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Fußballerin mit Hidschab wird beschuldigt, ein Mann zu sein: „100 Prozent ein Kerl“

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Von: Marius Epp

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Torhüterin Zohreh Koudaei wird vorgeworfen, ein Mann zu sein.
Torhüterin Zohreh Koudaei wird vorgeworfen, ein Mann zu sein. © Twitter/Garowe Online

Irrer Vorwurf im Frauenfußball: Nach einer Niederlage gegen den Iran zweifelt der jordanische Fußballverband am Geschlecht der gegnerischen Torhüterin.

Jordanien - Zohreh Koudaei parierte im Elfmeterschießen zwei Strafstöße und war die gefeierte Heldin beim Sieg der iranischen Fußballfrauen über Jordanien. Doch nach dem Spiel wird sie mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Ist sie wirklich eine Frau?

Genau das stellt der jordanische Fußballverband nach der Niederlage in Frage - und forderte die asiatische Konföderation (AFC) zu einer Geschlechtsüberprüfung auf. Der jordanische Verbandschef Prinz Ali Bin Al-Hussein teilte das Schreiben auf Twitter. „Wenn sich dies als wahr herausstellen sollte, ist dies ein sehr ernsthaftes Problem“, schrieb er. Die AFC solle „aufwachen“.

Mann oder Frau? Iranische Torhüterin unter Beschuss - Jordanien fordert Überprüfung

Jordaniens Frauen sind durch die Niederlage in der Qualifikation zur Asien-Meisterschaft ausgeschieden. Irans Teamchefin wies die Vorwürfe zurück. „Unsere medizinische Abteilung hat jede Spielerin hormonell in dieser Hinsicht genau untersucht, um Probleme zu vermeiden. Wir werden unverzüglich jede von der AFC gewünschte Dokumentation zur Verfügung stellen. Diese Vorwürfe sind nur ein Vorwand, weil sie unseren Sieg nicht akzeptieren können“, sagte sie.

Irans Frauen hatten sich durch den Sieg im Qualifikationsspiel gegen Favorit Jordanien erstmals für die Endrunde der Asienmeisterschaft qualifiziert. Das Turnier wird im kommenden Januar in Indien ausgetragen.

Iran trickste schon einmal mit Männern im Frauenteam

Sowohl im Iran als auch in Jordanien schlägt der Fall mediale Wellen. Al-Hussein erinnert in seinem Schreiben an die „Historie des Iran mit Geschlechts- und Dopingproblemen“. 2015 gab es einen Fall von Geschlechterbetrug: Damals spielten tatsächlich acht Männer in der iranischen Frauenmannschaft.

Das iranische Frauenteam spielt mit sogenannten Hidschabs (Kopfbedeckungen), wodurch das Geschlecht der Spielerinnen von außen nicht immer eindeutig zu bestimmen ist. In den sozialen Medien wird hitzig diskutiert. Ein Facebook-User kommentiert einen Beitrag von SportBible: „Das ist doch 100 Prozent ein Kerl“. Andere halten dagegen: „Versetzt euch mal in ihre Lage. Das ist Mobbing und beschämend“, mahnt ein anderer. Ob die AFC eine Untersuchung einleitet, ist offen. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht.

Währenddessen wird in Deutschland über die Zukunft des deutschen Skisports diskutiert. Felix Neureuther prophezeit eine düstere Zeit.(epp)

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