert.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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