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Zoff im Zillertal-Trainingslager: FPÖ will Werder Bremen verklagen - „Links versiffte Piefke“

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Von: Marius Epp

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Werder Bremen trainiert momentan im Zillertal.
Werder Bremen trainiert momentan im Zillertal. © IMAGO/nordphoto GmbH / Rauch

Fußballvereine und Parteien haben normalerweise nicht viel miteinander zu tun. Doch im Zillertal kracht es gewaltig zwischen der FPÖ und Werder Bremen.

Zell am Ziller - Bundesliga-Aufsteiger Werder Bremen schlägt seine Zelte schon zum elften Mal für das Sommer-Trainingslager im Zillertal auf. „Wir fühlen uns dort immer wohl“, sagte Sportchef Frank Baumann im Vorfeld. Nicht mehr so wohl fühlten sich die Bremer, als sie sahen, wer dieses Mal ihr Nachbar ist.

Direkt neben dem Trainingsgelände der Norddeutschen machte sich nämlich die österreichische Rechtspopulisten-Partei FPÖ breit. Die ehemalige Regierungspartei veranstaltete dort einen Aktionstag. Werder reagierte mit einem Tweet, auf dem die Fahne der Partei klar zu erkennen ist. „Klare Kante gegen Nazis“, formuliert der Fußballklub seine Twitter-Botschaft.

FPÖ will Werder Bremen wegen Tweet verklagen

Das Echo ließ nicht lange auf sich warten. Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger verlangt eine Entschuldigung binnen einer Woche, ansonsten werde man klagen, wie er am Montag der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte.

Es handle sich um die Verunglimpfung einer demokratischen Partei, die seit Jahrzehnten fest in der Parteiendemokratie verankert sei und einen großen Wählerzuspruch erfahre, sagte der Landesparteichef. „Der Tweet stellt zudem eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus dar.“

FPÖ attackiert Werder Bremen: „Links versiffte Piefke“

FPÖ-Pressesprecher Leo Kohlbauer schoss auf Twitter zurück: „Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns. Sollen‘s im Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern.“ Abwerzger bezeichnete die Bremer als „offensichtliche Hohlköpfe“. Die FPÖ muss sich immer wieder Vorwürfe gefallen lassen, dem Rechtsextremismus zu nahe zu stehen.

Die Freiheitliche Partei Österreichs war von 2017 bis 2019 als kleiner Koalitionspartner der konservativen ÖVP in der Regierung vertreten. Werder Bremen engagiert sich schon lange gegen jede Form von Rassismus und Rechtsextremismus. „Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen“, sagte Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald einmal. (epp/dpa)

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