Ex-DFB-Star veröffentlichte den Chat

„Quotenschwarzer“-Nachricht von Lehmann: Aogo gibt bemerkenswertes Statement ab

  • Antonio Riether
    vonAntonio Riether
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Jens Lehmann sendete dem Sky-Experten und ehemaligen deutschen Nationalspieler Dennis Aogo eine Nachricht - damit löste er einen Skandal aus.

Update vom 5. Mai, 20.39 Uhr: Jetzt meldet sich auch Dennis Aogo selbst zu dem Vorfall zu Wort. Der ehemalige Profi gab via Instagram ein Statement in seiner Story ab. „Ich habe mit ihm telefoniert, heute schon zwei Mal. Ich will hier offiziell nochmal sagen: Ich nehme seine Entschuldigung an“, berichtet Aogo. Gleichzeitig stellt er klar, dass er natürlich nicht gut gefunden habe, was Lehmann geschrieben hat.

„Ich fand auch die Formulierung nicht gut. Ich finde das auch ein Stück weit respektlos, weil man so etwas nicht schreibt. Egal, an wen die Nachricht adressiert war“, gibt Aogo weiter in seinem Statement an. Trotzdem wisse er, dass jeder Mensch auch Fehler mache. Deshalb bricht er auch eine Lanze für Lehmann: „Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Und ich finde es auch nicht richtig, dass sich alle jetzt auf ihn stürzen. Ich habe ihm das abgenommen, dass es ihm leid tut. Somit ist für mich dieses Thema erledigt.“ Er kündigte außerdem ein Treffen mit Lehmann an, um „das Thema dann hoffentlich auch aus dem Weg zu räumen“.

Update vom 5. Mai, 17.03 Uhr: Was sagen eigentlich die Hertha-Akteure zur Lehmann-Entgleisung? „Wir von Hertha vertreten bestimmte Werte“, sagte Alexander Schwolow: „Und die haben sich in dieser Nachricht nicht wiedergefunden. Deswegen, denke ich, musste es zu diesem Schritt kommen“, so der Keeper auf der Spieltags-PK der Berliner vor dem Nachholspiel gegen den SC Freiburg am Donnerstagabend.

Auch Trainer Pal Dardai begrüßte die Handlung des Vereins, die Zusammenarbeit mit Lehmann zu beenden. „Der Verein hat wieder (wie im April bei Torwarttrainer Zsolt Petry, Anm. d. Red.) eine konsequente Entscheidung getroffen“, so der Hertha-Coach: „Das akzeptieren wir alle, das leben wir vor“. Darüber hinaus ordnete er das Störgeräusch ein: „Das ist wieder eine negative Sache - und andererseits positiv, weil der Verein sofort reagiert hat. Das finde ich sehr gut“, sagte Dardai.

Jens Lehmann: „Quotenschwarzer“-Nachricht an Aogo macht fassungslos - TV-Sender reagieren

Update vom 5. Mai, 15.40 Uhr: Nicht nur bei der Hertha ist das Engagement von Jens Lehmann nach seiner WhatsApp-Entgleisung beendet. Auch bei den TV-Sendern, bei denen der einstige Weltklasse-Keeper ab und an als Experte tätig war, wird der 51-Jährigen jetzt vor die Tür gesetzt - beziehungsweise gar nicht hineingelassen..

„Wir hatten Jens Lehmann oft bei Sky als Gast in unserem Programm, sind sehr enttäuscht über sein Verhalten und planen, ihn jetzt nicht mehr als Gast in unsere Sendungen einzuladen“, schrieb Sky-Sportchef Charly Classen am Mittwoch.

Auch bei Sport1 wird Lehmann künftig nicht mehr als Talkshow-Gast im Doppelpass zu sehen sein. Dort hatte er im vergangenen Jahr mit seinen Corona-Aussagen für Aufsehen gesorgt.

