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„Inakzeptabel“: Bierhoff kritisiert WM-Ausrichter Katar scharf

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Von: Andreas Knobloch

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Gianni Infantino (links) muss sich von Oliver Bierhoff (rechts) was anhören. © dpa 2x

DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff hat fünf Monate vor WM-Start in Katar den Gastgeber hart kritisiert. Er fing seine Kritik mit dem Wort „inakzeptabel“ an.

München - Für viele Fußball-Fans wären im Juni einige Ausnahmetage angesagt. Nach gewohntem Turnus würde die Weltmeisterschaft 2022 auch wieder in der Mitte des Jahres stattfinden. In Europa würden sich viele auf nur eine Sache fokussieren. Doch so ist es in diesem Jahr nicht, denn es wurde Katar als Ausrichter ausgewählt und das Turnier in den europäischen Winter verschoben. Die Wüsten-WM findet vom 21. November bis 18. Dezember statt.

DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff ist seit Feststehen dieses Turniers ein gefragter Mann. Wie scharf äußert sich der Verantwortliche gegen den Ausrichter, der immer wieder durch skandalöse Berichte negative Presse erlebt? Menschenrechte, Sklaverei, Tote beim Stadionbau - die WM steht schon unter keinem guten Licht, obwohl es noch einige Zeit hin ist.

DFB: WM in Katar heftig in der Kritik - Bierhoff schießt gegen Ausrichter

Bierhoff hat sich nun für die homosexuellen Menschen eingesetzt. Er hat den Gastgeber für seine Haltung zum Thema Homosexualität scharf kritisiert. „Ein solcher Umgang mit Homosexuellen ist absolut inakzeptabel. Er entspricht in keinster Weise meiner Überzeugung“, sagte der DFB-Geschäftsführer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Homosexualität ist in Katar verboten, es drohen drakonische Strafen. Sogar die Todesstrafe ist theoretisch möglich. Bierhoff sieht dabei aber auch den Weltverband FIFA in der Verantwortung.

„Welche Vergabekriterien für eine Weltmeisterschaft legt die FIFA eigentlich an? Denn die Vergabe eines Turniers ist doch das schärfste Schwert, um auf die nötigen Veränderungen zu drängen“, sagte der 54-Jährige und fügte an: „Sie müssen vor der Vergabe passieren und nicht erst danach, sonst hat man kein Druckmittel mehr, um sie durchzusetzen.“ Er sei der Überzeugung, „dass die Vergabekriterien eng mit Menschenrechtsfragen verknüpft werden müssen“.

DFB „hat auch gesellschaftlich Relevanz“, sagt Bierhoff

„Die deutsche Nationalmannschaft und der Deutsche Fußball-Bund haben nicht nur sportliche, sondern auch gesellschaftliche Relevanz, sie haben eine gewisse Kraft“, sagte Bierhoff. Deshalb glaube er schon, „dass es grundsätzlich gut ist, dass wir auch immer wieder über diese Themen abseits des Sportlichen sprechen, um ein Bewusstsein zu schaffen“. Die DFB-Elf tritt am 11. Juni gegen Ungarn an, Flick äußerte sich auf der Pressekonferenz zur Personalsituation.

Inwiefern der DFB weiter kritische Äußerungen tätigt, wird gespannt zu beobachten sein. In jüngster Vergangenheit wurde der deutsche Verband für seine schwammigen oder teils sogar fehlenden Aussagen kritisiert. Viele Fußball-Fans überlegen, das Event im November und Dezember zu boykottieren.

Zum Thema Homosexualität hat sich auch Sebastian Vettel geäußert. Der deutsche Formel-1-Fahrer hält mit seiner klaren Meinung nicht zurück und meint: „Früher wäre das vielleicht nicht so gewesen, aber jetzt denke ich, dass ein schwuler Formel-1-Fahrer willkommen wäre – und das zu Recht“. Innerhalb des Fahrerlagers ergreift er immer wieder Partei, selbst für Konkurrenten wie Lewis Hamilton. (ank mit dpa)

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