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Trauer um Fußball-Legende: Der „Beckenbauer des Ostens“ ist tot

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Von: Alexander Kaindl

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Er war einst ein Weltklasse-Spieler, in der DDR ein Fußball-Held. Nun ist er tot: Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner ist im Alter von 70 Jahren verstorben.

Dresden - Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner ist tot. Die ostdeutsche Fußball-Legende starb in der Nacht zum 19. Januar im Alter von 70 Jahren, wie sein ehemaliger Klub Dynamo Dresden in einer offiziellen Mitteilung verkündete. Nach Angaben des Zweitligisten verstarb der Rekordspieler und Ehrenspielführer der Sachsen nach langer und schwerer Krankheit.

Der „Beckenbauer des Ostens“ bestritt 100 Länderspiele für die DDR, wurde wegen seiner Spielweise häufig mit Franz Beckenbauer (76) verglichen. Der Kaiser prägte damals eine Ära beim FC Bayern München, wurde mit der BRD-Auswahl 1974 sogar Weltmeister. Dörner war sein Pendant in Ostdeutschland. Er spielte wettbewerbsübergreifend 558 Mal für Dynamo Dresden, wobei er 101 Tore erzielte. Er wurde mit den Sachsen fünf Mal DDR-Meister und holte vier Mal den FDGB-Pokal. 1976 gewann Dörner mit der DDR Olympia-Gold, für den ostdeutschen Fußball war „Dixie“, der Weltklasse-Libero, eine der prägendsten Figuren. Zuletzt hatte er sich auch als Aufsichtsratsmitglied für Dynamo eingesetzt.

Hans-Jürgen Dörner ist tot: Trauer um „Dixie“

Dresdens Präsident Holger Scholze sagte am Morgen nach Dörners Tod: „Es ist unbegreiflich, schockierend und sehr, sehr traurig. Wir können es noch gar nicht begreifen, dass ‚Dixie‘ Dörner nicht mehr unter uns sein soll. Sein Tod stürzt unsere Sportgemeinschaft in tiefe Trauer. Mit ‚Dixie‘ Dörner ist nicht nur der größte Spieler der Vereinsgeschichte von uns gegangen – wir haben auch einen Menschen verloren, der unser aller Herz erobert hatte. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg hat er sich auf und neben dem Platz für die Farben unserer Stadt und unseres Vereins in beeindruckender und herausragender Art und Weise eingesetzt.“

Neben der SGD war Dörner auch für mehrere andere Vereine tätig: Unter anderem coachte er in den Neunzigern den SV Werder Bremen und den FSV Zwickau, außerdem arbeitete er in verschiedensten Funktionen für den DFB. Im Oktober 2019 wurde Dörner in die „Hall of Fame“ des Deutschen Fußballmuseums aufgenommen. Dynamo will für das Zweitliga-Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Hannover 96 eine Schweigeminute beantragen. Zudem soll die Mannschaft als Zeichen der Anteilnahme mit Trauerflor spielen.

Dixie Dörner ist tot: Dresden-Legende hatte gesundheitliche Probleme

Dörner hatte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Schwierigkeiten mit seiner Gesundheit. Laut Bild wurde er im Sommer 2021 operiert. „Es gab Probleme mit den Blutgefäßen, aber ich bin kein Arzt“, sagte er damals zur Zeitung, nachdem er nach wochenlangem Aufenthalt aus der Klinik entlassen worden war. (akl/sid)

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