Jens Lehmann: „Quotenschwarzer“-Nachricht an Aogo macht fassungslos - Hertha-Aus folgt sofort

Update vom 5. Mai, 10.59 Uhr: Hertha-Investor Lars Windhorst hat nach einer irritierenden WhatsApp-Nachricht von Jens Lehmann den Beratervertrag mit dem Ex-Nationalspieler sofort beendet. „Jens Lehmann ist nicht mehr Berater“, sagte Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter am Mittwoch der dpa. Damit ende auch Lehmanns Mandat im Hertha-Aufsichtsrat. Die Tennor-Gruppe von Windhorst hatte Lehmann vor einem Jahr als Nachfolger von Jürgen Klinsmann in den Aufsichtsrat der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gebracht.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hat inzwischen ebenfalls reagiert: „Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC* steht und sich aktiv einsetzt. Wir distanzieren uns von jeglicher Form des Rassismus und begrüßen den Schritt der TENNOR Holding.“ Auch Aogos Frau sowie ein Sky-Kommentator reagierten sofort auf die verbale Entgleisung Lehmanns.

Jens Lehmann verschickt rassistische Chat-Nachricht an Dennis Aogo - Sky-Experte wendet sich an die Öffentlichkeit

Erstmeldung vom 5. Mai, 10.30 Uhr: Unterföhring - Am Dienstagabend war wieder einmal einiges los im Sky-Studio, während und nach des Champions-League-Halbfinals zwischen Manchester City und PSG analysierten die Experten wie üblich die Partie. Mit dabei war der ehemalige Bundesliga-Verteidiger und Nationalspieler Dennis Aogo, der nach der Sendung eine unschöne Nachricht veröffentlichte. Dabei handelte es sich offenbar um einen rassistischen Affront von Jens Lehmann.

Jens Lehmann sendet Dennis Aogo beleidigende Nachricht - der postet sie öffentlich

Etwa um Mitternacht stellte Aogo einen Screenshot eines Chatverlaufs in seine Story*, deutlich zu sehen ist dabei eine Nachricht von Ex-Nationalkeeper Lehmann. „Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“, lautet die Nachricht, die Lehmann - wohl aus Versehen - an den ehemaligen Schalke- und HSV-Profi sendete. „WOW, dein Ernst? Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!“, schreibt der fassungslose Aogo dazu.

Sofort folgte eine Welle der Entrüstung auf Twitter und Instagram*. Lehmann, der derzeit als Aufsichtsratsmitglied bei Hertha BSC im Einsatz ist, äußerte sich im Nachgang selbst auf Twitter sowie gegenüber Bild. „In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo* ist ein Eindruck entstanden für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe. Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote“, schreibt Lehmann auf Twitter.

Dennis Aogo veröffentlichte die WhatsApp-Nachricht von Jens Lehmann in seiner Instagram-Story.

Jens Lehmann mit Erklärungsversuchen - nicht der erste Ausrutscher des Ex-Keepers

Wie der 51-Jährige gegenüber Bild meint, habe er „bereits mit Dennis telefoniert und ihn um Verzeihung gebeten, wenn meine Äußerung despektierlich rübergekommen ist“, so der Ex-Torwart. „Sie war überhaupt nicht so gemeint, sondern positiv. Da er als Sky-Experte fachkundig ist und in seinem Auftreten sehr stark. Und deshalb auch die Quote erhöht. Das wollte ich damit sagen, aber war von mir unglücklich ausgedrückt. Da die WhatsApp von meinem Handy rausging, übernehme ich die Verantwortung dafür. Es war eine private Nachricht“, so die halbgare Antwort Lehmanns.

Der ehemalige BVB- und Schalke-Keeper machte bereits in der Vergangenheit mit wirren Aussagen über Thomas Hitzlspergers sexuelle Präferenzen und kruden Grippe-Vergleichen in der Coronavirus-Debatte auf sich aufmerksam. Nun also der Aogo-Skandal. Unklar bleibt, an wen sich die ursprüngliche Nachricht eigentlich wenden sollte. (ajr) *tz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/MIS/dpa/Imago/Instagram/dennisaogo

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