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Flick macht Krebserkrankung seiner Frau öffentlich – „Angst, wie ich sie nie zuvor spürte“

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Von: Momir Takac

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Hansi Flick bringt ein Buch heraus. Darin gesteht er, dass seine Frau schwer krank war. Die schwierige Zeit machte ihn zu einem anderen Menschen, wie er erklärt.

Bammental - Hansi Flick startet als Trainer richtig durch. Im November 2019 begann er beim FC Bayern seine Karriere als Proficoach und gewann mit den Münchnern gleich mal sechs Titel. Inzwischen ist er erfolgreicher Bundestrainer und blickt nach der souveränen WM-Qualifikation zuversichtlich in Richtung WM 2022 in Katar.

Flick macht in seinem Buch Schicksalsschlag in der Familie öffentlich

Als Assistent von Joachim Löw feierte er 2014 die Weltmeisterschaft. Sportlich fährt Flick auf der Überholspur, und auch privat ist er sehr glücklich. Flick und seine Frau Silke sind seit 35 Jahren verheiratet, kennengelernt hatten sie sich als Teenager. Zusammen haben sie zwei Töchter. Einmal verriet Flick, dass Frau Silke seine wichtigste Ratgeberin ist. Ansonsten dringt eher wenig Privates an die Öffentlichkeit.

Umso bemerkenswerter ist es, dass der Fußball-Lehrer nun einen sehr persönlichen Schicksalsschlag verrät. Am 18. September erscheint sein Buch „Im Moment – Über Erfolg, die Schönheit des Spiels und was im Leben wirklich zählt“. Darin schildert Flick, wie er und seine Frau vor zwölf Jahren eine bittere Diagnose erhielten.

Hansi Flick
Bundestrainer Hansi Flick steht bei einem Interview nach dem Spiel. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Flick bewundert seine Frau Silke, wie gelassen sie mit der Krebserkrankung umging

Im Anschluss an die WM 2010 sei bei „Silke Brustkrebs diagnostiziert“ worden, schreibt der 57-Jährige im Buch. Erste Abzüge daraus druckte die Bild vor der Veröffentlichung ab. „Ich hatte Angst, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte. Für sie und die Kinder da zu sein, stand noch mehr als sonst im Vordergrund“, wird Flick weiter zitiert.

In dieser Phase habe er vom DFB (Flick war damals Co-Trainer der deutschen Nationalelf, Anm. d. Red.) „einmaligen Rückhalt erhalten und konnte mich eine gewisse Zeit zurückziehen“. Seine Frau bewundere er bis heute, „mit welcher Stärke und inneren Ruhe sie die schwierige Situation meisterte.“

Nach Krebsdiagnose seiner Frau: Bei Flick flossen viele Tränen

„Ich lag abends deutlich häufiger mit Tränen in den Augen im Bett, als es bei ihr der Fall war“, gesteht Flick. Dieser Lebensabschnitt habe ihn „Demut und Dankbarkeit gelehrt“. Es verändere etwas in einem, wenn man die eigene Vergänglichkeit und den Tod gespiegelt bekommt.

Deshalb sehe er zwischenmenschliche Begegnungen und Beziehungen seit diesem Schicksalsschlag „nie als selbstverständlich gegeben an“, erklärte Flick. Auch mit sportlichen Pleiten gehe er heute anders um. „Es gibt Dinge, die größer und wichtiger sind als Fußball.“ Viel größer auch als sein traurigster Moment als Bayern-Trainer. (mt)

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