In der Arena des MSV Duisburg wird Europa League gespielt. Foto: Marius Becker/dpa
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In der Arena des MSV Duisburg wird Europa League gespielt. Foto: Marius Becker/dpa

Europapokal

In NRW und Lissabon: So funktionieren die Blitzturniere

Lissabon (dpa) - Corona macht alles anders. Mit fünf Monaten Verspätung geht es in Champions League und Europa League weiter.

Vor den Finalturnieren müssen in dieser Woche aber noch die restlichen Viertelfinalisten ermittelt werden. Dann starten die Blitzwettbewerbe der Europäischen Fußball-Union in Lissabon und Nordrhein-Westfalen.

Nach welchem Modus werden die Sieger ermittelt?

Erstmals werden die Europacup-Gewinner in Turnierform gekürt - in der Champions League vom 12. bis 23. August in Lissabon, in der Europa League vom 10. bis 21. August in vier Stadien in NRW. Statt Hin- und Rückspielen gibt es für Viertelfinale und Halbfinale nur eine K.o.-Partie. Mehr ließ der enge Zeitplan nicht zu. Immerhin: Die umstrittene Auswärtstorregel fällt natürlich weg. Der Sieger wird falls nötig nach Verlängerung oder im Elfmeterschießen ermittelt. Die Endspiele finden wie gewohnt als krönender Abschluss mit einer Finalpartie statt.

Wie sind die Turniere organisiert?

Zunächst müssen noch vier Achtelfinals in der Champions League und sogar acht Partien in der Europa League absolviert werden. Außer den Partien Sevilla-AS Rom (Duisburg) und Inter Mailand - FC Getafe (Gelsenkirchen) finden diese in den Rückspiel-Heimorten statt. Das anschließende Europa-League-Turnier wurde nach Nordrhein-Westfalen vergeben. Spielorte für die Viertelfinals sind Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg. Die Halbfinals finden in Köln und Düsseldorf und das Endspiel am 21. August in Köln statt.

Lissabon bekam den Vorzug der UEFA vor Frankfurt für das Königsklassen-Turnier. Gespielt wird in den Stadien der Traditionsclubs Benfica, Estádio da Luz, und Sporting, Estádio José Alvalade XXI. Der FC Bayern München muss zuvor noch in der Allianz Arena sein Rückspiel gegen den FC Chelsea (3:0) absolvieren. RB Leipzig tritt am 13. August gegen Atlético Madrid an.

Wie ist die sportliche Ausgangslage?

Ganz gerecht kann es nicht zugehen. Doch wer letztlich einen Vorteil hat, wird sich erst im Turnier zeigen. Die deutschen Clubs sind seit Ende Juni nicht mehr im Wettkampfmodus. Die Teams aus England, Spanien und Italien beendeten ihre Spielzeiten erst Ende Juli oder sogar am vergangenen Wochenende. Dafür hatten sie keine Pause. Die Favoritenfrage ist somit schwer zu beantworten. Die Bayern wollen unbedingt das Triple, Manchester City und der FC Barcelona wollen ihre Vize-Ränge in den nationalen Ligen vergessen machen. RB Leipzig gehört wie Atalanta Bergamo sicherlich zu den Außenseitern.

In der Europa League wird die Turnier-Qualifikation für Eintracht Frankfurt (0:3 gegen FC Basel) und den VfL Wolfsburg (1:2 gegen Schachtjar Donezk) schwer. Gute Aussichten auf das Heimturnier hat Bayer Leverkusen nach dem 3:1 bei den Glasgow Rangers. Die Konkurrenz um den Titel, der das Startrecht in der Champions League einbringt, ist namhaft. Manchester United, Inter Mailand und AS Rom gehören zu den Favoriten.

Wie stark sind die Einschränkungen durch Corona?

Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Portugal werden keine Zuschauer zu den Spielen zugelassen. Auch die Achtelfinals in beiden Europapokal-Wettbewerben finden ohne Publikum statt. Die unterschiedliche Corona-Situation in den Gastgeberländern dieser Rückspiele sorgt aber für Unwägbarkeiten. Zuletzt äußerte der SSC Neapel Bedenken wegen einer Reise zur Auswärtspartie beim FC Barcelona. Für Katalonien gibt es beispielsweise in Deutschland eine Reisewarnung. Der Tross von Real Madrid ist für das Spiel bei Manchester City von der in Großbritannien geltenden Quarantänepflicht für Einreisende aus Spanien ausgenommen. Als Ersatz-Spielorte stehen Porto und Guimaraes bereit, sollte ein Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse doch nicht wie geplant stattfinden können.

Spielen Leroy Sané (FC Bayern) und Timo Werner (FC Chelsea) schon für ihre neuen Clubs?

Nein. Spieler, die diesen Sommer den Verein wechseln, dürfen noch nicht für ihre neuen Clubs auflaufen. So wäre Sané eigentlich noch für Manchester City spielberechtigt und Timo Werner könnte noch für RB Leipzig auflaufen, beide Transfers sind aber bereits vollendet. Auch der Neu-Dortmunder Thomas Meunier (Paris Saint-Germain) und Herthas Lucas Tousart (Olympique Lyon) sind nicht mehr für ihre Ex-Clubs international dabei. Die Bayern können noch auf ihre Leihspieler Philippe Coutinho, Alvaro Odriozola und Ivan Perisic zurückgreifen.

Was gibt es für die Clubs zu verdienen?

Der FC Bayern München und RB Leipzig müssen möglicherweise mit Kürzungen ihrer Champions-League-Prämien rechnen. Wie die UEFA mitteilte, steht die Ausschüttung der Preisgelder weiter auf dem Prüfstand. "Es wurde keine endgültige Bewertung vorgenommen, und wir erwarten nur begrenzte Auswirkungen auf die Verteilung für die Clubs", hieß es von der Europäischen Fußball-Union. Da die Spiele in Viertel- und Halbfinale nur in einem K.o.-Spiel ausgetragen werden, erwartet die UEFA möglicherweise auch geringere Einnahmen durch ihre Vertragspartner. Ausgezahlt wurden laut UEFA immerhin bereits die satten Millionen-Prämien bis zum Erreichen des Achtelfinals.

© dpa-infocom, dpa:200804-99-34545/2

UEFA-Informationen zur Champions League

UEFA-Informationen zur Europa League

UEFA-Informationen zum Preisgeld

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