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Herthas Fabian Lustenberger (r) und Vedad Ibisevic beschweren sich bei Schiedsrichter Guido Winkmann (l).

Bundesliga

Ibisevic schießt Hertha auf Platz 3 und sieht Rot

Berlin - Erst zwei Tore, dann ein Platzverweis: Jubiläums-Torschütze Vedad Ibisevic hat Hertha BSC mit einem Doppelpack auf Platz drei der Fußball-Bundesliga geschossen.

Mit seinen Bundesliga-Toren Nummer 99 und 100 drehte der Bosnier beim 2:1 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 am Sonntag im Alleingang das Spiel, ehe sein großer Tag nach einer Gelb-Roten Karte noch getrübt wurde. Trotzdem holten die Berliner dank ihres Torjägers den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel und stehen mit 24 Punkten nun hervorragend da. Die Mainzer, die am Donnerstag in der Europa League ihre letzte Chance auf das Weiterkommen verspielt hatten, sind mit 17 Zählern Neunter.

Vor nur 37 862 Zuschauern hatte Bundesliga-Debütant Aaron Seydel für die Gäste mit seinem Premieren-Tor in der 25. Minute die Führung besorgt. Doch noch vor der Pause schaffte Kapitän Ibisevic den Ausgleich (36.), ehe dem Bosnier in der zweiten Halbzeit gar der entscheidende Treffer gelang (67.). Damit setze er sich in der ewigen Rangliste der besten Ausländer vor den Südkoreaner Bum-kun Cha auf den sechsten Platz. Mehr Tore gab es für die Hertha von Ibisevic nicht zu bejubeln, nachdem der Stürmer in der 74. Minute die Ampelkarte sah. Zuvor hatte auch der Mainzer Jean-Philippe Gbamin Gelb-Rot gesehen (62.).

„Das war ein Riesenkampf. Wir haben kontrolliert gespielt. Nachdem wir aus dem Nichts ein Tor kassiert haben, sind wir ruhig geblieben. Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai und lobte seinen Torjäger Ibisevic: „Er ist ein guter Kapitän, ein guter Teamspieler. Er ist sehr wichtig. Das waren auch nicht irgendwelche Tore, sondern Siegtore. Er hat die Tore reingekämpft. Die Gelb-Rote Karte ist schmerzhaft, aber das akzeptieren wir.“

Hertha BSC mit den größeren Spielanteilen als Mainz

In einem mittelmäßigen Bundesligaspiel besaßen die heimstarken Berliner die größeren Spielanteile, die Gäste waren aber mit schnellen Kontern nicht ungefährlich. Einer dieser Gegenangriffe führte gleich zum ersten Tor. Nach einer Flanke von Levin Öztunali wehrte Verteidiger Sebastian Langkamp den Ball unglücklich vor die Füße von Seydel ab, der den Ball aus kurzer Entfernung ins Tor beförderte. Damit rundete der 20-Jährige eine für ihn traumhafte Woche mit seinem ersten Bundesliga-Tor ab. Beim 0:0 in St. Etienne war Seydel, den Trainer Martin Schmidt aus dem Reserve-Team hochgezogen hat, erstmals für die Mainzer Profimannschaft zum Einsatz gekommen.

Das Tor fiel gerade in einer Phase, als die Berliner das Spiel mehr und mehr in den Griff bekommen hatten. So hatte Ibisevic kurz zuvor zwei gute Möglichkeiten vergeben (20. und 23.). Erst setzte der Stürmer nach Freistoß von Marvin Plattenhardt den Ball per Kopf neben das Tor, dann prüfte er mit einem Schuss den Mainzer Keeper Jonas Lössl.

Geschockt zeigten sich die Gastgeber von dem Rückstand aber nicht. Und es war wieder einmal Ibisevic, der die Gastgeber erlöste. Nach einem Zuspiel von Salomon Kalou setzte sich der 32-Jährige geschickt gegen drei Gegenspieler durch und schoss den Ball ins rechte untere Toreck.

Im zweiten Durchgang präsentierten sich die Mainzer zunächst mutiger und sorgten durch Gaetan Bussmann gleich für Gefahr (49.). Doch spätestens mit der Ampelkarte für Gbamin wurde die Schlussoffensive der Berliner eingeleitet. Der Ivorer war für ein Foul an Niklas Stark bestraft worden (62.). Die Hertha erspielte sich nun Chancen im Minutentakt. Beim anschließenden Freistoß strich der Ball bei einem Abwehrversuch des Mainzers Leon Balogun knapp am Tor vorbei (63.), dann scheiterte Ibisevic (65.).

Doch zwei Minuten später war es doch passiert. Nach einer Kopfballvorlage von Kalou traf der Stürmer aus kurzer Entfernung. Eingeleitet hatte das Tor Vladimir Darida, der nach zweimonatiger Pause sein Comeback gab. Nachdem Ibisevic die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, warf Mainz noch einmal alles nach vorne. Doch Yunus Malli hat mit einem Freistoß an die Latte aber Pech (84.).

dpa

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