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Kölns Trainer Markus Gisdol jubelte nach dem Sieg gegen Bayer Leverkusen. Foto: Marius Becker/dpa

Keller-Duell

Gisdol mit 1. FC Köln Favorit gegen Kohfeldts Bremer

Wenn Köln und Bremen im Keller-Duell aufeinandertreffen, stehen die beiden Trainer im Mittelpunkt. Der eine muss sich sein Standing trotz der jüngsten Erfolge weiter erarbeiten, der andere steht trotz der Talfahrt weiter hoch im Kurs.

Köln (dpa) - Als vor der Saison alle über Florian Kohfeldt sprachen, war es um Markus Gisdol ganz still.

Nach seiner Entlassung beim HSV Anfang 2018 hatte es zwar immer mal wieder Spekulationen um ein neues Engagement Gisdols gegeben, doch eigentlich stand der frühere Trainer von 1899 Hoffenheim im Abseits. Ganz anders die Situation bei Kohfeldt. Der Werder-Coach galt als der Shootingstar der Branche, nachdem er Werder Bremen auf beeindruckende Art und Weise wiederbelebt und fast in die Europa League geführt hatte. Interviews in der "Süddeutschen Zeitung" und im "Spiegel" - Kohfeldt war gefragt und hatte immer etwas Substanzielles zu sagen.

Wenn sich Gisdol und Kohfeldt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Keller-Duell zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen begegnen, hat sich ihre Lage grundlegend geändert. Während Gisdol nach zuletzt zwei Siegen in Köln in die Rolle des Hoffnungsträgers geschlüpft ist, durchlebt Kohfeldt in Bremen die schwierigste Phase seiner etwas mehr als zweijährigen Amtszeit. Zuletzt setzte es drei Pleiten in Serie mit dem 0:5-Debakel gegen Mainz als (vorerst) negativem Höhepunkt.

Weiter wird in Bremen viel über und mit Kohfeldt geredet. Nur sind die Fragen nun gänzlich andere. Es geht um die Zukunft des Trainers in Bremen, sogar Fragen nach seinem Rücktritt werden gestellt. Kohfeldt wirkt angeschlagen, einen solch dramatischen Absturz hatte sich der 37-Jährige nicht vorstellen können. Doch der Trainer des Jahres 2018 versteckt sich auch in der prekären Situation nicht, geht weiter vorneweg. So auch am Dienstag nach der Nicht-Leistung seiner Mannschaft gegen Mainz, als er den Bremer Trauermarsch in die Fankurve anführte und dort von den Anhängern trotz des Absturzes auf den Relegationsrang 16 viel Zuspruch erhielt.

Diesen musste sich Gisdol in Köln erst hart erarbeiten. Dass der FC den 50-Jährigen zusammen mit Sportdirektor Horst Heldt mit der Rettung des Traditionsclubs beauftragte, kam bei vielen Anhängern nicht gut an. Die Bilanz von nur einem Punkt aus den ersten drei Partien schien die Kritiker zu bestätigen. Doch Gisdol blieb ruhig und könnte nun mit einem weiteren Sieg gegen Bremen zum großen Gewinner der Englischen Woche vor dem Weihnachtsfest werden.

Dabei ging der neue FC-Coach durchaus ein Risiko ein, als er zuletzt zahlreiche junge Spieler einbaute. "Gisdols Mut zur Jugend wird belohnt", kommentierte der "Kölner Stadtanzeiger" am Donnerstag. "Natürlich hat uns das frisches Blut gebracht", sagte Gisdol, lobte aber auch die Erfahrenen im Kader. "Die Mischung macht es."

Während Gisdol diese in Köln gefunden zu haben scheint, haben sie in Bremen vor der Saison offensichtlich auf den falschen Mix gesetzt. Weshalb es in der Winterpause auch Korrekturen geben soll. Am Kader, nicht auf der Trainerposition. "Ich werde hier definitiv nicht weglaufen", stellte Kohfeldt klar, der von den Offiziellen auch für den Fall einer Niederlage in Köln eine Jobgarantie erhalten hat. Doch darauf will es Kohfeldt, der sich in den vergangenen Tagen auch mit Thomas Schaaf und Tennis-Trainer Jan de Witt ausgetauscht hat, nicht ankommen lassen. In Köln soll unbedingt ein Sieg her. "Ich will mit einem einigermaßen guten Gefühl in die Winterpause gehen."

Kohfeldt-Profil auf Werder-Homepage

Gisdol-Profil auf Köln-Homepage

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