Moskau attackiert Frankreich

Kommentar zur EM-Gewalt: Rüpel-Russlands Machogehabe 

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München - „Absolut inakzeptabel“ findet Moskaus Außenminister Lawrow die Festnahme einer Gruppe russischer Fußballfans bei der EM in Frankreich. Warum eigentlich? Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Wenn die Angaben der französischen Polizei stimmen, gibt es handfeste Beweise für eine Beteiligung einiger der Verhafteten an den brutalen Schlägereien der Vortage. Lawrows unsouveräne Intervention ist geeignet, die russischen Hooligans zu weiteren Gewalttaten aufzustacheln. Und sie weckt üble Erinnerungen an seine Einmischung in den Fall des angeblich in Deutschland von Flüchtlingen vergewaltigten russischstämmigen Mädchens Lisa, der sich später als frei erfunden erwies. Die wiederholten Drohungen des Außenministers sind eines zivilisierten europäischen Landes unwürdig und offenbaren eine Großmachtattitüde, die im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr haben sollte.

Die Masche ist ja stets dieselbe: Immer präsentiert sich Moskau als die verfolgte Unschuld, die vom Westen „eingekreist“, von den „Faschisten in Kiew“ bedroht und deren Bürgern in Westeuropa nachgestellt wird. Bis Retter Putin herbeieilt, gern mit freiem Oberkörper. Wie dankbar das im Kreml vom Präsidenten gepflegte präpotente Machogehabe von Teilen seines Volkes übernommen wird, zeigen die Gewaltexzesse muskelbepackter russischer Hooligans bei der EM, denen ein Teil der Moskauer Nomenklatura sogar noch Beifall zollt – wie Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedew, der den Schlägern nach den Ausschreitungen stolz zurief: „Bravo Jungs, macht weiter so.“

Putin beklagt sich, warum sein Land bei den Nachbarn in so schlechtem Ansehen steht? Dann sollte Russland endlich aufhören, sich wie ein Rüpel zu benehmen.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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