+
Beckenbauer und Radmann: Der „Kaiser“ bestritt nie, für Russland als Ausrichter der WM 2018 gestimmt zu haben.

WM 2018 in Russland

Neue Vorwürfe gegen Franz Beckenbauer: Stimme für Millionenbetrag verkauft?

Erneut gibt es Berichte über die Bestechlichkeit von Franz Beckenbauer. Diesmal geht es jedoch weder um das deutsche „Sommermärchen“ 2006 noch um Millionenzahlungen aus Katar.

München - Der Spiegel hat schwere Vorwürfe gegen Franz Beckenbauer (74) im Zusammenhang mit der Vergabe der WM-Endrunde 2018 erhoben. Wie das Blatt berichtet, soll Fedor Radmann (75) – ein Vertrauter und Berater des „Kaisers“ – dessen Stimme zum Verkauf angeboten haben. Beckenbauer, der damals u.a. im FIFA-Exekutivkomitee saß, soll für Geld seine Stimme für Russland abgegeben haben. In dem Bericht ist von insgesamt 4,5 Millionen Euro „Prämie“ die Rede. 

WM 2018 in Russland: Hat Beckenbauer seine Stimme verkauft?

Drei Millionen soll allein Beckenbauers Stimmabgabe gekostet haben, zusätzliche 1,5 Millionen Euro für die erfolgreiche Vergabe aufgerufen worden sein. Russland hatte sich bei der Vergabe im Dezember 2010 in Zürich gegen die Doppel-Bewerber Belgien/Niederlande und Spanien/Portugal durchgesetzt.

Laut Spiegel habe es Hinweise auf eine gekaufte Stimmabgabe in dem Buch „The Ugly Game“ gegeben. Die Informationen jetzt sollen auf der russischen Seite The Insider aufgetaucht sein. Die dortigen E-Mails sollen von einem gehackten Account des Chefs der russischen Kulturbehörde, Sergej Kapkow, stammen.

In einem Schriftverkehr zwischen Alexander Dschordschadse, einem Funktionär des WM-Bewerbungskomitees und dem damaligen russischen Vizepremier Igor Schuwalow, heißt es über Beckenbauer: „Früher hat er die Kandidatur Englands unterstützt. Aber nach unseren Kontakten mit den Beratern der australischen Bewerbung bekamen wir die Information über die Bereitschaft von FB, die Bewerbung Russlands zu unterstützen. Gewünscht ist ein Treffen in Moskau mit den höchsten Führern der Bewerbung. Der Berater Beckenbauers, Fedor Radmann, bietet dessen Stimme an für eine großzügige Gegenleistung für seine Beraterdienste.“

Franz Beckenbauer: Ausgang der Ermittlungen zu WM 2006 noch offen

Franz Beckenbauer hat nie geleugnet, für Russland gestimmt zu haben. Im Bild-Interview bestritt er 2014, er habe seine Stimme im Tausch gegen einen Vertrag mit „Gazprom“ abgegeben: „Ich selber habe überhaupt keinen Vertrag mit Gazprom, sondern mein Management mit der Russian Gas Society.“

Die Schweizer Justiz lässt in den Ermittlungen zur Affäre um die WM 2006 bereits Beckenbauers Gesundheitszustand begutachten. Dann soll über die Fortführung eines Strafverfahrens gegen den „Kaiser“ entschieden werden.

tz/mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heidenheim-Coach: Größerer Druck bei VfB und HSV
Heidenheim (dpa) - Im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga sieht der 1. FC Heidenheim den Hamburger SV und den VfB Stuttgart unter größerem Erfolgsdruck.
Heidenheim-Coach: Größerer Druck bei VfB und HSV
Werder bricht im Abstiegskampf gegen Frankfurt ein
Werder Bremen hat das Nachholspiel in der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt mit 0:3 verloren. Der Spielbericht der DeichStube*.
Werder bricht im Abstiegskampf gegen Frankfurt ein
Herber Rückschlag für Werder: Heimpleite gegen Frankfurt
Werder Bremen muss im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wieder einen Rückschlag hinnehmen. Nach gutem Start verlieren die Bremer am Ende klar gegen Eintracht …
Herber Rückschlag für Werder: Heimpleite gegen Frankfurt
MSV Duisburg patzt, bleibt aber Erster in der 3. Liga
Duisburg (dpa) - Der TSV 1860 München hat in der 3. Fußball-Liga den Sprung auf einen Aufstiegsplatz verpasst. Im Traditionsduell kamen die Löwen zum Abschluss des 29. …
MSV Duisburg patzt, bleibt aber Erster in der 3. Liga

Kommentare