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Geraten mehr und mehr in die Kritik: Das Krisenmanagement von Teammanager Oliver Bierhoff (l.) und DFB-Präsident Reinhard Grindel lässt zu wünschen übrig.

„Kein Verständnis dafür“

Wegen Özil-Schelte: Nächster Politiker attackiert Bierhoff und Grindel

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Die nächste Runde im bösen Spiel Politiker contra DFB-Bosse ist eingeläutet. Nach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet attackiert auch eines seiner Kabinettsmitglieder die Aufarbeitung des WM-Debakels durch die starken Männer im deutschen Fußball.

München - Das Krisenmanagement der DFB-Spitze nach der historischen WM-Blamage ist zu einem Eigentor verkommen. Zunächst wurde die groß angekündigte Analyse kleinlaut aufgeschoben, dann pickten sich Teammanager Oliver Bierhoff und Präsident Reinhard Grindel mit Mesut Özil eines der schwächsten Glieder als Sündenbock für die Öffentlichkeit heraus. Die Interviews in Welt und kicker haben aber komplett andere Reaktionen hervorgerufen als von den Bossen erwartet worden sein dürfte.

Jetzt hagelt es auch Kritik von Joachim Stamp. Der Integrationsminister von Nordrhein-Westfalen schimpft im Gespräch mit Der Westen: „Ich habe Özil und Gündogan nach dem Erdogan-Foto auch öffentlich kritisiert. Aber ich habe kein Verständnis dafür, wie der DFB versucht, das schwache Abschneiden bei der WM an einer einzelnen Person festzumachen.“ Der FDP-Politiker dürfte sich den beiden gebürtigen Gelsenkirchenern angesichts seiner Position in besonderer Weise verbunden fühlen.

Bekommt nach der unverhohlenen Kritik der DFB-Bosse viel Zuspruch: Mesut Özil ist in diesem Sommer zu einem Politikum geworden.

„DFB-Verhalten nicht hilfreich für gesellschaftliches Klima“

Deshalb mahnt er die jüngsten verbalen Angriffe seitens des DFB-Duos auch mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext an: „Das Verhalten des DFB ist gerade vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen nicht hilfreich für das gesellschaftliche Klima.“ Stamps Plädoyer lautet: „Wir müssen in unserer Gesellschaft klar machen, dass jeder von uns als Mensch wertvoll ist - unabhängig von der Herkunft seiner Eltern oder Großeltern.“

Der 48-Jährige hofft, „dass Özil und Gündogan weiter wertvoll für die Nationalmannschaft sind“. Vor Stamp hatte sich bereits NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisch-süffisant zur Aufarbeitung der WM-Pleite durch den DFB geäußert. Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte sogar einen Wechsel an der Spitze des Verbandes angeregt. Auch in den sozialen Medien weht Bierhoff und Grindel, die Özils und Gündogans Besuch beim türkischen Präsidenten wochenlang herunterspielten, nach ihrer 180-Grad-Wende ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht. Özil selbst hat sich nach wie vor nicht zum heißdiskutierten Fototermin mit Erdogan geäußert.

mg

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